Eine disharmonische Hochzeit

Mai 31, 2020 admin No comments exist

am 31. Mai 1906 kündigte eine disharmonische Ehe an.

Der Bräutigam war der damals zwanzigjährige König von Spanien, Alfonso XIII.

Seine Braut Victoria Eugénie eine englisch-deutsche Prinzessin von Battenberg, (inzwischen heißt das Mountbatten), ein halbes Jahr jünger.

Unglücklicherweise fand die Vermählung mitten in einer Staatskrise statt. Es gab heftige Unabhängigkeitsbewegungen in Katalonien und dem Baskenland, am Tag vor der Hochzeit tobten in Barcelona wütende Demonstrationen der Nationalisten.

Und als das Brautpaar nach der Trauung in der Kutsche saß, verübte ein katalanischer Anarchist, Mateo Morral, ein Attentat. Er hatte ein Jahr zuvor schon einmal versucht, Alfonso abzumurksen; das war daneben gegangen. Aber jetzt! Mateo warf von seinem Hotelbalkon aus einen Blumenstrauß auf König und Königin. In dem Blumenstrauß war eine leistungsstarke Bombe.

Manche Sachen funktionieren nicht, man kann sich auf den Kopf stellen. Zwar explodierte die Bombe ganz brav, nachdem sie von der Kutsche abgeprallt war. Doch während einige Pferde und 24 Menschen ringsumher sofort tot waren und mehr als 100 Personen verwundet, blieb das königliche Paar unverletzt.

Das weiße Brautkleid allerdings färbte sich, durch ein halbiertes Pferd, plötzlich überwiegend rot.

Der Attentäter wurde zwei Tage später aufgestöbert, legte schnell noch einen Polizisten um und erschoss sich dann selbst.

Victoria Eugénie, damals eine der schönsten Prinzessinnen Europas (oder vielmehr neuerdings eine der schönsten Königinnen) sah das Ganze vielleicht als böses Omen. Ganz abwegig wäre das ja nicht gewesen.

Und wirklich wurde die Ehe mit Alfonso ausgesprochen unangenehm. Zwar entging er in den folgenden Jahren erfolgreich einigen weiteren Attentatsversuchen, empfand jedoch von Anfang an wenig Sympathie für seine sehr intelligente und gebildete Frau und bekam von diversen Mätressen fünf Kinder. Immerhin wurden auch dem Königspaar sieben legitime Kinder geschenkt. Doch die Königin übertrug ihnen die Bluterkrankheit, und das nahm ihr Mann ihr ganz besonders übel.

1931 jagte man König und Königin ins Exil, weil Spanien Republik wurde. Sie taperten zehn Jahre lang in Europa umher, bis Alfonso starb und die Ex-Königin zurückgezogen in Lausanne zur Ruhe kam.

Glücksfaktor: also bestimmt nicht in jedem Fall blaues Blut!

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