Am Tag als der Regen kam, langersehnt, ha-ha-eis erfleht…

Juni 2, 2018 admin No comments exist

hat meine Mama beim Fensterputzen gesungen. Das war ein alter Schlager aus den Fünfzigern.

Wir hatten seit 33 Tagen in unserer Gegend keinen Regen. Der gesamte Mai benahm sich ungewöhnlich heiß und trocken. Wie ich las, der heißeste seines Namens seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

‘Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass’ heißt eine antike Bauernregel. Aber vielleicht müssen Monokulturen und Fleischfabriken auf so was nicht mehr achten?

Der Rasen um unser Haus herum, von meinem Balkon aus betrachtet, sah aus, als wäre er gern grün. Sogar die Bäume ließen irgendwie schlaff die Blätter hängen.

Jeden morgen wachte man auf und sah knallblauen Himmel und Sonnenschein. Das ist in südlichen Ländern auch so. Wir sind jedoch nicht in südlichen Ländern…

Na gut, im Sommer ist es nun mal häufig heiß. Wir hatten jedoch eben seit wenigen Tagen den Frühling hinter uns…

Immer noch schienen die Radio-Moderatoren restlos glücklich damit und redeten von herrlichem Wetter und Eis essen und Grillen nach Feierabend. Immer noch – erstaunlich – beruhigte der Sprecher, der das Wetter ansagte: einige Wolken, aber keine Angst: es wird nicht regnen!

Keine Angst?

Doch, inzwischen gab es Unwetter. Nicht einfach Regen, sondern vernichtenden, Schaden verursachenden Sturzgüsse, Hagel, Gewitter mit wütenden Blitzen. Einen Tornado hatten wir auch schon, Mitte Mai, in Nordrhein-Westfalen. Deshalb kühlte es sich nicht wesentlich ab. Die heiße, schwere Luft blieb.

Eine Bekannte sagte mir, sie liebe dieses Wetter. Von ihr aus könne es bis Ende September andauern. Der Besitzer der Tankstelle murmelte, er hätte mit Gott gesprochen und erfahren, das würde bis Oktober andauern.

Allmählich hätte ich auch ein Unwetter akzeptiert. Von mir aus Sturzflut – Hauptsache Flut.

Gestern Abend waren Unwetter angesagt für unser Gebiet und es wollte schwarzviolett über die Elbe kommen, überaus bedrohlich. Die Frau auf meinem Nachbarbalkon holte panisch die Wäsche von der Leine. Ich flitzte nochmal mit dem Müll runter, bevor es losging.

Es ging jedoch nicht los. Die schwarzen Wolken grummelten zwar, aber eher, als ob ihnen übel wäre und sie leider keinen Finger hätten, um ihn sich in den Hals zu stecken. Sie blieben jenseits der Elbe. Sie lösten sich langsam auf. Bevor sie unterging, kam sogar nochmal die Sonne durch …

Ich sprach mit  Petrus. Er ist immerhin ein Mann, und wenn man ihm etwas schön tut? Also sagte ich so charmant wie möglich, sicher erfülle er nur seine Pflicht und es läge im großen Weltplan – aber wenn er es jetzt bei uns mal ein paar Tage einfach nur sanft regnen lassen könnte? Etwas abkühlen? Ein wenig frischere Luft? Sanfter, grauer Himmel mal nach all diesem verflixten Blau? 

Und heute morgen war er von sanftem Grau, der Himmel! Die Luft frisch und kühler. Und vorhin hat es angefangen, zu regnen. Ruhiger, vernünftiger Regen.

Ach Petrus, du bist großartig! Bitte, lass den Hahn ein Weilchen aufgedreht, ja? Bloß am 14. Juni – da hätte ich es dann gern wieder etwas trockener. Und warm genug für eine Feier im Garten. Wenn du so nett bist, Petrus?

 

 

 

 

 

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