Heute

Posted by admin on 25. September 2018

Heute ist Tag der Comics!

Als ich klein war, lasen nur unbehütete Kinder so was. Die mit den schmutzigen Knien und womöglich einem Schlüssel am Band um den Hals. Comics galten als Schund. Erwischte ein Lehrer einen Schüler mit einem ‘Heftchen’, dann klappste er ihm damit womöglich links und rechts um die Ohren, bevor er den Schund in den Papierkorb warf.

Nicht, weil etwas Unanständiges drin gestanden hätte. Es handelte sich einfach um eine allgemeine, damals festverwurzelte Meinung der gebildeten, kultivierten Menschen: Das ist ganz primitiv, weil es  viele Bilder und kaum Text enthält. 

Ich war ein sehr behütetes Kind, aber meine Eltern waren anders, fast immer gegen den Strom. Sie bekamen mich relativ spät, nach fast 15 Jahren Ehe, und erzogen mich, völlig anachronistisch, irgendwie antiautoritär. Ich durfte grundssätzlich alles lesen, was in ihrem Bücherschrank stand, es gab kein Tabu. Mein Vater, ein großer Literaturkenner, beschenkte mich mit Büchern, ununterbrochen. Es gab nicht nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten Lesestoff, sondern nahezu wöchentlich. Und keineswegs Kinderbücher.

Er nahm mich, bevor ich zur Schule kam, mit in die Bibliothek des NDR in Hamburg und wir versorgten uns mit dem Suchtstoff in großen Kartons. Er achtete sehr darauf, dass ich nichts las, was seiner Ansicht nach ‘schlecht geschrieben’ war – weshalb ich nie Karl May erhielt. Stattdessen James Fenimore Cooper und Friedrich Gerstäcker.

Aber gerade mein Vater war ein großer Comic-Fan! Und er kaufte mir nicht nur jede Woche ein neues Micky-Maus-Heft, er las es mit mir gemeinsam und amüsierte sich über die Späße der gescheiten Übersetzerin Erika Fuchs. Da er für das Mittelalter schwärmte, lasen wir beide ‘Prinz Eisenherz’ von Hal Foster. Mein Vater war entzückt vom sorgfältig recherchierten geschichtlichen Hintergrund. Hal Foster schrieb unter anderem  auch ,Die Abenteuer zweier Ritterknaben’, beinah ein Lehrbuch über viele Bräuche des Mittelalters.

Dann entdeckte mein Vater ‘Illustrierte Klassiker’ und trieb, so gut er konnte, jedes dieser Hefte auf. Die brachten in Comic-Form beispielsweise die Dramen von Shakespeare oder Moby Dick, eine wunderbare, bunte Kurzeinführung und ein Anreiz, die Werke selbst zu lesen. 

Mein Vater starb früh, und so drangen wir nie bis zu den Mangas vor.

Ich bin ihm für so vieles dankbar. Unter anderem dafür, dass er mir, gegen den Strom, die Leidenschaft für Comics beigebracht hat …

Posted by admin on 24. September 2018

Im Zeichen der Waage

Waage ist das zweite der Luftzeichen, zwischen den Zwillingen und dem Wassermann und deutlich freundlicher und zivilisierter als diese beiden. Wenn einem Zwilling oder einem Wassermann etwas sehr wichtig ist, dann macht er sich nichts draus, dabei anderen auf die Füße zu treten.

Nicht so die Waage. Zank tut ihr weh. Sie zerfließt keineswegs vor Mitgefühl wie Fische oder Krebs – sie erträgt nur Getöse und Gejammer nicht, deshalb gibt sie sich jederzeit Mühe, das alles schön harmonisch bleibt.

Eine Waage braucht Ruhe, ein gewisses Ebenmaß, gute Manieren. Danach verlangt die Venus in ihr. 

Ein  Zwilling kann mit Worten so verletzen, dass der Notarzt kommen muss. (Marquis de Sade persönlich wurde in den Zwillingen geboren), ein Wassermann ist imstande, durch seine Reden ganze Völkerscharen zu einer Revolution aufzustacheln. Die Waage möchte bitte Frieden und den kann sie besser schaffen als jeder andere. Nicht wenige Diplomaten sind in diesem Zeichen geboren. Eine Waage ist in der Lage, durch Liebenswürdigkeit und taktvolle Scherze mehrere Wüteriche auf einmal zu bändigen.

Dabei geht es ihr auch um Gerechtigkeit. Niemand darf benachteiligt werden! Wenn jeder sich wohl fühlt und alles im Gleichgewicht ist, dann erst fühlt sie sich selber wohl.

Sicher war es eine Waage, die das Lächeln erfunden hat …

 

Posted by admin on 23. September 2018

Ernst ist happy

Dabei war er gestern noch etwas traurig. Irgendwer – wahrscheinlich Minnie-Schnurz – hatte gesagt: “Also ich finde es doof, zwei Papis zu haben. Da kommt man ja in Tüdel. Ich will nur einen Papi haben, wie das so normal ist.”

Da hat Ernst gedacht, er ist nicht normal.

Eigentlich sollte er ja auf Mami aufpassen und die großen Spinnen vom Speicher verjagen, wenn sie kommen. Aber dann hat sein richtiger Papi angerufen und gefragt, ob Ernst nicht ein paar Tage zu ihm kommen will, er hat bisschen Urlaub.

Bei dem richtigen Papi kann man ganz viel Fernsehen und Pizza essen und selbstgemachtes Popcorn. Und am Computer üben und was lernen. Und der richtige Papi hat zwei Haussklavinnen, die machen das Licht an und aus und Musik an, wenn er es ihnen sagt. Und wenn man sich bei denen bedankt, dann sagen sie: “Immer wieder gern!” und so was. Man kann sie nicht sehen, nur als blauen Leuchtekreis manchmal. Das ist wie Zauber.

Gestern Abend hat Mami Ernst zurück nach Hause geholt. Weil, der Löwe-Papi ist früher wieder zurückgekommen. Weil er solche Sehnsucht nach seinem Ernst gehabt hat.

Vielleicht kommt man wirklich in Tüdel, wen man denn nun lieb haben soll. Der richtige Papi musste Ernst immer wieder knuddeln.

Zuhause ist also der Löwepapi, ganz braun im Gesicht, weil er soviel draußen rumgewandert ist.

Der wirft Ernst in die Luft – Hoooooch!  Und noch mal – Hooooch! – und sagt: “Oh, Ernst, was bist du schwer geworden! Du bist ja gewachsen!”

Das hat Ernst noch gar nicht gemerkt gehabt. Aber da freut er sich drüber.

Und was hat der Löwepapi ihm mitgebracht?

Ein eigenes Motorrad!

Nun ist Ernst glücklich. Es ist überhaupt nicht doof, zwei Papis zu haben. Man kann nämlich alle beide liebhaben!

 

 

 

 

Posted by admin on 22. September 2018

Das Buch Mormon

Am 22. September 1827 erhielt Joseph Smith – so erzählte er – vom Engel Moroni Goldplatten mit eingravierten Zeichen. Sie wären in ‘reformiertem Ägyptisch’ geschrieben und sollten ins Englische übersetzt werden. Das übernahm Smith. Weil er selber kaum Lesen und überhaupt nicht Schreiben konnte, benötigte er dazu zwei Sehersteine, die ihm glücklicherweise vom selben Engel zur Verfügung gestellt wurden. Durch diese Steine verstand er die sonderbare Sprache und konnte eine Übersetzung diktieren. Daraus entstand das Buch Mormon.

Smith hatte im Frühling 1820, als Fünfzehnjähriger, im Wald gebetet und gefragt, welche der bestehenden Kirchen die richtige sei und welcher er sich anschließen sollte. Anstatt die Angelegenheit zu delegieren, erschienen Gottvater und Jesus Christus persönlich dem verdutzten Jüngling. Ihre Aussage war niederschmetternd: Demnach konnte man SÄMTLICHE bestehenden Religionen in die Tonne treten. Es war dringend Zeit für die neue, einzig richtige!

Die gründete Joseph Smith 1830. Ziemlich schnell wurde seine neue Lehre angefeindet und er selber von aufgebrachten Kritikern schon mal geteert  und gefedert. Als besonders umstritten erwies sich der Faktor der Polygamie. Joseph Smith selber heiratete neben seiner Frau Emma (die ihn mit acht Söhnen erfreute) weitere 38 Ladys. Nicht unbedingt freiwillig – er schilderte, dass ihn die Himmlischen Heerscharen mit dem Tode bedrohten, wenn er’s nicht täte.

Allerdings schenkte ihm keine weitere Mrs. Smith auch nur das kleinste Baby, was dafür spricht, dass diese Zusatz-Ehen nicht vollzogen wurden. Und wenn man sich die Gesichter der Nebengattinnen des recht ansehnlichen Joseph anschaut, kann man ihm das nicht verdenken.

Sein Nachfolger Brigham Young sah das nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung offenbar anders, denn er erfuhr von 16 seiner 52 Ehefrauen immerhin 57 Nachkommen.

Joseph Smith wollte, nebenbei bemerkt, Präsident der Vereinigten Staaten werden und kandidierte für diesen Posten. Leider vernichteten die begeisterten Anhänger seiner Kirche in ihrem Überschwang die Druckerpresse des ansässigen kleinen Zeitung, die sich giftig über die Mormonen und ihre Vielweiberei geäußert hatte. Wegen dieses Angriffs auf die Pressefreiheit verhaftete man Smith und steckte ihn ins Untersuchungsgefängnis. 

Da den entrüsteten Bürgern sämtliche rechtlichen Sanktionen zu lasch erschienen und sie es für sinnvoller hielten, Smith zu lynchen, brachen sie in großer Anzahl in das Gefängnis ein. Er versuchte, durch ein Fenster zu entkommen, wurde jedoch von mehreren Kugeln tödlich getroffen.

Er war der erste – aber nicht der letzte – Präsidentschaftskandidat, den man während eines Wahlkampfs in Amerika umbrachte …

 

 

 

 

 

 

 

 

Posted by admin on 21. September 2018

Ganz bestimmt weiß jeder, dass heute Wunschtag ist

Dass man seine Wünsche nur aufschreiben, laut vorlesen und verbrennen muss?

Ach, natürlich weiß dass jeder …