Ein Strandkorb

Oktober 19, 2017 admin No comments exist

ist  etwas Urdeutsches. Er kommt unserer Neigung für Zäune, Abgrenzung und Einigelung entgegen. Früher noch verschärft durch die Gewohnheit, eine  ‘Burg’ drumrum zu bauen, möglichst mit Namenszug der Heimatstadt aus Muscheln und kleinen Flaggen.

Strände gibt es auf der ganzen Welt, aber woanders liegt man in Liegestühlen jeder Art. Als Deutschland zweigeteilt war, gab es viele unterschiedliche Ansichten und Gewohnheiten. Strandkörbe jedoch auf beiden Seiten.

Er ist ein kleines Heim mit Fußstützen und ausklappbaren Tiischchen. Die Zeitung fliegt nicht auseinander und der Sand landet nicht so direkt auf eingecremter Haut. Er hält den Wind ab. Er gibt Schatten oder lässt Sonne zu. Er schirmt ab, wenn diskret der Badeanzug gewechselt wird. Man kann aus seiner Geborgenheit heraus alles sehen, mit dem Gefühl, selbst nicht gesehen zu werden, so ähnlich wie in einem Auto. 

Im Winter wird er eingepackt, gereinigt und eventuell ausgebessert. In der nächsten Saison steht er wieder zur Verfügung.

Übrigens eignet er sich auch für romantische Erlebnisse, nachts, wenn man einen nicht-abgeschlossenen findet. Nicht superbequem natürlich. Aber immer noch besser als die meisten Autos…

 

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