Heute

Posted by admin on 1. Juni 2017

Kreuzfahrt

Letzten November hat zum ersten Mal jemand zu mir gesagt, er will mit mir eine Fahrt auf einem Kreuzfahrtschiff in die Karibik machen. Ich hab vor Schreck überhaupt nicht geantwortet und gehofft, dass es vorbei geht. Ist es auch. Dieses Jahr im Februar hat dann wieder jemand damit gedroht: diesmal Bahamas. Dem konnte ich ebenso entkommen. Gestern erneut dieses Angebot! Ich hab nein gesagt. Die Antwort war lärmendes Gelächter – ein normaler Mensch kann sich nicht vorstellen, dass irgendwer NICHT wild darauf ist, eine Kreuzfahrt zu machen.  Ich will nicht. Ich will wirklich nicht. Ich will auf keinem Riesenschiff sein mit soundsoviel Menschen zusammengesperrt und ohne eigenes Ruderboot um abzuhauen, wenn es mir nicht mehr gefällt. Und ich weiß, dass es mir kaum ein paar Stunden gefallen wird… Mir wird schwindelig wenn ich Fahrstuhl fahre. In Autos muss ich vorn sitzen, damit die Polster sauber bleiben: hinten bekomme ich nach kurzer Zeit den Brechreiz. Fliegen kann ich nur, indem ich Ingwer kaue. Ein Schiff macht mich schon seekrank, wenn ich es nur vom Ufer aus beobachte. Dafür kann ich nichts und daran lässt sich auch nichts ändern. Admiral Nelson, der Britannien vor Napoleon gerettet hat und der sich bei etlichen Seeschlachten allmählich in seine Bestandteile auflöste, war ein sehr tapferer Mann. Er fuhr seit seinem zwölften Lebensjahr zur See und wurde bis zu seinem Tod als gefeierter Seeheld jämmerlich krank, sobald er sich auf einem Schiff befand. Ich weiß nicht, wie man im Zustand äußersten Elends noch strategisch denken kann, aber er konnte es. Ich bewundere Nelson über alle Maßen. Er hegte die Ansicht, um das Vaterland zu retten müsse jeder Mann seine Pflicht tun, und er tat sie. Er wäre jedoch ganz bestimmt nicht zu seinem Vergnügen Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff gewesen…  
Posted by admin on 31. Mai 2017

Liegen für den Frieden

Am ersten Juni 1969 veranstalteten John Lennon und seine nagelneue zweite Ehefrau Yoko ein Bed-In im Hilton-Hotel in Amsterdam. Es kann nicht sehr warm gewesen sein, denn beide saßen in eher winterlicher Nachtgarderobe und meistens zugedeckt im Bett, umgeben vom Schnattern der Kameras der Pressefotografen.

Was mich angeht, ich bevorzuge kleine, kuschelige, exklusive Hotels, am liebsten antike.

Und ich mag lieber männliche als weibliche Japaner. Die dann aber sehr.

Na, das ist alles Geschmackssache…

 

 

Posted by admin on 30. Mai 2017

Ekel

ist eine ganz individuelle Empfindung.

Was dem einen den Magen umdreht lässt den anderen völlig cool.

Ekel ist brutal, doch höchst effektiv dafür anzuwenden, etwas (zum Beispiel eine Abhängigkeit) oder jemanden loszuwerden…

 

 

Posted by admin on 29. Mai 2017

Das Lama

ist ein südamerikanisches Kamel, das auf Höcker verzichtet.

Lamas besitzen lange dichte Wimpern, was sie sanft und milde aussehen lassen würde, hätten sie nicht außerdem aufmüpfige lange gelbe Zähne.

Sie sind beides, freundlich und frech.

In ihrer sanftmütigen Gestalt eignen sie sich zum Therapie-Tier und werden so auch genutzt. Übernimmt allerdings ihre aggressive Charakterseite und sie fangen an, komische kleine Geräusche von sich zu geben, sollte man die weiße Sonntagsbluse aus ihrer Nähe entfernen…

Posted by admin on 28. Mai 2017

Prinzessin Stellabella

machte ihren Zauberkurs. Sie schaffte sich eine Ledermappe und einige Bücher und Hefte an, gespitzte Bleistifte und einen Tintenroller.

Sie lernte, Schokoladenplätzchen in Napfkuchen zu zaubern und Locken in strähniges Haar, ein Lächeln in das Gesicht der Politesse und ein völlig unsichtbares Fliegengitter vor das HSV-Tor.

Nach einem halben Jahr war sie so weit, dass sie mit Verwandlungen beginnen konnte. Stellabella verwandelte den Hausmeister in einen Tintenfisch, den Supermarktbesitzer in einen Wellensittich und sich selbst in eine Tigerin, weil sie dachte, so würde sie Konny wieder näher kommen.

Dann rannte sie aufgeregt zum Spiegel, um zu sehen, ob es gelungen war…