Heute

Posted by admin on 14. Juli 2019

Manhattanhenge

Die berühmte 42. Straße liegt in New York City.

Nicht wenig Leute mögen diese Stadt sowieso für den Nabel der zivilisierten Welt halten, die Großstadt an sich, pulsierender, hektischer, spannender als jede andere. Wenn du es HIER schaffst, sang Frank Sinatra, dann schaffst du es überall …

Der Nabel von New York City, zumindest der energetische, ist zweifellos Manhattan. Hier spielt die Musik, hier gibt es einige der höchsten Gebäude und der berühmtesten Theater (natürlich und vor allem am Broadway), den Central Park, das Museum of Modern Art, die Wall Street. Hier gab es die Zwillingstürme des World Trade Centers, die Stelle ist inzwischen neu und anders bebaut.

Eine der wichtigsten und bekanntesten Straßen in Manhattan ist die 42. Über sie wurde ein Film gemacht (1933) sowie ein Musical (1980), sie ist gewissermaßen der Nabel des Nabels des Nabels. Ich habe hier mal einige Nächte in einem Hotel verbracht und litt schließlich an dem Gefühl, ununterbrochen vor Spannung zu vibrieren wie ein Presslufthammer.

Neben vielen anderen gibt es in dieser 42. Straße ein Phänomen, das ‘Manhattanhenge’ genannt wird, in Verwandtschaft zu Stonehenge im alten Britannien, dem berühmtesten Steinkreis der Welt, einem uralter Kultort.

In Stonehenge stehen viele Hinkelsteine (so etwa 42, aber das ist eine Vermutung), derart sortiert, dass an den Sonnenwendtagen das Himmelsgestirn durch eine bestimmte Steinlücke guckt. Es wird noch viel daran geforscht und es gibt noch viel zu entdecken und zu deuten. Auf jeden Fall ist es ein mystischer Ort, an dem spirituelle Feste gefeiert wurden – und immer noch werden. England glaubt gern an das Übernatürliche und ist gut Freund mit Geistern und Mirakeln.

Manhattanhenge wird zweimal im Jahr angestaunt, drei Wochen vor dem längsten Tag, Ende Mai und Mitte Juli. In diesem Jahr war das vorgestern, ab ungefähr halb neun Uhr abends. Die New Yorker nennen es inzwischen den Instagram-Urlaub, weil der Anblick so viele Touristen anlockt, die es fotografieren und die Bilder natürlich posten wollen. Auf Instagram.

Da es freundlicherweise nicht regnete, durften die erwartungsvoll mit Handy und Kamera Herumstehenden ihn genießen: den Sonnenuntergang. Kein Schatten von irgendwoher, was daran liegt, dass diese Straße (so wie ihre Parallelstraßen) exakt von Ost nach West verläuft, ohne die kleinste Krümmung. Man blickt von dort über den Hudson River bis nach New Jersey und kann die Sonne, orangerot, schnurgerade zwischen den Häuserschluchten hinunter in ihr Bett rutschen sehen.

Der typische New Yorker glaubt ziemlich wenig an das Übernatürliche oder an Mirakel. Wenn merkwürdige Sachen passieren oder wenn es eigenartige Übereinstimmungen gibt, dass dürfte er das für Zufall halten.

So ergab es sich zufällig, dass vor ganz genau 42 Jahren, am 13. Juli 1977, am Tag nach Manhattanhenge, in New York City das Licht ausging. Komplett. Die Metropole lag im Dunkeln. Keine Straßenlaternen, keine Fahrstühle, keine Verkehrsampeln, keine U-Bahnen. Klimaanlagen und Tiefkühltruhen nahmen frei, und das war bitter, mitten in einer Hitzewelle. Krankenhäuser schalteten auf Notstrom um. Im etwas preiswerteren Bellevue Hospital gab es den auch nicht mehr und Ärzte und Schwestern bepumpten die Beatmungsgeräte per Hand, um ihre Patienten am Leben zu erhalten.

Damals marodierten viele Bürger. Sie brachen im Schutz der Dunkelheit in Geschäfte ein und bedienten sich. Sie setzten schließlich sogar Häuserblocks in Brand.

Gestern Abend war das nicht so schlimm. Zwar verabschiedete sich wieder – zufällig – am Tag nach Manhattanhenge der Strom, Fahrstühle und Klimaanlagen und so weiter machten Pause, die City lag in Finsternis. Doch die einzig wirkliche Unruhe entstand offenbar durch die Freudenschreie der New Yorker, als das Licht gegen Mitternacht wieder anging. Bis dahin waren alle lieb miteinander umgegangen. Die Darsteller von Broadway-Shows boten sogar Gratisauftritte auf den Straßen, und Bars und Restaurants zündeten Kerzen an …

Glücksfaktor: Ein gesundes Stromnetz


Posted by admin on 12. Juli 2019

Am 11. Juli 1276 wurde ein neuer Papst gewählt

Der Sommer im Jahr 1276 war übermäßig heiß und das Jahr gar nicht günstig für Päpste. Zwei waren bereits gestorben, im Januar Papst Gregor X., im Juni Innozenz V..

Die Kardinäle im Konklave hatten in diesem Juli absolut keinen Sinn dafür, bei der Hitze lange zusammengesperrt zu hocken, bis sie endlich einen neuen Heiligen Vater gewählt hatten. Sie entschieden sich so kurzerhand wie möglich für den hoffentlich nächstbesten, das war der Graf von Lavagna, Ottobono Fieschi.

Ottobono nahm den Namen Hadrian V. an und wurde dritter Papst des Jahres. Für genau 38 Tage. Dann starb, am 18. August, auch er. Möglicherweise an der Folgen der immer noch hohen Temperaturen. Krank war er bereits bei der Papstwahl gewesen. Hadrian V. hätte eigentlich erst einmal zum Priester und dann zum Bischof geweiht werden sollen, um dann die Papstkrönung zu erhalten. Das konnte man nun alles vergessen.

Insofern gab es ab September den vierten Papst des Jahres, einen Portugiesischen Arzt, der als Johannes XXI. immerhin seine Krönung erlebte und auf den Heiligen Stuhl gelangte. Da saß er sieben Monate lang, bis man ihn höheren Ortes anforderte …

Glücksfaktor: Klimaanlagen

Posted by admin on 11. Juli 2019

Eine Einladung

zum Frühstück bei Tante Maren! Ernst sollte extra, extra mitkommen.

Er wusste bisher nicht, dass man auch zu einem Frühstück eingeladen werden kann.

Er hat als kleines Präsent was aus seiner Honigsammlung mitgebracht.

Er bekam ein eigenes Gedeck und eine eigene Stoffserviette mit Bindebändchen drum.

Es gab sooo feine Sachen. Und goldene Eierbecher. Und vorher Orankensaft, gepressten, und mittendrin Kaffee mit viel Milch.

Ernst hatte seinen HSV-Schal (von Tante Lydia) um den Hals und er hat sich die ganze Zeit richtig gut benommen. Er hat nicht zu viel gegessen und nicht zu viel geredet. Und er ist mittendrin nur ein ganz kleines Bisschen eingeschlafen. Tante Maren hat ihn geknuddelt und gemeint, er ist ein lieber Bär.

Und abends hat dann jemand gesagt: “Heute war der Tag für ‘Nimm-deinen-Teddybär-mit-zu-einem-Picknick’.” Dabei haben sie das gar nicht gewusst. Sie haben aus Versehen das Richtige gemacht!

Glücksfaktor: liebe Tanten

Posted by admin on 7. Juli 2019

Jetzt wird dem Löwen das zweite Auge operiert

Immerhin bin ich dankbar, dass ich einen Löwen geheiratet hab und keine Spinne.

Die haben nämlich nicht nur zwei, sondern acht Augen. Das muss man sich bitte mal vorstellen – bis die alle operiert sind!

Glücksfaktor: der richtige Mann

Posted by admin on 6. Juli 2019

Heute schon geschnäbelt?

Am 6. Juli ist nämlich Welttag des Küssens.

Eine überaus gesunde Tätigkeit übrigens: es setzt ungefähr soviel vom körpereigenen Neutransmitter Dopamin frei wie eine Linie Koks und ist normalerweise preisgünstiger. Darüberhinaus schwemmt ein anständiger, leidenschaftlicher Kuss das Glückshormon Endorphin in den Körper, während es das Stresshormon Kortisol hemmt.

Eigentlich merkwürdig, dass in einer derart gesundheitsbewussten Gesellschaft wie unserer nicht viel mehr geknutscht wird! Was mich angeht, ich weiß, wie ich den heutigen Abend verbringen werde.

Glücksfaktor: Jemanden zu kennen, der wirklich was davon versteht …