Am 9. September des Jahres 1000

September 9, 2021 admin No comments exist

also mitten in der Wikingerzeit, fand in der Ostsee die Seeschlacht bei Seeland statt. Sie änderte damals entscheidend die Machtverhältnisse in Skandinavien.

Die Teilnehmer waren auf der einen Seite der zweiundzwanzigjährige König Olav I. Tryggvason von Norwegen;

je nach Betrachtung und Geschichtsschreibung der Angreifer  – oder der Überfallene.

Auf der anderen Seite König Sven Gabelbart von Dänemark

und sein Stiefsohn, der erst zwanzigjährige König Olof Skötkonung (das bedeutet Schoßkind; Olof war extrem früh auf dem Thron gelandet) von Schweden, sowie der abtrünnige norwegische Jarl Erik Håkonsson. Das hört sich so an, als wäre diese Fraktion in der Überzahl gewesen, und das stimmte genau; sie waren mit ingesamt 82 Schiffe angerückt, Olav Tryggvason dagegen hatte nur elf Drachenboote.

Allerdings muss gesagt werden, dass er persönlich in einer Art Airbus der damaligen Zeit unterwegs war, seinem Boot Ormurin Langi – so etwa langer Wurm oder eher lange Schlange. Dieses Langschiff war ein Wunderwerk der Wikinger-Schiffsbaukunst mit einer Länge zwischen 45 bis 55 – und einer Breite zwischen sechs und acht Metern. Der Kahn besaß 34 Doppel-Ruderbänke für 136 Mann, dazu noch Platz für 45 Kampfgenossen. Der Drachenkopf und der Drachenschwanz waren vergoldet. Das mächtigste und prachtvollste Schiff in ganz Norwegen.

Im 19.Jahrhundert machte der dänische Bauer und Dichter Jens Christian Djurhuus, genannt ‚der lebenden Skalde‘ aus der Schlacht eine 85strophige Ballade in Färöisch, die den Namen dieses Bootes trug:

          Ormurin langi

Glymur dansur í høll,
dans sláið í ring!
Glaðir ríða Noregsmenn
til Hildar ting
(Lärm tobt in der Halle,
Tanze mit im Ring!
Froh reiten die Norweger
In Richtung des Krieges)

Darin wird beschrieben, wie König Olav kurz vor dem Stapellauf einen Bogenschützen, Einar,  anheuerte, weil er so besonders kräftig war. Die Feinde lauerten ihm im Øresund auf und die Schlacht auf der Ostsee begann, wobei die Norweger sich trotz der Übermacht tapfer schlugen. Aber dann brach der Bogen von Einar, er nahm sich den des Königs – und verdarb mit seinen starken Armen das Gerät, indem er (nach der Ballade) jammerte:„Zu weich, zu weich ist des Königs Bogen“.

Und damit ging die Schlacht für Norwegen in die Binsen. Was nützt das größte Schiff, wenn Besatzung und Kampfgerät nichts taugen!

Der Überlieferung nach sprang Olav I.Tryggvason, als er sah, dass alles verloren war, ins Meer: Er machte den ‚Königssprung‘, heißt es, und ersäufte sich lieber selbst, als in Gefangenschaft zu geraten.

Norwegen wurde für eine ganze Weile an die restlichen skandinavischen Staaten unterteilt, Jarl Erik Håkonsson, der Verräter, bekam mit der Herrschaft über Nordnorwegen einen fetten  Happen von der Beute. Aber wer weiß heute noch um die Hintergründe? Ganz bestimmt gab es bereits damals die unterschiedlichsten Ansichten, wer im Recht gewesen ist.

Glücksfaktor: sich zufällig auf der richtigen Seite zu befinden …

 

 

 

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