Heute

Posted by admin on 30. August 2016

Sonnenfinsternis

In zwei Tagen, am ersten September, gibt es eine. Sie wird von uns aus nicht zu sehen sein. Aber sie findet auf der Erde statt, und da leben wir nun mal. Eine Sonnenfinsternis, das sagt schon ihr Name, hat etwas Düsteres, Beängstigendes. Bei der letzten totalen Finsternis, die wir sehen konnten, am 11. August 1999, stand ich in unserem Garten und bewunderte das sonderbare, immer farbloser und matter werdende Licht – als ein kleiner Singvogel auf meinem Kopf landete und sich, offenbar in einiger Panik, mit seinen Füßen an meinem Haar festkrallte. Ich erklärte ihm mit möglichst ruhiger Stimme, dies wäre nichts Schlimmes und würde wieder vorbei gehen. Ich war sehr gefasst darauf, ein heißes Pfützchen auf den Kopf zu bekommen; das blieb jedoch aus. Irgendwann flatterte der Vogel wieder davon, auf einen Baum. Und dann wurde es ja auch wieder heller. Sonnenfinsternisse dauern normalerweise gar nicht sehr lange. Soviel ich weiß, waren sie früher durchweg schlechte Omen. Ich möchte sie für ein gutes Omen halten. Am ersten September ist natürlich auch Neumond. Denn Neumond wird für eine derartige Finsternis benötigt, ohne geht es nicht. Neumond ist immer eine gute Zeit für einen Neuanfang. Ich bin dafür, zu glauben, dass dieser Tag ein wunderbares Datum für einen enormen Neuanfang ist. Sozusagen ein Neumond mit Ausrufungszeichen… solar-eclipse-1482921_1280      
Posted by admin on 29. August 2016

Möwen

Ich liebe sie.

Wo sie sind, bin ich immer Zuhause.

Vielleicht liegt es daran, dass ich an der Ostsee geboren bin, in Hamburg aufgewachsen und überhaupt häufig in der Nähe großer Gewässer.

Ich weiß, dass sie keinen guten Ruf haben. Man schimpft sie die Ratten der Meere.

Sie sind ohne Zweifel aggressiv und schlecht erzogen, rücksichtslos und frech.

Was sie schreien würde eine Dame zum Erröten bringen, falls sie Möwisch verstünde.

In Südengland haben sie, vor allem vor zwei Jahre, Touristen das Brötchen aus der Hand geklaut und Babys den Schnuller aus dem Mund. Die Menschen gingen teilweise mit Helm an den Strand.

Aber wenn ich wirklich liebe, dann liebe ich bedingungslos und völlig loyal. Ich rede schön, was zu beklagen ist.

Vor langer Zeit hat mich in Canada eine Möwe mit versteiftem Flügel gebeten, ihr beim Sterben zu helfen. Das hab ich getan: ich überredete einen Tierarzt, ihr eine Spritze zu geben (was ein Kunststück erster Ordnung war, denn in Canada helfen Tierärzte keinen Wildtieren), worauf sie in meinen Armen starb. .Auch jetzt kann ich nicht  ohne tiefe Trauer daran denken.

Dieser heisere, selbstbewusste Schrei und ihr anmutiger, eleganter Flug…

Ich liebe Möwen.

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Posted by admin on 28. August 2016

Träume

sind notwendig, um das Leben zu verdauen

sind die Wirklichkeit der Nacht

können so sehr Angst machen, dass man lieber auf’s Schlafen verzichtet

können so schön sein, dass man den ganzen Tag Heimweh danach hat und so schnell wie möglich weiterschlafen möchte

wurden von Siegmund Freud als eine Art archäologischer Ort entdeckt – bis C.G.Jung, der viel mehr davon verstand, ihm den weg nahm

können auch am Tag stattfinden; sie sind die Voraussetzung für Pläne und Absichten

Als ich klein war, wurde ich häufig ausgeschimpft: Du träumst schon wieder! Was soll aus dir bloß mal werden?

Inzwischen heißt es: wo haben Sie nur immer die phantastischen Ideen her?

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Posted by admin on 27. August 2016

Grillen?

Grillen ist das, was hierzulande gemacht wird, wenn wir mehr als 23° erleben dürfen und abends nichts anderes vorhaben. Die Fleischertheke im Supermarkt ist darauf eingerichtet und hält immer mehr in undefinierbarer Pampe  gewälztes Grillgut bereit,

(Man kann, nebenbei, genau so gut Sachen wie junge Maiskolben oder große Champignons wunderbar grillen.)

Aber es gibt natürlich auch Grillen.

Der beste Freund von Pinocchio war eine mit Regenschirm und Zylinderhut. Sie hieß Jiminy Cricket, was eigentlich ein Ausruf ist für diejenigen, die vorsichtshalber den Namen des Herrn nicht unnützlich führen möchten. 

Ich weiß nicht, ob man Grillen grillen kann. Vermutlich kann man.

Ich würde es nicht tun…

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Posted by admin on 26. August 2016

Regen

 

Im Radio höre ich heute morgen den Wetterbericht. Die Sprecherin erklärt, es werde warm, sehr warm, und: “Einige kleine Quellwolken – aber keine Angst: es wird ganz bestimmt nicht regnen!”

Das hab ich schon öfter gehört.

Keine Angst? Was tut Regen? Er verletzt doch nicht.

Zugegeben, dieser Sommer hätte hier bei uns mehr Sonne und Wärme haben können – aber deshalb Angst vor Regen? Als wäre er gefährlich und gesundheitsschädlich?

Die Natur hat normalerweise eine Menge für Wasser übrig.

Ich besitze mehrere Mäntel mit Kapuzen und eine Sammlung schöner, verschiedenfarbiger Schirme.

Ich liebe es, bei Regen spazieren zu gehen.

Es ist nicht einfach nur so, dass es mir nichts ausmacht.

Vielmehr mag ich Regen wirklich besonders gern. Vielleicht rein zufällig sind mir immer bei Regen besonders schöne Dinge passiert. Das Regenfach in meinem Gemüt ist voll angenehmer Erinnerungen…

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