Heute

Posted by admin on 20. März 2019

Dürfen Bären auf die Buchmesse?

Ernst findet, sie dürfen. Sie müssen geradezu! Er arbeitet ja immer noch an seinen Memmo-Aren. Also!

Wenn er nicht mitdarf, dann verrät er alles weiter, was Mami und Tante Lore sich erzählt haben!

Da meint der Löwe-Papi, zu Erpressern sagt er immer: “Mach doch!”

Hm.

Und wenn Ernst der bravste Bär der Welt ist? Er passt auch lässig in Berbel. Er hat nämlich abgenommen. Und wenn er das Frühstück weglässt, nimmt er nochmal ab. Laura können sie ja hierlassen, die ist sowieso zu klein.

Jetzt heult Laura in der Küche Pfützen.

Ernst! Wenn schon, dann musst du doch dein Teddy-Mädchen mitnehmen!

So. Na gut. Aber dann muss Mami ihr schnell noch ein Kleid nähen. Sie kann doch nicht …

Ernst! Laura ist ein Teddybär! Wer hat denn schon mal was davon gehört, dass Teddybären Klamotten tragen?

Ach? Na gut. Dann darf sie so mit, wenn sie brav ist.

Der Löwe sagt, es ist sowieso nie einfach, Vater zu sein. Und als Löwe Vater von einem Eisbären zu sein, das ist noch etwas komplizierter …

Glücksfaktor: Familienzusammenhalt auch in Patchwork-Familien.

Posted by admin on 18. März 2019

Natürlich wollte Ernst mit nach Kappeln!

War ja wohl klar.

Tante Lore und Onkel Uli treffen. Ernst hat auch Laura mitgehabt. Man reist nicht gerne ohne Bär.

Kappeln ist wahrscheinlich ziemlich hübsch, was man so aus dem Auto sehen konnte. Wasser und Yachthafen und eine dicke weiße Windmühle und so. Aber sooo ein kalter Wind! Da sind sie, sobald sie angekommen sind, sofort ins Café gerannt.

Tante Lore und Onkel Uli waren schon da. Ernst durfte auf Tante Lores Schoß sitzen und bekam Honigeis. Die Leute haben teilweise etwas komisch geguckt, weil so ein weißer Teddy da mit am Tisch gesessen hat. Einige haben auch geschmunzelt.

Mann, die haben geredet, Mami und der Löwe-Papi und Tante Lore und Onkel Uli! Geredet und geredet. Als wär das ab Morgen verboten.

Dann sind alle noch in ein Restorank gegangen. Da war eine sehr nette Serviererin, die hat Ernst gleich an den Öhrchen gestreichelt und gefragt, wie er heißt und so. Dann hat sie gesagt: “Ernst möchte sicher einen Hochstuhl?”

Das war cool. Laura wollte da auch mit drin sitzen. Die Erwachsenen haben weitergeredet. Was die sich alles zu sagen haben, kann man nur staunen.

Nachts sind sie nach Hause gefahren, Ernst und Laura hinten in Berbel und zugedeckt. Die haben auf der Rückfahrt beide schon geschlafen und gar nicht gemerkt, als Löwe-Papi sie ins Bett getragen hat nach dem Ankommen …

Ziemlich neuer Glücksfaktor: Facebook-Freundschaft

Posted by admin on 14. März 2019

Noch mehr Urlaub in Dänemark

In der Nähe unseres Ferienhauses lag ein riesiges Vogelschutzgebiet. Und als der Regen etwas schwächer wurde, sind wir dorthin gerudert. Da stehen Schnabellöffler herum und schwarze und weiße Schwäne, eine dicke Möwe unterhielt sich ganz friedlich mit einigen Krähen und ein Starenschwarm übte Wir-sind-ein-flatterndes-Seidentuch. Ich wollte wissen, wie so viele kleine Vögel es schaffen, eine einzige, bewegliche Wolke zu bilden, ohne, dass einer aus der Reihe tanzt. Der Löwe wusste es: “Mama sagt morgens immer: Dass mir keiner den Schwarm verlässt!”

Eine Weile schwebte ein Reiher ziemlich dicht und ziemlich niedrig neben Berbel her. Offenbar studierte er Menschen und ihre Fahrzeuge. Wir fuhren 60 und er hielt lässig mit – wir fuhren 80 und er blieb an unserer Seite. Dann verlor er das Interesse, beschleunigte ein wenig und flog uns voraus, bevor er abbog. (Übrigens hab ich nirgends einen Hinweis dafür gefunden, dass Reiher normalerweise derart schnell fliegen. Eventuell war dies eine verbesserte oder motorisierte Version.)

Weitere aufregende Ereignisse: Eines Tages, beim Frühstückmachen, sagte der Löwe “Ah, wir haben Besuch.” Da saß auf der Anrichte eine winzige Ameise, die ziemlich verstört wirkte und fragte, ob schon Sommer wäre. Wer mich kennt, weiß, dass ich sie in die Arme nahm und vorsichtig auf der Terrasse absetzte …

Der Löwe las ungefähr acht Krimis und ich hab seit langer, langer Zeit mal wieder SIMS gespielt. Das war nämlich das Einzige, wozu der Laptop sich herabließ. Im Übrigen kam der Schokoladenpudding voll zu seinem Recht und wir haben die erste Staffel von ‘Fargo’ gesehen.

Auf dem Rückweg sind wir über Ribe gefahren, und im Dom klimperte ein Glockenspiel das traurige Lied von der Heiligen Dagmar, die auf dem Totenbett liegt. Da hat der Löwe mich nachdenklich angeguckt und gesagt: “Aber du bleibst noch eine Weile, ja?”

Der Dom ist wunderschön und Riebe pflegt rundherum das Aussehen einer mittelalterlichen Stadt. Das ist nett zu betrachten, auch, wenn es einem beim Aufschauen in die Augen regnet.


Abends waren wir wieder zu Hause. Aber wir lauschten einer Hörkassette, aus der noch lange nicht hervorging, wer eigentlich wen ermordet hatte. Dass Clara gar nicht Clara war, sondern Luise, schwante uns schon, und auch bei Joost schien es sich eher um Konrad zu handeln. Um noch das Ende hören zu können, kauften wir uns ein bisschen Abendessen in einem Imbiss und fuhren eine Weile, kauend und lauschend, durch die Umgebung.

Glücksfaktor: Wenn man gleichzeitig auf dieselben Sachen Lust hat, statt sich auf die Nerven zu gehen …

Posted by admin on 13. März 2019

Wie war denn euer Urlaub in Dänemark?

Tja.

Zunächst mal die Gepäck-Logistik. Es ist eine Herausforderung, eine mittlere Pralinenschachtel wie Berbel vollzupacken mit Handtüchern und Bademänteln und Kartoffeln und Schokoladenpudding und Shampoo und Socken und Hemdchen und Pullovern und E-Book und Laptop und so weiter. (Gut, dass Ernst sich anders entschieden hatte.) Zuerst dachten wir, wir müssten uns eine Zahnbürste und einen Kamm teilen. Aber dann hat der Löwe doch schließlich alles verstaut. Man konnte sogar noch im Rückspiegel die Straße erkennen.

Es ist eine lange Fahrt bis hoch oben an Jütlands Nordseeküste. Berbelchen schluckte Kilometer für Kilometer und der Löwe und ich haben ja letztes Jahr trainiert, lange zu fahren und es immer noch amüsant zu finden.

Das Ferienhaus war wirklich schön, ein toller Pool und ein anregender Whirlpool und eine ziemlich kleine Sauna. (Gut, dass Ernst sich anders entschieden hatte.) Außerdem so was von Seeblick! Vom Wohnzimmer, von der Küche, vom Poolraum: Seeblick! Man konnte gut beobachten, wie es in die Nordsee regnete.

Einmal, ich glaube, am zweiten Tag, hörte es für ungefähr dreieinhalb Stunden auf, zu regnen. Da ist der Löwe 18 Kilometer gelaufen und er konnte hinterher immer noch alles Mögliche. Das ist ein sehr vitaler Mann.

Ansonsten regnete es. Ziemlich sofort kam Sturm dazu und wuchs zum Orkan. Die Natur in all ihrer ungebändigten Schönheit. Eigentlich liebe ich Naturgewalten, und vielleicht bin ich undankbar, aber wenn eine Naturgewalt tagelang pausenlos vor sich hin tobt – dann finde ich es irgendwann nur noch öde.

Die Tische auf der Terrasse wurden dauernd gehoben und rummsten auf die Fliesen zurück. Aus dem Gras krochen Scharen von Regenwürmern, die versuchten, im Haus Obdach zu bekommen. Doch da sie nicht in der Lage waren, anzuklopfen, ertranken sie in den Riesenpfützen. Der Löwe und ich standen beklommen vor der gläsernen Eingangtür und beobachteten Berbel, die hin- und hergerüttelt wurde und sich mit allen vier Rädern in den Kies krallte, um nicht weggeweht zu werden.

Einmal fuhren wir nach Agger an den Strand. Dort steht eine stämmige Steintante mit Kind und Hund, die nach irgendetwas Ausschau hält.

Und dann stand da noch ein einsamer Löwe vor der rauschenden Brandung.

Einmal schien es für einen Moment trockener zu werden, und wir fuhren nach Tisted. Als wir aus Berbel stiegen, beklatschte uns Schneeregen. Das war der Moment, als ich schwermütig wurde.

Der Löwe rettete mich mit einem netten kleinen Gemüsetörtchen in einem Restaurant und erzählte heitere Anekdoten aus seiner Jugend, beispielsweise, wie er mal beinah Rockstar geworden wäre.

Mein Laptop, den ich mitgenommen hatte, um nicht aus dem Worldwideweb zu rutschen, stürzte in einer Tour ab und versprach anschließend, sich selbst zu reparieren – “Schalten Sie nicht ab!” Ich war vom Weltgeschehen abgeschnitten. Wenn so was passiert, kann man wirklich nichts anderes tun, als sich zu erholen.

Und morgen erzähle ich, wie alles ausging und wer überlebt hat

Glücksfaktor in einem verregneten Urlaub: Ein Mann, mit dem man sich jederzeit über alles unterhalten kann…

Posted by admin on 2. März 2019

Ernst hat das gar nicht nötig

Mami hat gesagt: “Hör mal, Schätzchen, du weißt doch, dass der Löwe-Papi dringend Erholung braucht? Ein kleines bisschen Urlaub. Nichts Interessantes, im Gegenteil. Wenn es langweilig ist, erholt man sich besonders gut. Wir fahren nach Dänemark für ein paar Tage …”

“Dänemark!” sagt Ernst und strahlt. Da waren sie früher manchmal, als sein richtiger Papi noch bei ihnen war. Das war immer sooo schön! Da gab es einen Pool zum Baden und Billard und einen Fußballkicker und …

“Nein, also nein”, sagt Mami. “In dem Haus ist kein Billard oder so was. Ein Pool vielleicht, ein kleiner. Aber der Löwe-Papi und ich wollen auch viel reden, du weißt schon, über solche Sachen wie Berufliches. Du würdest dich schrecklich langweilen, Ernstchen.”

“Da würde ich mich besonders gut erholen, hast du eben gesagt – !”, meint Ernst. Ihm wird gerade klar, was da läuft: “Aber ihr wollt mich wohl nicht mithaben?”

“Das ist eine ganz lange Fahrt in der kleinen Berbel, hoch in den Norden, und du weißt ja, in Berbel passt nicht viel rein. Du müsstest die ganze Zeit auf dem Schoß sitzen wie ein Baby-Bär. Aber wenn du jetzt sagst, du möchtest unbedingt mit – dann natürlich. Ich wollte nur sagen, es wäre kein Spaß für dich. Und der richtige Papi möchte dich gern für die Woche bei sich haben.”

“Ach so? Ja. Bei dem bin ich gerne. Mit dem kann ich über alles so gut reden. Und er versteht am allermeisten von Computern. Mehr als jeder andere auf der Welt. Und er spielt so schön Gitarre. Und er kann Kampfsport und ganz prima schießen. Weil er mal Jugendmeister Schleswig-Holstein im Schießen war und so. Musst du keine Angst um mich haben, weil er mich immer verteidigen kann.”

Also geht Ernst zu seinem richtigen Papi, schon zwei Tage früher. Mit seiner neuen Wintermütze (obwohl schon März ist und nicht sehr kalt, aber sie steht ihm so gut) und seinem Teddymädchen Laura. Am ersten Abend kriegt er Grießbrei mit Sauerkirschen. So. Sollen die sich doch ihr Dänemark mit gesundem langweiligem Gerede an den Hut stecken …

Glücksfaktor: Angenehme Alternativen.