Heute

Posted by admin on 10. Mai 2021

10. Mai: Heute ist ‚Räum-dein-Zimmer-auf!‘-Tag in USA

‚Clean-up-your-room!-day.‘ Es könnte sein, dass dieser Tag auf eine Art Ur-Konflikt zwischen Eltern und Kindern hinweist, der womöglich bereits in der Steinzeit getobt haben mag: „Räum bitte sofort die Knochen, Federn und Fellreste in deinem Teil der Höhle auf, Klein-Mammuti, da bricht man sich ja die Haxen!“ Aber die Aufforderung, Ordnung zu schaffen, gilt ja nicht nur für Kinder. Unordnung breitet sich wie eine Art Hautflechten von selber aus, wenn nicht immer wieder aktiv und bewusst überall aufgeräumt wird. So, wie jemand, der sich gründlich gewaschen hat, ja auch nicht von da ab sauber bleibt, solange er nur ruhig in der Ecke sitzt. Leben bedingt Veränderung, auch Verunreinigung – und die Sache macht noch nicht mal vor dem Tod Halt, im Gegenteil. Staub fällt nun mal, er beinhaltet jede Menge Restpartikel des Lebens und des Todes. So ähnlich ist es mit der Unordnung. Stell eine Pillenschachtel auf die Tischecke, in der Absicht, sie bei nächster Gelegenheit an ihren Platz zu räumen – kommst du wieder vorbei, unterhält sie sich mit einem Bleistiftanspitzer, einer Taschenlampe und einer Kuchengabel. Das ist der – ‚Oh, hier ist es sowieso unordentlich, hier kann ich schnell was ablegen!‘ – Effekt. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Moral. Das Schmuddelige und Unkorrekte zieht seinesgleichen an. Dass der ‚Räum-dein-Zimmer-auf‘-Tag gerade im Mai liegt, weist auf die in vielen Kulturen weitverbreitete Sitte des Frühjahrsputzes hin. Soviel ich weiß, gibt es die meisten Scheidungen ebenfalls im Frühling … Manche Menschen schätzen es, wenn man ihnen beim Ordnungmachen behilflich ist. Manche finden nichts schlimmer als das. Einige Leute räumen richtig gern auf und kommen dadurch in gute Laune (meine Mutter war so ein Fall. Für sie war Aufräumen und Putzen DAS Mittel gegen Depression). Andere brauchen Wochen, um sich seelisch darauf vorzubereiten, sich zu überwinden und sich davon zu erholen. Dazwischen liegt schmerzlichste  Aufschieberitis, stolz auf ihren klangvollen Namen Prokrastination. Wer kein besonderes Talent zum Klar-Schiff-machen hat, dem sei gesagt: Die beste Methode, eine Schublade, einen Schrank, ein Zimmer oder Seelenmüll aufzuräumen ist es stets, erst mal alles nach außen zu krempeln bis in die letzte Ecke. Viel wegzuwerfen. Und den Rest mit einigem System wieder einzuräumen … Wenn alles schön geworden ist, Ernst, dann gibt es Vanillepuddling! Glücksfaktor, unbedingt, zumindest, wenn sie hergestellt wurde: Ordnung.
Posted by admin on 8. Mai 2021

8. Mai 1945: Kriegsende in Europa! Und man begann, das Licht zu sehen …

Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands ging er endlich zuende, der Krieg. Über 60 Millionen Menschenleben hatte er gekostet.

Je nachdem, was er ihnen bedeutet und wie sie ihn erlebt hatten, reagierten die Menschen unterschiedlich.

Ich hörte von einem Ehepaar, das sich weinend umarmte und dann gemeinsam ins Badezimmer ging, um sich. in einer Wanne mit warmem Wasser aneinandergeschmiegt, die Pulsadern durchzuschneiden. Für sie war mit dem Krieg auch ihr Leben verloren.

Die meisten Besiegten atmeten jedoch erleichtert auf und begannen, aufzuräumen: Trümmer, Scherben, Vergangenheit, Zukunft. Endlich gab es wieder eine!

Nein, jetzt war ganz bestimmt nicht ‚alles gut‘. Dazu war viel zu viel kaputt, Heimat, Städte (und, ganz nebenbei und damals kaum erwähnt: Natur), Lebensziele, Gesundheit, geplante Zukunft. Geliebte Menschen verloren, viele Möglichkeiten, die es mal gegeben hatte, verschwunden. Grauenhafte Erlebnisse, die man nie vergessen würde. Der Krieg hatte das Hässlichste an den Menschen hervorgeholt, Brutalität und Kälte. Er hatte, nebenbei, auch einigen die Chance gegeben zu Mut und Edelmut, zu Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Liebe.

Etwas hatte lange geschlafen und hob jetzt den Kopf: die Hoffnung.

Meine Mutter, eben aus Berlin nach Hamburg geflüchtet auf einer halsbrecherischen Tour, bei der sie unterwegs durch einen Fliegerangriff auch noch ihre Schwester verlor – meine Mutter gehörte trotzdem zu den Menschen, die ‚vor Glück wie besoffen‘ waren. Endlich keine Sorge mehr um die Zigeuner-Mutter und einige jüdische Freunde. Endlich eine Perspektive. Endlich durfte man ein Kind bekommen, ohne diese Angst, es könnte bei Bombenangriffen oder auf irgendeiner Flucht gleich wieder umkommen. (Ich wartete jedoch noch eine Weile mit meiner Ankunft, bis die Verhältnisse sich angenehmer gestalteten.)

Endlich, übrigens auch, wieder im Radio jeden beliebigen Sender hören und mitsingen, ‚undeutsche‘ Musik, also Jazz oder Swing.

Genau zu diesem Zeitpunkt wurde ein Lied sehr häufig von den englischsprachigen Militärsendern gespielt: ‚I’m Beginning to  See the Light‘, interpretiert von der jungen Doris  Day. Eigentlich, vom Text her, ein Liebeslied. Aber nicht nur für meine Mutter bedeutete der Titel viel mehr, die Momentaufnahme eines Lebensgefühls – es geht endlich weiter! Wir haben das Schlimmste hinter uns! Wir sehen, endlich, endlich wieder das Licht …

Glücksfaktor, einer der größten überhaupt: Frieden.

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Posted by admin on 6. Mai 2021

Am 6. Mai ist Anti-Diät-Tag

Und zwar internationaler.

1992 schuf die englische Autorin Mary Evans Young diesen erfreulichen Feiertag, der hoffentlich unserer Entspannung dient.

Sie selbst hatte nämlich an Magersucht mit allen grausamen Begleiterscheinungen gelitten und hörte nun von einer 15jährigen, die sich selbst umbrachte, weil sie immer noch ’nur in Kleidergröße 40′ passte und einsah, dass sie ihr Leben lang ‚viel zu fett‘ bleiben würde.

Evans gründete eine Kampagne namens Diet Breaker, um darauf aufmerksam zu machen, wie lebensgefährlich Diäten und verdrehte Schönheitsideale sein können, wie gefährlich auch die Verunglimpfung von dicken Menschen, die für faul und dumm gehalten werden und die deshalb beispielsweise größere Probleme haben, gute Jobs zu bekommen.

An diesem Tag sollte man zu enge Kleider entsorgen oder verschenken, statt sie endlos aufzubewahren in der Hoffnung, eines Tages wieder hineinzupassen. Man sollte sich vor den Spiegel stellen und dem Spiegelbild eine Liebeserklärung machen.

Man sollte KEINE Gymnastik treiben und KEINE langen Gewaltmärsche, man sollte KEINE  Schlankheitspillen oder womöglich Abführmittel schlucken, sondern sich in aller Ruhe ein Essen gönnen, das gut schmeckt und das man genießen kann, ohne darauf zu achten, wieviele Kalorien es enthält. 

Am 6. Mai geht es darum, zu erkennen, wie gefährlich jede Übertreibung ist – und  dass ein zu magerer Körper ebenso ungesund und unattraktiv sein kann wie ein zu dicker.

Wenn dann am 7. Mai wieder Diät gehalten werden darf, dann bitte ohne zu hungern oder sich zu kasteien, sondern einfach, indem gesunde, vitaminreiche Kost langsam und bewusst gegessen wird und indem man sich viel bewegt – am liebsten an der frischen Luft!

Glücksfaktor: Zwang und alles Zwanghafte zu vermeiden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Frauen feiern diesen Tag, indem sie ihren Kleiderschrank sortieren und Kleider, die ihnen zu eng sind, spenden. Damit wollen sie sich von den Zwängen der Größen lösen. Außerdem werden an diesem Aktionstag alle Diätprodukte und -kochbücher entsorgt. Den Aktivisten geht es dabei um das Wohlfühlgewicht und nicht um das durch die Medien verbreitete Idealbild, das als nicht erfüllbar angesehen wird. Dazu treffen sie sich am Anti-Diät-Tag auch mit anderen Menschen, um gegen den Schlankheitswahn zu protestieren.

Keine Diäten, sondern gesund essen – hier finden Sie Tipps für richtige Ernährung:

Posted by admin on 4. Mai 2021

4. Mai 1897, Tod der Sophie in Bayern

Das klingt jetzt vielleicht so, als wäre Sophie in Bayern gestorben.

Ist sie aber nicht. Sondern in Paris. ‚Sophie in Bayern‘ war ihr Geburtsname, eine Adelsbezeichnung. Ihre ältere Schwester Elisabeth, in der Familie Sisi genannt und später Kaiserin von Österreich, hatte auch mal als ‚Prinzessin in Bayern‘ angefangen.

Die Eltern von Elisabeth und Sophie waren zwei starke, attraktive Persönlichkeiten, die sich fünfzig Jahre lang nicht ausstehen konnten – sie heirateten, als beide ungefähr zwanzig waren. Es wird behauptet, dass Ludovika nach ihrer Hochzeit mit diesen Herzog Max in Bayern ihren Brautstrauß mit einem Fluch über ihre Ehe und deren Nachkommen von sich geschleudert hat. Nach der goldenen Hochzeit, in den letzten zehn Jahren miteinander, schlossen sie endlich ein bisschen Frieden.

Falls die Sache mit dem Brautstrauß stimmt, hat Ludovika ihren Kindern keinen guten Dienst  erwiesen. Zehn Stück bekamen sie und dieser Max, acht erreichten das Erwachsenenalter und sahen besonders schmuck aus, mit feingeschnittenen, schönen Gesichtern und wahren Wasserfällen von Haarpracht – wie wir zum Beispiel von ‚Sissi‘ wissen. Aber auf ihnen schien ein Fluch zu ruhen – wie wir auch von ‚Sissi‘ wissen. Eine einzige der Töchter, Helene, heiratete aus Neigung und führte eine wirklich glückliche Ehe. Doch ausgerechnet ihr starb der Gatte nach kaum neun Jahren, selbst erst Mitte 30. Die anderen Kinder zeichneten sich durch unfürstlichen Eigensinn und völlig unkonventionelle Ideen aus.

Sophie war die jüngste der Töchter von Max und Ludovika. Sie verstand sich gut mit ihrem etwas merkwürdigen Verwandten, König Ludwig II. – jedenfalls so lange, bis ihre Mutter sich bei ihm erkundigte, ob er es mit ihrer Tochter eigentlich ernst meinte. Bis dahin hatten Ludwig und Sophie in Ruhe ihre Verehrung für Wagner geteilt und ihre Liebe zur Natur.

Portrait of Louis II, King of Bavaria — Image by © Stefano Bianchetti/Corbis

Nun kam dem König das Entspannte in der Beziehung zu Sophie abhanden. Ihm fiel erstmal keine Antwort auf Ludovikas Frage ein.

Woraufhin die ihrer Tochter verbot, Ludwig wiederzusehen.

Woraufhin Ludwig sich nun aber doch mit ihr verlobte.

In dieser Plötzlichkeit vielleicht auch, weil er sich gerade mit seinem bildhübschen Freund Paul von Thurn und Taxis hoffnungslos verkracht hatte.

Er holte im Januar 1867 die neunzehnjährige Sophie in seine Theaterloge, damit jeder sehen konnte, dass sie seine zukünftige Königin war. Und er ließ sich mit ihr als Braut und Bräutigam fotografieren.

Kaum hatte er das getan, erschrak er offenbar ganz fürchterlich und schob jetzt die Hochzeit immer  weiter in die Zukunft, Monat für Monat.

Woraufhin Herzog Max in Bayern den König in einem höflichen Brief aufforderte, seine Tochter nun endlich mal zu heiraten, bevor sie völlig kompromittiert sei.

Woraufhin Ludwig seiner Verlobten einen höflichen Brief schrieb, mit dem er die Verlobung löste.

Was weder Bräutigam noch Vater der Prinzessin wussten: Sophie war genau drei Tage nach dem Verlöbnis einem Engel begegnet. Da viele Fotografien von der zukünftigen Königin gemacht werden sollten, begab sie sich in das Fotoatelier von Franz Hanfstaengl – und da stand er plötzlich, der Engel. Genauer gesagt handelte es sich um Edgar, den Sohn des Fotografen. 

Sein Anblick muss Sophie aus den Söckchen gehauen haben. Die folgenden Monate ihrer in die Länge gezogenen Verlobung mit König Ludwig verbrachte sie vor allem mit dem Arrangieren unendlich geheimer Treffen (mithilfe zweier ihr ergebener Hofdamen) in verschiedenen Schlössern mit dem schönen Fotografensohn. Einige ihrer leidenschaftlichen Liebesbriefe an ihn sind der Nachwelt erhalten geblieben, weil Edgars pietätlose Tochter dieselben keineswegs ungelesen vernichtete, dem letzten Wunsch ihres Vaters folgend, sondern sie veröffentlichte.

Nach der demütigenden gelösten Verlobung ihrer Tochter gab Ludovika sich alle Mühe, schleunigst einen neuen Heiratskandidaten für das Kind aufzutreiben. Der fand sich im Enkel des letzten französischen Königs, Ferdinand Herzog von Alençon aus dem Hause Orléans. Zwar ein echter Prinz, aber eben leider kein Märchenprinz.

Sophie musste sich von ihrem heimlichen Engel trennen. Im Herbst 1868 wurde in Schloss Possenhofen geheiratet. Ein Fürst, der bei der Trauung zugegen war, erzählte später, das ‚Ja‘ der Prinzessin hätte geklungen wie: ‚Wenn’s sein muss‘.

Ihr Gatte, immerhin, war sehr verliebt in seine hübsche Frau, vor allem bewunderte er ihr reiches, kastanienbraunes Haar.

Achtzehn Jahre später, nachdem Sophie zwei Kinder bekommen hatte und zunehmend unter  schweren ‚Melancholischen Zuständen‘ litt, ertrank ihr ehemaliger Langzeitverlobter Ludwig unter mysteriösen Umständen im Starnberger See, was sie sehr aufwühlte. Ihre Depressionen verstärkten sich bis ins Unerträgliche. Zusätzlich erkrankte sie an Diphterie, ihr fielen die Haare aus, auf die ihr Mann doch so stolz war, es ging ihr jämmerlich schlecht.

Im Winter 1886/87 wurde sie in München von einem Doktor Franz Glaser behandelt, der ihr ganz enorm helfen konnte. Sophie, inzwischen eine ältere Dame um 40, bekam wieder ein lebendiges Gesicht und leuchtende Augen. Sie hatte sich in ihren Arzt verliebt. Sie wollte ihn heiraten. Nachdem sie von ihrem Mann geschieden war, versteht sich.

Das war eine genauso hoffnungslose Geschichte wie die mit dem Fotografensohn, doch ebenso leidenschaftlich und romantisch. Doktor Glaser, ebenfalls verheiratet und Vater dreier Kinder, hegte wirklich auch seinerseits die Absicht, alles stehen und fallen zu lassen und mit Sophie ein neues Leben zu beginnen. Bedauerlicherweise befanden die beiden sich für dieses Vorhaben nicht nur in den verkehrten Lebensumständen, sondern auch im falschen Jahrhundert. 

Sophie wurde vor ein Tribunal von vier Ärzten gezerrt, die nach kurzer Untersuchung übereinstimmend erklärten, die Ärmste sei leider verrückt – die genaue Diagnose lautete: ‚Moralischer Schwachsinn‘. Das erklärte alles zufriedenstellend, man brauchte sich nicht mehr besonders über den drohenden Skandal zu echauffieren und konnte die Frau in eine – damals unverblümt so genannte – Irrenanstalt abschieben.

Das entsprechende Sanatorium gehörte einer weltberühmten Kapazität für Sexualpathologie, Professor Richard von Krafft-Ebing. Der hatte mehr Ahnung von sexuellen Abartigkeiten als jeder andere. (Beispielsweise war er es, der herausfand und veröffentlichte, dass Homosexualität im Grunde kein strafbares Verbrechen sei, sondern eine bei richtiger Behandlung heilbare Nervenkrankheit.) Na, und dass Sophies neueste Affäre was mit Sex und Abartigkeit zu tun haben musste, lag ja wohl auf der Hand.

Sophie bekam fortgesetzt Eisbäder verordnet, die ihre durchgedrehte Libido abkühlen sollten. Nach einem halben Jahr war sie mürbe, abgekühlt genug, resigniert, ohne Hoffnung, ihre Situation ändern zu können. Ihre Briefe an Franz Glaser hatte man abgefangen und vernichtet, ebenso seine Briefe an sie, jeden Kontakt unterbunden.

Sie lebte den kurzen Rest ihres Lebens als stille, apathische Gefährtin ihres Mannes und beschäftigte sich damit, Gutes zu tun, eine gebrochene Frau, vorzeitig gealtert. Sie arbeitete an ihrem Testament, verschenkte ’noch zu Lebzeiten‘ verschiedene Gegenstände und plante ihr Begräbnis, wobei sie betonte, ihr Haar sollte geschoren und verbrannt werden.

Als sie fünfzig war, besuchte sie am 4. Mai einen Wohltätigkeitsbasar in Paris. Dieser Basar, gebaut aus Sperrholz, mit bemalten Pappkulissen und einem Baldachin aus imprägnierten Segeltuch, schien wie geschaffen, um zu verbrennen. Das tat er dann auch:  An einem Kinematographen, der das ganz  neue Wunder sensationell bewegter Bilder zeigte, brach Feuer aus und verbreitete sich sofort, vor allem über das Segeltuch an der Decke, im ganzen Gebäude.

An diesem Nachmittag befanden sich mehr als 1500 Menschen innerhalb des Basars, die nach dem Ausbruch des Feuers zum großen Teil in Panik versuchten, aus den wenigen Ausgängen zu entkommen. Unter den ca. 140 Verbrannten gab es eine ganz überwiegend Anzahl von Frauen und Kinder, vielleicht, weil die fliehenden Herren kräftigere Ellenbogen besaßen. 

Überlebende Augenzeugen berichteten später, die Herzogin habe sich nicht um ihre eigene Flucht gekümmert, sondern nur mit sonderbar ergebenem Gesicht vor allem Kindern aus dem Gebäude geholfen.

Wie viele der anderen Opfer konnte auch Sophie nur noch am Gebiss identifiziert werden. Ihrem Wunsch entsprechend war übrigens ihr Haar, makabererweise, wirklich verbrannt …

Glücksfaktor, unbedingt: Heiraten zu dürfen, wen man will!

Posted by admin on 3. Mai 2021

3. Mai: Heute ist der Tag der Sonne!

Nun könnte man einwenden, wieso zum Geier scheint sie dann nicht? Jedenfalls gab es manchen Mai, in dem sie mehr zustande gebracht hat. Dann hieß es, guck mal, die Klimaerwärmung!

Zurzeit heißt es: Guckmal, gibt gar keine Klimaerwärmung.

Unsere Einstellung zur Sonne gleicht häufig immer noch der biblischen Betrachtungsweise. Keineswegs, als wäre sie der Stern, um den unser Planet sich dreht, sondern immer noch, als sei sie ein Licht, das über uns angebracht worden ist, um zu wärmen und zu leuchten. Vermutlich hat sie dabei resigniert festgestellt, dass sie es selten richtig macht. Mal scheint sie zu viel und mal zu wenig, richtig hinhauen tut’s nie.

Beispielsweise hätten wir in diesem März oder April sagen können: Das ist anständig von der alten Dame, sie respektiert den Lockdown. Wieviel mehr würden wir darunter leiden, eingekastelt zu sein, wenn gerade jetzt draußen seidiger Sonnenschein wäre, wunderbare Wärme, brünstiger Frühling!

Hat aber keiner gesagt. Stattdessen mault alles rum über die unzeitgemäße Kälte. Ich hörte, dies sei ein ‚verregneter Frühling‘. Das ist absoluter Blödsinn. Weder regnet es tagelang noch stundenlang. (Was übrigens wünschenswert wäre, die vergangenen drei Jahre waren viel, viel zu trocken.)

Aber der Mensch will gefälligst grillen und er wird unmutig, wenn’s ihm in den Grill regnet. Außerdem will er Sonne.

Zumindest bedingt.

Auch widerum nicht zu viel Sonne – weil wir ja inzwischen wissen, wie ungesund die ist. Man kann sich gar nicht genug abdecken und eincremen, Schutzfaktor 40 ist ja wohl das Mindeste. Eine sehr junge Kolumnistin schrieb kürzlich, Sonnenbänke müssten verboten werden, gesetzlich verboten, weil sie so schädlich sind, ebenso wie die Sonne selbst.

Ich kenne eine alte Dame, die – in Vor-Corona-Zeiten – nur auf eine bestimmte, sanfte Sonnenbank ging, um ihren Vitamin-D-Pegel zu heben. So wirkt ja auch natürliches Sonnenlicht, es regt über die Haut unsere eigene Produktion dieses wichtigen Vitamins an. Allerdings nur, wenn wir uns nicht überall zupanzern und mit Sonnencreme zukleistern, weil wir glauben, eine halbe Stunde Sonne auf der Haut verursacht unabdingbar den schwarzen Hautkrebs.

Ich warte darauf, dass es verboten wird, die ungeschützte Haut der Sonne auszusetzen. Gesetzlich verboten! Die Argumentation wäre ganz einfach: Eine Person, die sich auf diese Art den schwarzen Hautkrebs zuziehen könnte, handelt unsolidarisch an der Gemeinschaft und bürdet ja eventuell allen anderen die Kosten der Behandlung auf.

Dann können wir zwar kein Vitamin-D mehr durch die Aufnahme von Sonnenlicht über die Haut produzieren. Aber das macht nichts. Es gibt in der Apotheke wunderbare Vitamin-D-Präparate, die wir kaufen können. So was bezahlt manchmal sogar die Kasse – vorausgesetzt, man kann nachweisen, dass man bereits an Knochenschwund leidet. Auf diese Art befinden wir uns alle zusammen in wünschenswerter Sicherheit.

Doch das ist eigentlich weit ab vom Thema.

Im Grunde nämlich ist der heutige Tag der Sonnen-Energie gewidmet. Das ist schließlich etwas Anderes. Wenn sie sich bitte darauf beschränkt, in aufs Dach gehämmerte Schindel oder in der Wüste aufgereihte Scheiben zu scheinen, kann sie  eigentlich nur nutzen, ohne viel Schaden anzurichten.

Hoffentlich …

Glücksfaktor: Verbote. Denn ohne Verbote keine Sicherheit.

 

 

 

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