6. Oktober ist Grünkohl-Tag in USA!

Oktober 6, 2021 admin No comments exist

Bisher hab ich Grünkohl ehrlich gesagt für ein ziemlich deutsches Gericht gehalten. Wir sind die Krauts!

Aber seit nicht ganz fünfzehn Jahren zunehmend liebt offenbar ganz Amerika ‚Kale‘, wie sie das gerüschte Grünzeug nennen.

Es hat was damit zu tun, dass die junge Generation neuerdings andere Essgewohnheiten  anstrebt. Nicht alle – viele Jugendliche kann man durchaus auch in den USA herumkugeln sehen – aber diejenigen, die sich bewusst mit Nahrung auseinandersetzen, die sich für Veganertum begeistern, haben rausgekriegt, wie gesund Grünkohl ist.

Wie bitte? Das gehaltvolle Zeugs? Dieses typische Winteressen mit fetttriefenden Würstchen und geräuchertem Schweinefleisch zu gezuckerten Kartoffeln?

Nee. So essen die jungen Amerikaner ihr Kale ganz und gar nicht. Sondern meistens, roh oder blanchiert, als Salat mit Melone, Orangenfliets oder Tomaten an der Brust. 

Oder sie fabrizieren sich, allein aus rohem Grünkohl oder in Gesellschaft anderer Zutaten, einen erzgesunden grünen Smoothie.

Ach ja, und dann machen sie auch Chips daraus, Kale-Chips, natürlich tausendmal gesünder als Kartoffelchips.

Tja. Wenn ich ganz ehrlich wäre, würde ich zugeben, dass ich im Grunde meines Magens stattdessen der ‚mit fetttriefenden Würstchen und geräuchertem Schweinefleisch zu gezuckerten Kartoffeln‘-Methode zuneige. Aber so ehrlich bin ich jetzt mal nicht.

Auf jeden Fall wird der gute alte Grünkohl als junger gesunder Kale heute in den USA so  richtig gefeiert! Er trägt auf seiner krausköpfigen Stirn ein Krönchen mit der Aufschrift Superfood. Ungeheuer basisch (was bedeutet, er neutralisiert schädliche Säuren im Körper), strotzend vor Protein und Eisen, mit einem attraktiven Aminosäureprofil: Tryptophan macht beispielsweise happy und kurbelt  die Gehirntätigkeit an.

Wenn wir die Würstchen und so weiter weglassen, enthält Grünkohl an sich natürlich kaum Fett. Dieses kleine Bisschen jedoch beinhaltet schockierene Mengen an Alpha-Linolensäure, das ist die pflanzliche Variante der gepriesenen und erwünschten Omega-3-Fettsäure, die entzündungshemmend wirkt und ein Balsam ist für Herz, Kreislauf, Nerven, Gehirn und Rückenmark. 

Die Ballaststoffqualität von Grünkohl trägt zu einer gesunden Darmflora bei und unterstützt  die Entgiftung. Der Grünkohl ist das calciumreichste Kulturgemüse in unseren Breiten. Mehr von dem gesunden Zeug haben nur Wildgemüse wie die Brennessel.

Der Kohl enthältantioxidativ Flavonoide, Carotinoide und krebsfeindliche Senfölglycoside  sowie einen ‚Radikalfänger‘ namens Quercetin, ein Pflanzenstoff, der Aussichten hat, bald zusammen mit Chemotherapien eingesetzt zu werden. Zum einen, weil er deren Effektivität unterstützt, zum anderen, weil er die unangenehmen Nebenwirkungen abpuffert.

Ist das alles? Aber nein! In Grünkohl tummeln sich Massen von Carotinoiden, mehr als in Möhren. Er verbirgt das nur bescheiden, indem er deren typisches Orange-Gelb mit Blattgrün (Chlorophyll) überlagert.

Zu Carotinoiden ist zu sagen, dass sie gegen Herzkreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten wirksam sind. Zwei davon, mit den Vornamen Lutein und Zeaxanthin, wirken unter anderem gegen altersbedingte Augenerkrankungen. 

Was das Chlorophyll angeht, so steckt in ihm nicht nur entzündungshemmender Stoff, sondern Lebenskraft an sich. Es kann Demenz vorbeugen, das Darmkrebsrisiko mindern, Muskelaufbau verbessern, Schimmelpilzgifte aus dem Körper befördern, macht, nebenbei, reine und feinporige Haut und tut der Leber wohl, indem es Gifte und Schwermetalle aus dem Blut bindet, sodass die Leber sich nicht damit herumärgern muss.

Es ist einsehbar, dass viele dieser wunderbaren Lebensstoffe etwas schlapp und strapaziert ankommen – falls überhaupt noch – wenn der Kohl zutode gekocht wird. Andererseits hab ich die Behauptung gelesen, sogar in gekochtem Grünkohl aus der Büchse oder dem Glas wären immer noch eine Menge gesundheitsfördernder Stoffe enthalten. Vielleicht ein Trost für Leute, die eigentlich zu faul zum Kochen sind. 

Glücksfaktor: Gesundes Essen, das  sich anschmeckt wie ungesundes …

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