Am 11. Januar 1935

Januar 11, 2020 admin No comments exist

gelang es einem Menschen zum ersten Mal, allein von Hawaii nach Kalifornien zu fliegen.

Der Mensch hieß Amelia Earhart, war eine deutschstämmige Amerikanerin und bereits als kleines Mädchen dadurch aufgefallen, dass sie lieber auf Bäume kletterte und mit dem Gewehr Ratten erschoss, als mit Puppen zu spielen.

Sie schloß die High School mit Auszeichnung ab und begann ein Medizinstudium, brach das jedoch ab, um stattdessen (nicht gerade dem Wunsch ihrer Eltern entsprechend) Flugunterricht zu nehmen. Bei Neta Snook übrigens, der ersten Frau, die eine Flugschule besaß. Das war 1921.

Ein halbes Jahr später kaufte sich Amelia ihr erstes Flugzeug, eine offene Zweisitzer-Maschine, eine Art Luftcabrio. In dem stellte sie bald darauf (mit 4300 Metern) den einstweiligen Höhen-Weltrekord für Frauen auf.

Sie wurde bald zur Legende, Mode-Ikone – sie trug bildschöne Hosenanzüge, prädestiniert durch endlos lange Beine – frech, charmant und clever, Vorbild vieler Feministinnen.

Ein bisschen verheiratet war sie mit George P. Putnam, Verleger und mehr oder weniger der Mann, der die Public Relations erfunden hat und der seine Frau immer bekannter machte. Zunächst war er ihr Manager, später, weil er unbedingt wollte, ihr Gatte.

Gleichzeitig jedoch führte die avantgardistische Amelia eine langandauernde, nicht sehr heimliche romantische Beziehung mit dem Piloten und Pionier der Luftfahrtindustrie, Eugene Vidal. Damit mussten beide Männer irgendwie fertig werden.

Ganz kurz vor ihrem 40. Geburtstag verschwand Amelia von den Radarschirmen.

Sie war im Frühjahr 1937 zu einem Flug gestartet, bei dem sie die Erde um ihren Gürtel, den Äquator, umrunden wollte, gemeinsam mit einem Navigator. Das Flugzeug landete, von Miami kommend, in Brasilien, Westafrika, Kalkutta und Rangun (damals noch in Burma, das heute Myanmar heißt). Für den letzten Teil der Reise flogen Amelia und ihr Begleiter von Lae in Neuguinea über den Pazifik zurück nach Amerika. Es sollte nur noch ein kurzer Zwischenstop eingelegt werden, zum Auftanken auf die Howlandinsel. Die war nur 2,6 Quadratkilometer groß, ein winziger Punkt in sehr viel Wasser. Die Pilotin plante, durch Funkpeilung dorthin zu finden. Ihre Funksprüche wurden auch empfangen. Doch sie selber meldete immer wieder, keinen Empfang zu haben. (Später fand man die Funkempfangsantenne ihrer Maschine auf der holprigen Startbahn des Flugplatzes in Lae.)

Die Amerikanische Regierung tat, was sie konnte, um die berühmte Pilotin eventuell noch lebendig zu finden. Eine derart große Suchaktion hatte es bis dahin noch nie gegeben: Acht Kriegsschiffe und mehr als sechzig Flugzeuge suchten über 400 000 Quadratkilometer Meer ab. Das Ganze kostete ungefähr 4 Millionen Dollar.

Nachdem sie allesamt nichts und niemanden fanden, wurde Amelia Ende Juli 1937 für verschollen, vermutlich tot erklärt. Inzwischen gibt es auf der verflixten Howlandinsel einen Amelia Earhart Leuchtturm.

Glücksfaktor: Heil runterkommen …

Übrigens wurde vor zehn Jahren ein recht netter Film über das Leben dieser Frau gedreht. Ich hab auf KulturPort darüber eine Rezension geschrieben: https://www.kultur-port.de/index.php/blog/film/1615-film-amelia-hilary-swank-richard-gere-amelia-earhart.html

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