Am 29. November 939 wurde Edmund I. zum König von England gekrönt

November 29, 2019 admin 1 comment

Er war 18 Jahre alt und ein attraktives, tatkräftiges Kerlchen. Das entnehmen wir zwei Beinamen, die er später erhielt: Edmund der Prächtige und Edmund der Macher.

Vorher hatte er gemeinsam mit seinem älteren Halbbruder Æthelstan regiert, beide Enkel Alfreds des Großen. Opa Alfreds Mission war gewesen, Britannien zu einen und die nervtötenden heidnischen Wikinger nach und nach wieder von der Insel zu entfernen, auf der sie sich im Zuge ihrer Raubzüge, sehr zufrieden mit der fruchtbaren grünen Umgebung, häuslich niedergelassen hatten.

Æthelstan und Edmund regierten in Eintracht, doch der ältere trug, solange er lebte, die Krone. Übrigens soll auch er umwerfend ausgesehen haben, mit hellblondem, lockigem Haar, das er zu festlichen Anlässen mit goldenen Fäden durchflechten ließ, wie ein Chronist es schilderte.

Nachdem Æthelstan (möglicherweise golden durchflochten) ins Grab gelegt wurde, krönte man also den jungen Edmund.

Er war der erste angelsächsische König, der über ‘ganz England’, einschließlich Northumbriens, herrschte. Übrigens erst mal nicht allzu lange. Einer dieser Dänen, Olaf Guthfrithsson, eroberte York so schnell wie möglich zurück und schnappte sich auch wieder große Teile der englischen Midlands. Am Ende seines ersten Regierungsjahrs hatte der junge König zunächst mehr als die Hälfte seines Landes wieder verloren.

Er prügelte sich zwei Jahre lang mit mit Olaf herum, bis dieser – keineswegs in einer Schlacht, sondern während eines Raubzugs – starb. Der Nachfolger des Wikingers, auch ein Olaf, war dann nicht mehr in der Lage, die eroberten Gebiete zu halten: Die erkämpfte Edmund zurück, 944 auch wieder das heiß umstrittene Northumbria.

Im Mai 946 wurde der König bei einem Handgemenge, in das er ordnend einzugreifen versuchte (anstatt das seinen Rittern zu überlassen; er war halt ein Macher), erstochen. Er war noch keine 25 Jahre alt. Damals wurden die Leute wirklich nicht alt, nicht nur die Könige, Weniger, weil sie nicht geimpft waren oder nicht zur Vorsorge gingen – es herrschte einfach überall Mord und Totschlag.

Die Söhne Edmunds waren noch nicht aus den Windeln, weshalb ein weiterer Bruder, Eadred, die Nachfolge antrat.

Glücksfaktor: Das Leben ist immer noch gefährlich. Aber wirklich bei weitem nicht mehr so riskant wie im Mittelalter …

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