Heute

Posted by admin on 17. April 2021

Am 17. April haben wir den Tag der Fledermaus

Und zwar wieder in Amerika: Bat Appreciation Day. Mein Vater, der einige Jahre in Südamerika lebte, hat mir das erzählt: Da waren Rinder auf der Weide, dem Haus gegenüber, in dem er wohnte. Als er spätabends aus dem Auto stieg und im Dunkeln auf das Haus zuging, hörte er von der Weide ein Geräusch, als würde ein Beutel oder ein größerer Stoffklumpen geworfen und mit einem Schmatzer irgendetwas treffen – fast gleichzeitig erklang das erschrockene Blöken von einem Kalb. Er konnte nicht erkennen, was da vorging, doch einige Tage später zeigte ihm der Rancher, dass eine Vampir-Fledermaus das Tier attackiert und an einer Stelle hinter dem Ohr sein Blut gesaugt hatte. Von da ab war die Fledermaus jede Nacht wiedergekommen, um erneut an dieser Stelle zu saugen, weil es durch die bereits entstandene Verletzung einfach war. Das Kalb starb daran – wahrscheinlich weniger durch den Blutverlust als durch Verunreinigungen der Fledermauszähne. Doch, sie können auch Menschen anfallen und auf dieselbe Weise töten: nicht, weil sie zu viel Blut absaugen (bis zu 30 Milliliter pro Mahlzeit, das entspricht ziemlich genau einer normalen Blutabnahme für Untersuchungszwecke), sondern nicht selten durch übertragene Tollwut. Bei Graf Dracula dürfte das umgekehrt sein. Da er als kultivierter Mitteleuropäer gewiss seine Zähne putzt, sobald er nach Sonnenuntergang aufsteht, verursacht sein Biss wohl  keine Infektionen. Doch dafür schluckt er, sofern bei gutem Appetit, sicherlich 2-3 Liter pro Mahlzeit. Das verursacht beim jeweiligen Frühstück zumindest Kreislaufstörungen. Ehrlich gesagt kann bereits der Verlust von einem einzigen Liter Lebenssaft tödlich sein. Zuück zur tierischen Fledermaus. Richtig beliebt sind diese Geschöpfe selten. Sie wirken unheimlich, gruselig. Vampir-Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die sich wirklich nur vom Blut anderer Tiere ernähren. Sie können senkrecht an Wänden hochlaufen wie Spinnen und das sieht auch nicht gerade einnehmend aus.  Lichtscheues Gesindel, nachtaktiv, tagsüber hängen sie in Höhlen, Spukhäusern oder verlassenen Schächten überkopf herum, in ihren Umhang – oder vielmehr in ihre Flügel gewickelt. Was mich immer an die Geschichte von den beiden nebeneinander überkopf hängenden Fledermäuse erinnert, von denen die eine fragte: “Fürchtest du eigentlich Demenz im Alter?” “Nein”, sagt die andere, “eher Inkontinenz …” Ja, es gibt auch fliegende Hunde mit ganz sympathischen Köpfchen und manchmal können ihre Babys rührend wirken. Trotzdem, niedlich geht anders. Früher, las ich, hatten Frauenzimmer Angst vor Fledermäusen, weil die sich in ihren langen Haaren verflattern konnten, ein Grund, hysterisch herumzuhüpfen und zu schreien: “Nimm sie weg! Nimm sie weg!” – was leichter gesagt als getan war, wenn Fledermaus wie Opfer, beide wild zappelnd, sich ineinander verknotet hatten. Zwar besitzen Mädchen heutigentags oft wieder sehr langes Haar – doch haben sie meistens keine Angst mehr vor Fledermäusen. Unsere Nächte sind gemeinhin zu hell. Eine Fledermaus benötigt Dunkelheit, um auf die Jagd (bei uns eher Insekten als Kälber) zu gehen. Auch die europäischen, vermeintlich harmlosen Fledermäuse können Menschen beißen, meistens in Notwehr. In Asien und teilweise in Afrika werden sie umgekehrt auch von Menschen gebissen – oder gelten jedenfalls als Delikatesse. Beides, das Gebissenwerden als auch das Verspeisen von Fledermäusen, ist der Gesundheit eher weniger zuträglich. Die Tiere stehen beispielsweise unter Verdacht, Corona unter unsere Spezies gestreut zu haben. Hier ist, bei Alice im Wunderland, ein wenig Lyric über Fledermäuse, dargebracht von einer in die Luft geschleuderten Haselmaus auf ihrem Rückweg in die Teekanne:
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Glücksfaktor: Husche, husche, tiefe Nacht, hat sie sich davon gemacht …
Posted by admin on 15. April 2021

Ein Narzisst ist das Böse an sich

Insofern sollten wir ihn pfleglich behandeln.

Soviel Böses haben wir schließlich nicht mehr. Wir werden zunehmend toleranter und toleranter. Vieles, von dem wir früher zu wissen meinten, das sei bitterböse, betrachten wir inzwischen mit nachsichtigem Lächeln. Wir haben gelernt, zu differenzieren. Die Geschöpfe auf diesem Planeten sind halt verschieden, sie haben ihre Gründe. Wer wollte den Hai verurteilen, der schließlich auch nur Hunger verspürt?

Nachdem uns der Teufel abhanden kam, haben wir eigentlich nur noch den Narzissten.

Immerhin. 

Die Welt benötigt das Böse – wie sonst sollte sich das Gute gegen den dunklen Hintergrund strahlend abheben?

Früher, bevor dieser Begriff Allgemeingut war, riefen wir stattdessen etwa: “Typisch  Mann!” und meinten damit einen miesen, fiesen Egoisten, der andere – vor allem Frauen – ausnutzte, betrog, nicht wertschätzte und ihnen nicht in den Mantel half. (Letzteres hat sich sowieso erledigt.) Mit einem Wort TÄTER. Um ihn herum Opfer.

Doch, manchmal werden inzwischen auch Frauen beschuldigt, narzisstisch zu sein. (Normalerweise fehlen bei diesem Begriff die gewohnheitsmäßigen Gendersternchen).

Aber so richtig überzeugend ist das nicht. Der wahre, der richtige Narzisst ist männlich.

Für ihn existieren keine mildernden Umstände, keine Nachsicht. Er ist einfach böse, Punkt. Er kann auch nicht gebessert oder geheilt werden, zumal er natürlich nicht geheilt werden will – weil er böse ist. Es gibt haufenweise Gebrauchsanleitungen im Internet oder Bestseller-Bücher für das Umgehen oder die Partnerschaft mit einem solchen. Die Lösung beschränkt sich auf ein Wort: Weglaufen! Etwas anderes ist platterdings weder möglich noch angebracht. Ein Narzisst ist ein Narzisst ist ein Narzisst,

Während wir wissen, dass beispielsweise ein Alkoholiker nichts dafür kann und vielleicht alle möglichen Gewaltverbrecher auch nicht, weil sie eine schlimme Kindheit hatten oder andere Entschuldigungen, so gilt für den Narzissten nichts dergleichen. Der kann was dafür.

Es ist politisch völlig korrekt, einen Narzissten anzuklagen oder zu beschimpfen. Welche Erleichterung und Entlastung, dass man hier endlich mal unbesorgt den Schnabel aufmachen kann!

Auch, wer wenig bis gar keine Ahnung von Psychologie hat, erkennt einen Narzissten sofort. Das ist eindrucksvoll. In meiner frühen Jugend, erinnere ich mich, wusste jeder Jüngling auf ähnliche Art, was ‘Komplexe’ sind. Und er konnte einem Mädchen jederzeit erklären, dass sie Komplexe hätte, wenn sie nicht mit ihm ins Bett wollte. 

Noch gibt es, soviel ich weiß, keinen Paragraphen, der Narzissmus verbietet. Jedoch wurde bereits im Tatort mit dem Faktum gearbeitet, dass wir alle wissen, wer hier nun wirklich böse ist. Der Narzisst ist der Mörder – wer denn sonst?

Unser unerträglicher Partner ist zweifellos ein Narzisst, weshalb sonst können wir ihn nicht bändigen? Und unser Chef ist auch einer. Er tyrannisiert uns, wo er kann, er nutzt uns aus, er bezahlt zu wenig. Ein klassischer Narzisst. Wir sind die Opfer und dürfen in diesem Fall wirklich mal jammern, weil wir uns – endlich mal! – alle einig sind: Ein Narzisst ist das Böse. Da kann man gar nichts machen.

Es gibt, wie im Märchen, eine einzige kleine Möglichkeit, ein schmales Tor, durch das er entkommen könnte: Es müsste zugeben, dass er einer ist. Dann ist er, im logischen Umkehrschluss, nämlich keiner. Weil, ein echter würde das nie zugeben. Der ist nicht nur böse, der ist auch vernagelt.

Ich möchte an dieser Stelle behaupten (ich lass gerade mal alle Gerndersternchen weg und betrachte mich einfach nur als Menschen) ich bin kein Narzisst. Auch, wenn es manchmal so wirkt. Ich vermute vielmehr, ich bin ein Soziopath. Aber ein netter.

Glücksfaktor: Nein. Eigentlich nicht.

Posted by admin on 13. April 2021

Am 13. April 1695 starb Jean de La Fontaine

Er wurde 73 Jahre alt, damals ein respektables Alter. In seiner Jugend studierte er ein kleines bisschen Theologie, aber das schien ihn eher zu erschrecken, weshalb er auf Jura umsattelte.

Anstatt jedoch anschließend Jurist zu werden, widmete er sich der Schriftstellerei.

Am Hof des frivolen Sonnenkönigs Ludwig kamen seine Werke gut an – denn sie waren ein wenig ziemlich frivol. La Fontaine verfasste Gedichte, einen Roman und das Libretto zu einer Oper von Lully. Bekannt und berühmt bis auf den heutigen Tag machten ihn allerdings nur seine Fabeln, die meistens von Tieren handeln, die mit einer menschlich verzwickten Welt umgehen müssen.

Als er Mitte zwanzig war, heiratete er eine ‘passende Partie’, eine junge Adlige, mit der ihn so wenig verband, dass sie unterschiedliche Freunde besaßen und unterschiedliche Wege gingen. Immerhin bekamen sie sechs Jahre nach der Hochzeit einen (vermutlich gemeinsamen) Sohn. Einige Zeit später wohnten sie nicht einmal mehr zusammen.

Als La Fontaine ungefähr fünfzig war, begegnete er der großen Liebe seines Lebens, der schönen, gebildeten und klugen Marguerite de La Sablière. Sie wurde zu seiner Mäzenin und besten Freundin, förderte ihn, wo sie konnte und ließ ihn – so wie verschiedene andere Künstler – fast zwanzig Jahre lang in ihrem Palast wohnen.

Leider empfand sie nur Freundschaft für ihn, was er – in gemildertem und charmantem Ton, schließlich war er ein Mann von Welt – in einem Gedicht beklagte, das zur Fabel ‘Der Rabe, die Gazelle, die Schildkröte und die Ratte’ gehört und in dem es heißt, er ermüde nie, die Liebe zu feiern und zu besiegen. Indessen könne sie seinem Herzen keinen Frieden bringen, denn sie, die geliebte Frau, ziehe ja die Freundschaft vor …

Marguerite de La Sablière war begierig auf Wissen. Sie ließ sich in Astronomie, Mathematik und Physik unterrichten und schrieb selbst, philosophische und zeitkritische Schriften.

Es gab einen Mann, den das ärgerte und der Marguerite deswegen angriff: der Schriftsteller Nicolas Boileau. Er verfasste eine frauenfeindliche Satire, in der er Madame de La Sablière und ihresgleichen verspottete.

Man sollte dazu vielleicht wissen, dass Boileau seine Gründe hatte, auf Frauen wütend zu sein: Bevor er erwachsen war, entfernte ihm ein Arzt mit einem eisernen Haken Blasensteine. Dadurch wurde und blieb Nicolas sein Leben lang impotent.

Marguerite de La Sablière verschmähte also La Fontaines Liebe und zog es vor, seine gute Freundin zu sein. Stattdessen genehmigte sich sich im reiferen Alter eine Romanze mit einem minder begabten, etwas jüngeren Dichter, Charles de la Fare. Als sie nach vier Jahren herausfand, dass der alles andere als treu war, brach sie die Beziehung tief enttäuscht ab und geriet in eine Lebenskrise, aus der heraus sie, die Hugenottin, katholisch wurde.

Das passte gerade gut. Auch Ludwig XIV., der Sonnenkönig, wurde praktisch gleichzeitig ganz unerwartet fromm durch das Zusammensein mit seiner neuesten, höchst sittsamen und religiösen Geliebten, Madame de Maintenon. Weshalb er überhaupt keinen Wert mehr auf La Fontaines Frivolitäten legte.

Und der Meister selbst, Jean de La Fontaine, erlitt drei Jahre vor seinem Tod nach einer schweren Krankheit ebenfalls eine religiöse Erleuchtung.

So starben sie allesamt gläubig und in Frieden. Bis auf Nicolas Boileau. Der ging, wie es heißt, verbittert von dieser Welt …

Glücksfaktor: Vorsichtige Ärzte.

(Und ein P.S. zu den Gemälden. Ist es nicht interessant, was Madame de La Sablière für fast männlich derbe, praktische Hände hatte? Und wie sensibel, fein und schlank dagegen die Hände von Nicolas Boileau aussehen?)

 

 

Posted by admin on 12. April 2021

12. April: Einzelkind-Tag

Oder Only Child Day in den USA.

Solange es keine einigermaßen zuverlässigen Verhütungsmethoden gab und solange der Reichtum, die Sicherheit und nicht zuletzt die Altersvorsorge von einer reichen Kinderschar abhing, war ein Einzelkind eher ein Unglück. Zumindest war es ungewöhnlich. Was ungewöhnlich ist, das ist fremd, und Fremdes lehnen die Menschen ab.

In alten Kinderbüchern tauchen Einzelkinder als verschrobene kleine Sonderlinge auf, gern mit Brille vom vielen Zuhausehocken und Lesen, ansonsten ziemlich lebensuntüchtig und vor allem herzergreifend egoistisch. Der Narzist als solcher muss ein Einzelkind gewesen sein.

Über Einzelkinder weiß man, dass sie verwöhnt sind und nicht teilen können.

Ich bin mit dieser Ansicht oft konfrontiert worden und fand sie schon als Kind lächerlich. Ich, Einzelkind, war in der Tat verwöhnt. In meinem Zimmer gab es eine Schublade voll Schokolade, von der ich wenig und selten nahm. Kam eine Freundin zu Besuch, dann gab ich gerne und ohne jedes Problem davon ab. Und ich erinnere mich, dass ich, zu Besuch bei kinderreichen Familien, fassungslos beobachtete, wie dort um Süßigkeiten auf Leben und Tod gekämpft wurde. Zugegeben: sie mussten teilen. Doch es wirkte keineswegs so, als ob sie es gern täten.

Einzelkinder sind inzwischen so ungewöhnlich nicht mehr. Am häufigsten ist derzeit bei uns die Zwei-Kinder-Familie, dann bereits die Ein-Kind-Familie, dicht gefolgt von einem Elternteil mit Kind: Alleinerziehend. Das kommt inzwischen so häufig vor, dass es womöglich einem Kind in dieser Position gar nicht derart viel Schmerzen bereitet, wie gern vorausgesetzt wird.

Ein liebevoller Vater oder eine verständnisvolle Mutter sind im Zweifel angenehmer als zwei eventuell zu strenge oder zu nachlässige, überforderte, lieblose, miteinander streitende Eltern mitsamt einem Haufen von womöglich aggressiven Geschwistern. Bloß, weil Eltern sich nicht scheiden lassen, nur, weil es Bruder oder Schwester gibt, bedeutet das nicht, hier herrscht automatisch Idylle.

Doch an diese Idylle glauben immer noch viele Menschen. Vor allem wird vorausgesetzt, hier handele es sich um den Normalfall. Und normal ist bekanntlich gut.

Gott sprach ganz am Anfang (1. Mose 1): “Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde” – was sicher eine vernünftige Ermahnung war, damals. Inzwischen, bei nahezu acht Milliarden Stück Weltbevölkerung, sollte dieser Aspekt ein wenig zu vernachlässigen sein …

Glücksfaktor: Ich bin ganz einverstanden damit, Einzelkind zu sein.

 

 

 

Posted by admin on 10. April 2021

10. April: Tag der Sicherheitsnadel!

An einem 10. April im Jahr 1849 meldete der amerikanische Erfinder Walter Hunt so ein Metallstück zum Patent an. 

Die Idee war nicht direkt neu; eigentlich war sie sogar uralt. Ein Metallstück zum Durchpieksen und Eingehaktwerden, um Stoff am Körper zu halten, wurde, zusammen mit Bindebändern, seit der Erfindung von Kleidungsstücken benutzt. Erst, als der Knopf erfunden war, im späten Mittelalter, rutschte die Nadel von ihrem Spitzenplatz als Kleiderschließe. Sie trug zwar im Altertum andere Namen (zum Beispiel ‘Fibel’) und war im Vergleich zur schlichten Sicherheitsnadel meistens ein Prunkstück, nach außen getragen und gern gezeigt. 

Walter Hunts Sicherheitsnadel versteckt sich lieber, sie macht ihren Job selbstlos und bescheiden. Vielleicht, weil ihr Erfinder eine ähnliche Persönlichkeit hatte. Hunt neigte dazu, seine eigenen Erfindungen anzuzweifeln und darauf abzuklopfen, ob sie moralisch einwandfrei wären.

Um als Erfinder zu viel Geld zu kommen, braucht es viele neue, zündende Ideen, Dinge, die auch funktionieren und die der Menschheit weiterhelfen – möglichst, aber nicht immer, zum Guten.

Ideen produzierte Walter genug.

Ihm fielen Sachen ein wie die Straßenbahnglocke, eine Dreirad-Variante oder die Rocket-Ball-Patrone für Handfeuerwaffen – eher nicht moralisch einwandfrei …

Um jedoch richtig erfolgreich zu sein und die Früchte des Erfindungsgeistes auch ernten zu können, benötigt man Geschäftssinn und eine gewisse Rücksichtslosigkeit. Daran haperte es bei Walter Hunt erheblich.

Unter anderem hatte er eine sehr gute Nähmaschine entwickelt. Doch die Vorstellung, dass er damit Tausende von armen Nähmädchen um ihren Job bringen würde, hielt ihn davon ab, sie anzumelden.

An eigenem Geld mangelte es ihm obendrein. Hunt hatte 1848 einen Freund um 15 Dollar angepumpt, was ihm sehr auf der Seele lag. Diese Schuld wollte er endlich begleichen. Er saß am Tisch und spielte mit einem Metalldraht, den er hin und her bog. Dabei fiel ihm die Sicherheitsnadel ein, mit Betonung auf Sicherheit.

Denn die Nadelspitze ruhte hinter einem kleinen Riegel und konnte  den Träger so nicht stechen.

Das Patent verkaufte der Erfinder sofort weiter, für die erfreuliche Summe von  400 Dollar. Jetzt konnte er endlich seinem Freund die 15 geliehenen Dollar zurückgeben und behielt noch 385 Dollar übrig.

Der neue Inhaber des Patents allerdings machte damit Millionen.

Bis dahin schloss man Babywindeln, indem man dem Kind den äußeren Stoff fest unter den inneren Stoff rund um die Taille stopfte. Ab jetzt hielt eine kräftige Sicherheitsnadel jede Menge Stoff um den kleinen Popo zusammen. Und wenn Mama sich nicht zu dusselig anstellte und das Kind stach, bevor die Nadel geschlossen war, dann konnte ihm nichts weh tun. Die Sicherheitsnadel war bald so unentbehrlich wie die Windel selbst, ein Riesengeschäft.

Ein weiteres Riesengeschäft war das mit der Nähmaschine. Das machten andere Erfinder, und wirklich wurden Tausende von armen Nähmädchen arbeitslos.

Walter Hunt starb, 61jährig, völlig mittellos. Aber vermutlich mit reinem Gewissen …

Glücksfaktor, in fast jedem Fall: Ideen. Weiterer Glücksfaktor: Talent zur Vermarktung der Ideen.

 

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