Ernst braucht eine OP

Juni 2, 2020 admin No comments exist

Komisch, lange hat es niemand gemerkt. Dabei hat Ernst zwei Papis und haufenweise Tanten und immerhin die Mami. Die hat ab und zu mal gesagt: “Halt dich gerade, Schätzchen!” Dann hat er sich Mühe gegeben – aber richtig aufgefallen ist es keinem.

Doch dann war Ernst ja bei Tante Maren. Und ihr Onkel Ove, der ist beinah General. Wenn andere Soldaten ihm begegnen, dann nicken sie nicht nur und sagen: Hallöchen!” – sondern sie nehmen die Füße zusammen, machen eine glatte Schaufelhand, tippen sich damit rechts an die Stirn (links ist für Kahrnewall) und halten sich ganz gerade. Deshalb weiß Onkel Ove, wie man aussieht, wenn man ganz gerade steht. Anders als Ernst, auf jeden Fall.

Es hat was damit zu tun, dass Ernst einen großen Kopf hat und dass der immer voller Gedanken ist. Oft ja auch sorgenvoll. Dann sackt der Kopf nach vorn und wird immer schwerer. Das macht einen schlappen Eindruck. Sogar, wenn er auf dem Küchenstuhl steht und seine Ärmchen in die Rückenlehne steckt. Immer noch schlapp.

Tante Maren hat gleich gesagt, da kann man doch was machen. Tante Maren ist immer so praktisch. Ernst hat gesagt, das ist gar nicht wichtig. Und dass es doch nur auf innere Werte ankommt! Ist er irgendwie nicht mit durchgekommen. Plötzlich standen alle um ihn rum und haben den Kopf geschüttelt über seinen Kopf. Haben gesagt, jeder Horrtopede würde zustimmen. Da muss was passieren. Es hat nämlich auch was mit dem Rücken zu tun und mit der Füllwolle – aber das wollen wir gar nicht so genau wissen.

Natürlich gibt es eine Vollnarkose. Der Löwepapi meint, er kommt wieder nach Hause, wenn es vorbei ist. Er kann so was nicht sehen.

Glücksfaktor: Gleich hinterher, wenn Ernst aufgewacht ist, gibt es Vanillepudding. Und morgen fängt es schon an, zu heilen …

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