Heute

Posted by admin on 15. Oktober 2016

Mücke

Eine Mücke ist auch ein Lebewesen und hat eine gewisse Daseinsberechtigung.

Aber nicht in meinem Schlafzimmer.

Angeblich fliegt und sticht und schmarotzt sich ihresgleichen durch den Sommer.

Doch erst im Herbst, wenn es draußen schon dunkelt und drinnen Licht lockt, wird sie meistens richtig penetrant.

Es ist schlimm genug, dass sie Stiche verpasst, die wie verrückt jucken und sich entzünden können. Es ist beleidigend, dass sie uns das Blut raubt – wenn auch in bescheidener Menge. Das Schlimmste jedoch ist ihr Motorengeräusch, dicht am Ohr, kurz nach dem Einschlafen. Wahrscheinlich findet sie es witzig, wie wir dann herumfahren und nach ihr schlagen. Wäre sie ein Segelflieger: ich könnte ihr viel Verzeihen.

Tief befriedigend, dieses sirrende Folterinstrument in einen breitgeschlagenen Blutfleck zu verwandeln. Das ist zwar unser eigenes Blut – aber dann ist Ruhe…

 

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Posted by admin on 14. Oktober 2016

Herbst

Bevor das Laub von den Bäumen fällt, verliert es seine grüne Farbe, weil sich das Chlorophyll abbaut und andere Farbstoffe sichtbar werden. Das sind gelbe und orangefarbene Carotinoide und Xanthophylle. Manchmal auch Anthocyane: das färbt die Blätter rot.

Man sollte meinen, es ist eine enorme Verschwendung, sich derartig zu schmücken, kurz, bevor die Blätter sowieso alle runterfallen.

Aber so denken Bäume nicht…

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Posted by admin on 13. Oktober 2016

Perlen

sind aus Schmerzen gemacht. Ein Fremdkörper oder Parasit drangsaliert das empfindliche Fleisch der Auster, und sie ummantelt ihn mit Perlmutt, Schicht um Schicht, bis er glatt und rund wird und nicht mehr weh tut. Zum Schluss ist aus der Verletzung etwas Kostbares, Wunderschönes entstanden.

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Posted by admin on 12. Oktober 2016

Ein Sohn!

Heute vor 37 Jahren gab es einen milden, goldenen Herbsttag in Hamburg, und ich war praktisch von morgens bis abends mit Atmen und Warten beschäftigt.

Seit Monaten hatte man mich gefragt: “Was soll es denn werden, ein Junge oder ein Mädchen?” und bevor ich antworten konnte, sagten die Leute schon selbst: “Hauptsache, gesund, was?”

Viele redeten mir auch ein, ich würde auf jeden Fall eine Tochter bekommen, ich sei die typische Mädchen-Mutter.

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Kurz nach sieben am Abend war mein Baby da. Der Arzt sagte: “Ein Sohn!!” – und ich atmete ganz tief auf. Ich hatte ihn ja vorher ein paarmal im Traum gesehen, blond und bildhübsch.

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Inzwischen ist er 1.90 groß, aber immer noch blond und bildhübsch. Hat mir seit 37 Jahren nie einen Augenblick Kummer gemacht. Ist immer noch ein ganz großes Glück…

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Posted by admin on 11. Oktober 2016

Entscheidungen

Als Gott den Menschen anfertigte, füllte er nicht nur den Kopf mit Überlegungen und Gedanken, sondern (damit es interessanter wird) auch das Herz mit Gefühlen und Emotionen.

Beide Bereiche liegen nicht selten in Zank und Hader miteinander.

Sie sind wie zwei Parteien mit wortgewaltigen Rednern, und häufig scheinen beide Recht zu haben, je nach dem, wem man gerade zuhört. 

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