Die Meuterei auf der Bounty

April 28, 2017 admin No comments exist

 fand am 28. April 1789  statt.

Zwei Jahre vorher war das Schiff aufgebrochen, um Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti  zu den Antillen zu bringen. Dem lag die Idee zugrunde, sie zum Hauptfuttermittel für amerikanische Sklaven zu machen. Die Besitzer der großen  Zuckerrohrplantagen auf Jamaika waren durch den Unabhängigkeitskrieg nahrungsmitteltechnisch ein bisschen aus dem Tritt gekommen.

Man baute einen zivilen Kohletransporter um und verpasste dem Dreimaster seinen neuen Namen. Die Besatzung war mit 46 Personen insofern üppig, als der Umbau zum segelnden Treibhaus nicht viel Platz für Menschen ließ. Das sorgte von Anfang an für gereizte Stimmung.

Das Kommando hatte der 33jährige William Bligh, damals noch nicht Kapitän. Sein anfangs guter Freund, der spätere Hauptmeuterer Fletcher Christian, erst 24, fuhr als Steuermann mit.

Im Oktober 1788 erreichte der Segler Tahiti. Es brauchte fünf Monate, um die Stecklinge in der richtigen Größe an Bord zu bringen. Inzwischen heirateten die englischen Seeleute schöne Tahitianerinnen und ließen sich tätowieren. Die Disziplin kam ihnen bei all dem ziemlich abhanden. Einige versuchten bereits, zu desertieren, wurden jedoch erwischt.

Anfang April trat die Bounty ihre Rückreise an, mit mehr als 1000 Jungpflanzen an Bord, was die Bewegungsfreiheit noch viel mehr als vorher einschränkte. Darüber hinaus stand den Blumentöpfen mehr Wasser zu als der Besatzung.

Ende April, nachdem Fletcher von Bligh beschuldigt worden war, vom Schiffsvorrat eine Kokosnuss geklaut zu haben, explodierten allen Beteiligten die Emotionen. Zunächst wollte Christian mit einigen Matrosen auf einem Floß verschwinden. Dann fand er die Idee besser, die Bounty zu behalten und den Kommandanten mit denen, die ihn begleiten mochten, auf einem kleinen Boot auszusetzen. (Und die erreichten, weil Bligh ein meisterhafter Navigator war, nach fünf Wochen eine bewohnte Insel im Pazifik und schließlich England.)

Die Meuterer, neun britische Seeleute mit zwölf Frauen aus Tahiti und einige eingeborene Männer, segelten eine Weile umher, bis sie die unbewohnte Vulkaninsel  Pitcairn fanden und dort eine ‘Kolonie’ gründeten.

Dort leben immer noch ihre Nachkommen, teilweise mit hellblauen Augen, in ungewöhnlicher Abgeschiedenheit. Vor einigen Jahren gab es einen Riesenskandal über die Einwohner von Pitcairn, als herauskam, dass der Großteil der männlichen Bevölkerung (der Bürgermeister an der Spitze) die weibliche Bevölkerung gewohnheitsmäßig vergewaltigte, häufig, bevor die Mädchen halbwegs erwachsen waren. Das goß ein düsteres Licht auf die romantische Insel der Rebellen.

Ja, und außerdem wird auf Pitcairn der sauberste Honig der Welt hergestellt. Besonders japanische Käufer sind ganz verrückt darauf…

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