Heute

Posted by admin on Juli 19, 2018

Ernst hat sich das nämlich gleich gedacht

Die Sachen vom neuen Papi sehen irgendwie ganz anders aus als Mamisachen.

So die Farben und der Schtiel. Wie das wohl zusammen kommt? 

Es ist nicht einfach, zwei Single-Haushalte zu einem gemeinsamen zu machen. Zumindest, wenn man es hübsch haben will.

Und doch… vieles geht ganz von selber zusammen. Die hölzerne indische Göttin unterhält sich oft schon ganz angeregt mit dem Jugendstil-Knaben aus Porzellan.

Der Buddha hat eines Tages den plärrenden kleinen Schnullrich auf den Schoß genommen und ihm Märchen erzählt.

Ja, und der missmutige Gargoyle hielt sich anfangs immer beide Ohren zu, wenn ihm das Engelchen Psalmen vorgelesen hat.

Inzwischen lauscht er ganz gerne mal.

Also, das wird …

 

 

 

 

Posted by admin on Juli 18, 2018

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Posted by admin on Juli 17, 2018

Am 17. Juli ermordete Charlotte Corday Jean Paul Marat

Die hübsche junge Frau war ursprünglich eine glühende Anhängerin der Französischen Revolution gewesen. Allerdings gehörte sie zu den eher gemäßigten Girondisten. Nachdem die Revolution nun immer mehr aus dem Gleise geriet, das Blutvergießen kein Ende nahm und die Guillotine täglich  hungriger nach jedem Hals schnappte, beschloss Charlotte, der Sache ein Ende zu setzen.

Sie überschätzte dabei den Jacobiner Marat und glaubte, wenn er nur stürbe, wäre der Wahnsinn  vorbei. Wohl bewusst, dass sie die Tat mit ihrem Leben bezahlen würde, wollte sie sich für ihr Vaterland opfern.

Charlotte kaufte ein zwanzig Zentimeter langes Küchenmesser und fuhr nach Paris. Eigentlich hätte sie Marat gern in aller Öffentlichkeit erstochen. Doch da der Politiker an einer juckenden Hautkrankheit litt, saß er meistens in einer Wanne mit lauwarmem Wasser, was ihm Linderung verschaffte. Also empfing er Mademoiselle Corday im Badezimmer, weil sie vorgab, ihm Verräter aus deb Reihen der Girondisten anzugeben. Er notierte deren Namen und verurteilte sie auf der Stelle zum Tode – als Charlotte ihr Küchenmesser aus dem Ausschnitt ihres Kleides zog und es ihm zweimal heftig in die Brust stieß. Er starb kurz darauf.

Charlotte wurde festgenommen und leistete keinen Widerstand. Sie war vollkommen überzeugt von der Richtigkeit ihrer Tat und blieb ruhig und gefasst bis zuletzt.

Natürlich kam sie auf die Guillotine, nur vier Tage später, zehn Tage vor ihrem 25. Geburtstag. Ihr Traum jedoch, dass die blutige, entartete Seite der Revolution durch Marats Tod aufgehalten würde, erfüllte sich keineswegs. Der Wahnsinn tobte weiter und Jean Paul Marat wurde erst mal zum vielbetrauerten Märtyrer …

Posted by admin on Juli 16, 2018

16.Juli 1951: Der Fänger im Roggen erscheint

 

Der amerikanische Schriftsteller Jerome David Salinger veröffentlichte nur diesen einen Roman (außer etlichen Kurzgeschichten). Das Buch wurde, um den sehr strapazierten Ausdruck zu gebrauchen, Kult.

Der sechzehnjährige Holden Caulfield schildert darin, deprimiert, anspruchsvoll und ständig enttäuscht, seine Weltsicht. Er ist eben mal wieder von einem Internat geflogen infolge schlechter Schulleistungen, traut sich nicht nach Hause wegen der vorhersehbaren Reaktion seiner Eltern und treibt sich drei Tage lang in Manhattan herum, nachdem er seine Schreibmaschine verkauft hat und von dem Geld in einem Hotel übernachten kann. Dabei begegnet er verschiedenen, sehr unterschiedlichen Menschen, die er allesamt sofort be- und verurteilt. Sie erscheinen ihm selbstsüchtig, oberflächlich und vor allem: verlogen.

Durch diese strenge Zensur kommen nur Kinder, namentlich sein verstorbener kleiner Bruder und seine zehnjährige Schwester Phoebe, deren Charakter er hoch einschätzt und der er – in einer für ihn sehr untypisch glücklichen Gemütsverfassung – beim Spielen zuschaut.

Holden sieht für sich selber keine Perspektive. Als seine Schwester ihn fragt, was er denn gern machen würde, antwortet er, er möchte ein Fänger im Roggen sein. Damit bezieht er sich auf ein (falsch verstandenes) Gedicht von Robert Burns, in dem es eigentlich – wie häufig in Burns-Lyrik – um Liebesgeplänkel geht. Aber Holden Caulfield stellt sich ein Roggenfeld vor, in dem kleine Kinder selbstvergessen spielen, ohne den Abgrund am Rand des Feldes zu bemerken. Er will derjenige sein, der die unverdorbenen, offenen und ehrlichen kleinen Geschöpfe auffängt, bevor sie in den Abgrund stürzen. Vermutlich in den Abgrund des Erwachsen- und Verlogenwerdens.

Die ganze Geschichte wird in der Ich-Form erzählt und  im damaligen Jugend-Slang, eintönig, deftig und sicher sehr authentisch. Das Buch erzielte Millionenauflagen auf der ganzen Welt, ist ein Longseller und immer noch in jeder Buchhandlung zu bestellen.

Viele Prominente wie etwa Madonna, Bob Dylan oder Johnny Depp erklären seit Jahrzehnten, der Roman sei wichtig für ihre Entwickling gewesen und hätte sie in ihrem Schaffen oder ihrer Lebensplanung stark beeinflusst. Marc David Chapmans, der Mörder von John Lennon, trug es am Tag der Tat mit sich herum und identifizierte sich, wie er sagte, mit Holden Caulfield.

Dass ist insofern absurd, als Chapmans Mordmotiv erklärtermaßen der Wunsch war, berühmt zu werden. Dagegen hatte J.D. Salinger, Erfinder und Alter Ego von Holden Caulfield, einen ausgeprägten Ekel vor Berühmtheit. Sein Erfolg mit dem Fänger im Roggen war ihm selbst, wie er sagte, unheimlich. Statt sich öffentlich feiern zu lassen, verbarg er sich lebenslang hinter hohen Grundstücksmauern vor der Öffentlichkeit. Was ich ganz außerordentlich nachempfinden kann …

 

 

 

 

 

 

Posted by admin on Juli 15, 2018

Stein von Rosette

Am 15. Juli 1799 stolperte einer von Napoleons Soldaten (oder vielmehr sein Pferd), als er durch das Nildelta bei Rosette ritt, über eine interessante Steintafel. Sie war mit vielen kleinen Zeichen in  unbekannten Schriften bedeckt, über die mitreisende französische Gelehrte sich sehr wunderten, ohne sie entziffern zu können. Kurze Zeit später besiegten die Engländer die Franzosen und schnappten sich den merkwürdigen Stein, um ihn in ihrem British Museum in London auszustellen. Da wohnt er übrigens heute noch.

Wiederum war es ein junger Franzose, Jean-Francois Champollion, der 1822 den Text auf der geheimnisvolle Steintafel entschlüsselte. Er fand heraus, dass der Name eines ägyptischen Pharaos, Ptolemaios, immer wieder auftauchte. Daran konnte Champollion sich entlang hangeln. Ptolemaios hatte gerade den Priestern seines Landes mehrere große Gefallen getan und wurde entsprechend von ihnen mit Honig übergossen. Er sei großzügig und edel, weil er der Priesterschaft die Steuern erleichterte oder gleich erließ.

Abgesehen davon, dass sich hier die Korruption der guten alten Zeit um 200 vor Christi Geburt auf’s Betrüblichste zeigte, konnten die Menschen der Neuzeit Anhand der drei Textblöcke endlich die Hieroglyphen entziffern! Denn alle drei Abschnitte auf dem Stein – eben in Hieroglypen, in altgriechischer und in volkstümlich griechischer Schrift – stimmten vom Inhalt überein. 

Daraus ergab sich, dass es sich bei den aneinandergereihten Bildsymbolen nicht um Comics handelte (wie in dem Film Harry und Sally vermutet wird) sondern um Grapheme – lesbare Symbole für das gesprochene Wort. Nachdem die Ägyptologie ordentlich in Gang gekommen war, war es also möglich, durch das Studium der Hieroglyphen alles über die Geschichte des alten Volkes am Nil zu erfahren …