Heute

Posted by admin on 12. März 2017

Prinzessin Stellabella

stand ganz entsetzt vor dem großen Pferd, das aus einem kleinen grünen Frosch geworden war.

“Ach du meine Güte! Hab ich was falsch gemacht?!”

“Nö, ich glaube nicht. Ich bin jedenfalls kein Frosch mehr.”

“Aber – wo ist denn der verzauberte Prinz?”

“Tief hier drinnen”, behauptete Konstanz.

Stellabella seufzte. “Mit dir stimmt was nicht, glaube ich.”

“Natürlich stimmt mit mir was nicht! Was meinst du denn, weshalb ich erlöst werden muss?”

“Aber ich dachte, das wäre erledigt?”

Das Pferd schüttelte die Mähne. “Das wäre ja ein bisschen sehr einfach. Wir sind auf jeden Fall ein Stück weiter. Meine Ohren haben sich lange nicht so gut angefühlt. Sag mal was?”

“Hallo.”

“Ja, großartig! Ich kann dich problemlos verstehen. Außerdem ist die Gefahr, von einem Storch verputzt zu werden jetzt viel geringer. Und meine Perspektive hat sich auch verbessert. Weißt du, man sollte das mit dem restlosen Erlösen vielleicht nicht überstürzen. Lass uns weiter daran arbeiten!”

Stellabella nickte tapfer. “Es wird schon dunkel. Glaubst du, ich könnte auf dir reiten? Wir sollten aus dieser einsamen Gegend rauskommen. Ich brauche ein Bett und du brauchst einen Stall. Ich hoffe, ich kann gut genug reiten, um nicht von dir runter zu fallen…”

“Klar, steig auf. Mensch, hey, ich bin ein Vollblut und sprechen kann ich auch. Vielleicht können wir zusammen eines Tages Rennen gewinnen. Nun guck nicht so bedröppelt. Man könnte denken, du hättest dich mehr gefreut, wenn ich mich vom Frosch in einen Audi a6 verwandelt hätte!”, sagte  Konstanz und wieherte.

Dann ritten sie beide in die Dämmerung…

 

Posted by admin on 10. März 2017

Liebesbriefe

“Nun leg doch mal das Handy weg – hör auf mit diesem Getippel – kannst du dich bitte mal um was Wichtigeres kümmern – ?!”

Was Wichtigeres als ein Liebesbrief? Was sollte das denn sein?

Seit die Babylonier anfingen, Botschaften in Tontäfelchen zu ritzen, wurde diese Fertigkeit nicht nur für geschäftliche Belange benutzt. 

Liebesbriefe können das Schicksal mehrerer Beteiligter (und damit ganzer nachfolgender Generationen) entscheidend beeinflussen. Sie können krank oder gesund machen und notfalls töten. Sie können um den Verstand bringen – vor allem, wenn sie nicht ankommen.

Das war immer so und das bleibt auch so, ganz egal, ob der geliebte Name in Tontäfelchen geritzt war, auf feines Büttenpapier gekratzt oder auf dem Bildschirm oder Display aufleuchtet.

Wichtiger als alles andere auf der Welt…

 

Posted by admin on 10. März 2017

Ein Muster

ist  entweder einfach schön – oder eine Orientierungshilfe.

Sofern Muster regelmäßig sind, machen sie Dinge und Geschehnisse berechenbarer und dadurch weniger beängstigend.

Sind sie jedoch unregelmäßig, kann ein Mensch oder eine Versuchsratte daran verzweifeln.

Ein Muster kann man in sich selber tragen, weil man empfindet, dass es Sicherheit verleiht. Wird so ein inneres Muster vom Knecht zum Herrn, dann ist es nur schwer wieder abzuschütteln…

 

Posted by admin on 9. März 2017

Was macht Musik mit Menschen?

Und was machen Menschen mit Musik?

Ich war gestern Abend bei einem Mann, der Gitarre spielte. Er hatte vorher geduscht, sein Haar war schon trocken, aber ungestylt und fiel weich in sein Gesicht, schwang ganz leicht mit seinen Bewegungen.

Er spielt erst seit einigen Jahren und vertut sich noch hier und da. Es klingt jedoch trotzdem märchenhaft.

Er spielt zärtlich – ich kann es nicht anders nennen.

Und das Instrument gibt es zurück…

 

Posted by admin on 8. März 2017

Prinzessin Stellabella

und der nette Frosch hatten ihre Handynummern ausgetauscht und schrieben sich ab und zu Nachrichten. Der Frosch hieß Konstanz von Wandelstein. Er war so charmant, belesen und humorvoll, wie man nur wünschen konnte.

Eines Tages sprach Stellabella ihn direkt darauf an: “Kann es sein, Konny, dass du erlöst werden möchtest? Du weißt, meine Queste… Wir hatten ja schon mal darüber geredet…”

Konstanz erwiderte, er meinte sich undeutlich zu erinnern, verzaubert worden zu sein. Es bestünden jedoch große Lücken sowohl in seinem Kurz- als auch in seinem Langzeitgedächtnis. “Versuchen wir’s doch einfach, wenn du dich wirklich damit abgeben willst”, schlug er vor.

“Und soll ich dich küssen oder an die Wand klatschen?”

“Ich glaube, es funktioniert beides. Mach, was dir lieber ist…”

Stellabella, die gerade an Herpes litt, warf ihren Freund nicht zu unsanft gegen einen Baumstamm. Es gab eine Explosion und sie musste die Augen zusammenkneifen, weil grüne Fetzen herumsegelten.

Als sie wieder hinschaute, stand vor ihr ein prachtvoller Hengst. “Ähm – Konny?”, fragte Stellabella erschrocken.

“Im Prinzip ja”, antwortete das Pferd.