Am 23.12. 1888 verlor Vincent van Gogh sein linkes Ohr

Dezember 22, 2017 admin No comments exist

Ende Oktober war sein Kollege Paul Gauguin zu ihm nach Arles in Südfrankreich gezogen. Vincent hatte sich das so nett gedacht: eine WG zweier Maler, die gemeinsam schöpferisch tätig sind und sich miteinander austauschen können. Er hatte extra Sonnenblumenbilder gemalt, um das Zimmer, in dem der Freund wohnen sollte, damit zu schmücken.

Leider gestaltete sich das Zusammenleben weniger  idyllisch als erhofft. Vincent war zappelig und quaschte gern, Gaugin brauchte seine Ruhe. Vielleicht hatte er sich sowieso nur auf dieses Wohnexperiment eingelassen, weil Vincents Bruder Theo ihm die Reisekosten erstattet und sowohl monatliche Geldbezüge als auch seelischen Beistand bei eventuellen Schwierigkeiten mit Vincent zugesagt hatte.

Nach zwei Monaten gab es, nachts, einen gewaltigen Streit zwischen den genialen, doch erfolglosen Malern. Was dabei passierte, wird bis zur Erfindung der Zeitmaschine ein Rätsel bleiben. Schnitt sich Vincent das Ohr ab – oder säbelte Gauguin es herunter? Der schilderte die Tat als Selbstverstümmelung (steht jedoch seitdem immer mal wieder in Verdacht, der Täter gewesen zu sein.)

Vincent selber behauptete später, sich an nichts erinnern zu können.

Zumindest war er gleich hinterher noch in der Lage gewesen, das entfernte Körperteil einer befreundeten Prostituierten zu schenken mit der Bitte, es sorgsam zu verwahren. Die fiel daraufhin, verständlicherweise, erstmal in Ohnmacht.

Morgens fand man Vincent, halbtot nach dem Blutverlust, in seinem Bett.

Sein WG-Freund war spontan ausgezogen und nach Paris zurückgekehrt, um doch lieber dort Weihnachten zu feiern…

 

 

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