Die Hinrichtung von George Plantagene

Februar 18, 2020 admin No comments exist

fand am 18. Februar 1478 im Londoner Tower statt. Übrigens kann man nicht sagen, dass Hinrichten zum damaligen Zeitpunkt eine besonders unübliche Todesart für englische Adlige war, vor allem während der Rosenkriege.

In denen ging es wieder mal darum, wer denn nun auf dem Thron sitzen und König sein durfte. In diesem Fall entweder jemand aus dem Haus Lancaster oder einer aus dem Haus York. Das war ein ewiges Gerangel (über 30 Jahre) und die Beteiligten scheuten sich nicht, einander die Köpfe abzuschlagen, wenn sie es für ratsam hielten und wenn es sich ergab.

George Plantagene wollte noch nicht einmal selbst König werden. Jedenfalls nicht so ganz dringlich. Einer seiner Brüder, Edward IV., schaffte es indessen und machte George zum Herzog von Clarence.

Leider ließ George es damit jedoch nicht gut sein. Sein Schwiegervater Richard Neville, Earl of Warwick und mit dem anerkennenden Beinamen ‘Der Königsmacher’ geschmückt, konnte es nie lassen, zu intrigieren und an sämtlichen politischen Rädchen zu drehen, die er zu fassen bekam. George ließ sich breitschlagen und nahm zunächst an einem Aufstand gegen seinen Bruder, den König, teil. Mittendrin überlegte er es sich allerdings anders, lief zu Edward über, begleitete den Bruder ins Exil und kämpfte Seite an Seite mit ihm bei einigen Schlachten in Frankreich. Dafür erhob Edward ihn zum Earl of Salisbury.

Doch leider ließ George es immer noch nicht gut sein. Zumindest kam es seinem Bruder so vor. Der misstraute ihm zunehmend, folterte einige Vertraute von George, die wunschgemäß ‘Ja’ sagten, wozu auch immer. Es reichte, um George des Hochverrats anzuklagen. Darauf stand der Tod.

George durfte sich die Art seiner Hinrichtung aussuchen und entschied sich – vielleicht in einem Anflug von buchstäblichem Galgenhumor – dafür, in einem Fass Malvasierwein ertränkt zu werden. Davon gibt es verschiedene Sorten: in diesem Fall ein schwerer, süßer Rotwein.

König Edward IV. kam der Bitte seines Bruders nach. Vermutlich empfand er das als wohltuende Abwechslung vom ewigen Kopfabhauen.

George war 28 Jahre alt, als er in das Fass getaucht wurde. In unseren Tagen überlegt ein junger Mann in diesem Alter, ob er demnächst von Zuhause ausziehen sollte. Aber damals lief die Zeit langsamer. Die Menschen wurden früher alt, weil die Jahre viel länger dauerten …

Glücksfaktor: ein wenig Wein. Nur nicht zuviel.

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