Das Tunguska-Ereignis

Juni 30, 2022 admin No comments exist

Am 30. Juni 1908 ist in Sibirien etwas Größeres explodiert. Oder vom Himmel gefallen. Oder aus der Erde ausgetreten. Oder so irgendwie.

Auf jeden Fall gab es gegen Viertel nach sieben am Morgen einen infernalischen Lärm – einige Ohrenzeugen hörten eine Riesenexplosion. Andere vernahmen deren, nacheinander, vierzehn. 

Einige Augenzeugen erblickten etwas wie die Flugbahn eines hellen Körpers.

Größe Bäume wurden bis zu einer Entfernung von 30 Kilometern ausgerupft und umhergeschleudert – auf einem bis zu 2000 Quadratkilometern großen Gebiet rundherum knickte es etwa 60 Millionen davon um.

In einer 65 Kilometer entfernten kleinen Handelssiedlung drückte es Fenster und Türen ein. 

Bis zu 500 Kilometer entfernt nahmen die wenigen Menschen, die es in der Gegend gab (dazu gehörten zufällig auch Passagiere der Transsibirischen Eisenbahn), eine starke Erschütterung, eine Druckwelle und ein tiefes Donnern wahr.

Im 450 Kilometer entfernten kleinen Ort Kirensk sahen die Menschen eine Fontäne, was bedeutet, dieselbe musste ungefähr 20 Kilometer hoch gestiegen sein. 

Rund um die Erde, überall auf der Welt, wo meteorologischen Stationen oder Seismographen existierten, registrierte man eine Erschütterung der Erdrinde.

Die Druckwelle breitete sich mit Schallgeschwindigkeit aus und wurde in Washington,DC nach 8 Stunden erfasst, in Postdam bereits nach fast fünf Stunden. (Übrigens empfingen die Messgeräte hier nach 30 1/2 Stunden die Signale ein weiteres Mal, wenn auch schwächer: Die Druckwelle hatte die Erde ein Mal umrundet …)

Menschen scheinen nicht zu Schaden gekommen zu sein, was sicher damit zu tun hatte, dass sich das ‚Ereignis‘ rücksichtsvollerweise eine besonders dünn besiedelte Gegend für seine Aktion auswählte. Immerhin wurden die Restpartikel einiger toter Rentiere gefunden.

Fast zwanzig Jahre später sammelte ein russischer Wissenschaftler, der Mineraloge Leonid Kulik, erste Informationen über den Vorgang. Immer noch sahen er und die Mitglieder seiner Expedition große Verwüstungen der Natur in einem Gebiet von ungefähr 25 Quadratkilometern. 

Hier ist eine Briefmarke zu Ehren von Gospodin Kulik und seinen Bemühungen.

Das Luftschiff Graf Zeppelin kreiste 1929  über der Stelle und suchte – vergeblich – nach einem Krater.

Bis heute zerbrechen sich Wissenschaftler unterschiedlichster Fachgebiete den Kopf über das Ereignis von Tunguska. War es ein Komet oder Asteroid? Einige Stunden nach dem Riesenknall beobachteten Einwohner eines Dorfes in der Ukraine nahe Kiew fallende Meteoriten.

War es eine Eruption durch den Druckaufbau von vulkanischem Gas unter der Erdkruste, Gas, das sich anschließend in der Atmosphäre entzündete? Die geologischen Besonderheiten der Gegend könnten darauf hindeuten.

Als eventuelle Verursacher des Tunguska-Ereignisses wurden auch schon erwogen:

der Absturz einer fliegenden Untertasse –

der Einschlag eines Schwarzen Loches –

oder ein Experiment zur Hochfrequenz-Übertragung des Serbischen Erfinders Nikola Tesla (von dem man zumindest sagen kann, dass er allerliebst aussah).

Tesla bastelte seit 1898 an so einem Verfahren und benutzte gerade 1908 eine Experimentalanlage des Wardenclyffe Tower auf Long Island in Amerika. 

So richtig bewiesen wurde bisher kein Grund für den Krach in Sibirien am Morgen des 30. Juni 1908.

Irgendwas Lautes, Heftiges ist jedenfalls vorgefallen, so viel steht fest.

Und in den darauf folgenden Nächten zeigten sich, vor allem über Mitteleuropa, nachts ungewöhnliche, wunderschöne silberweiße Wolken und, sogar für die Jahreszeit, extrem helle Nachthimmel. In London, hieß es, konnte man deshalb einige Zeit lang mitten in der Nacht draußen Zeitung lesen …

Glücksfaktor: sich in solchen Fällen im sicheren Abstand zu befinden.

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