Heute

Posted by admin on 21. August 2016

Wochenende – Wochenanfang

Sonntagabend: das Wochenende, die freie Zeit ist vorbei. Wir bereiten uns auf den Montag vor. Normalerweise ist er nicht sehr beliebt. “I don’t like Mondays”, war die Erklärung der 16jährigen Brenda Ann Spencer, als sie 1979 an einem Montagmorgen mit ihrem Gewehr aus dem Fenster hing und in der gegenüberliegenden Schule zwei Männer erschoss und neun weitere Menschen verletzte. Außerdem versicherte sie, ihre Tat hätte diesen blöden Tag etwas aufgelockert. Bob Geldorf machte einen Hit daraus. Wenn man fröhlichen Radiomoderatoren glauben darf, ist der Anfang jeder Woche eine Zumutung. Dienstags wird getröstet, einen Tag hätte man ja schon rumgebracht. Mittwochs hat man gottseidank die Hälfte geschafft. Über den Donnerstag hilft der Gedanke, morgen sei bereits Freitag. Der Freitag selber scheint als Wochentag eine gewisse Daseinsberechtigung zu genießen, weil er ans Wochenende tippt – fast wird er schon dazu gerechnet. Gelebt wird offenbar nur am Samstag und am Sonntag. Und Sonntagabend bringt das ganze Elend über einen Menschen herein, der nichts als einen Montag zu erwarten hat. Warum eigentlich? Weil dann die Arbeit wieder anfängt. (Sofern man welche hat.) Sind wir eigentlich noch zu retten? office-1575261_1920    
Posted by admin on 20. August 2016

Hasel

Da wir gestern über die ersten Sommeräpfel geredet haben, ist es heute Zeit für die Haselnuss.

Irrtümlich nehmen viele Menschen an, sie wäre im Herbst zu pflücken.

Das stimmt nicht. Wenn der Zodiak sich in der Jungfrau befindet, vom 23. August bis 22. September, ist Haselnuss-Erntezeit. (Manchmal, wenn’s ein heißer Sommer war, schon eine Woche eher.)

Mein Vater hat mir die Leidenschaft für Haselnüsse vererbt.

Während meiner Mutter im voraus die Füße wehtaten, was sie hinderte, mitzukommen, nahm er mich auf seine Schultern und wir marschierten los. Zum einen brauchte er sich dann um die Ausdauer  MEINER Füße keine Gedanken zu machen. Zum anderen erreichte ich mit meinen kleinen Händen wunderbar die Nüsse in den oberen Zweigen, wenn ich so hoch oben saß.

Hasennüsse wachsen unter  Blättern und Ästen, meist in Gruppen von zweien bis zu sechsen, in hellgrünen, zackigen Kleidern. Man braucht Stoffbeutel, um sie alle nach Hause tragen zu können.

Dort sollte man vorsichtig Ohrwürmer und andere Waldbewohner rausschütteln.

Doch, man kann sie schon essen und muss keineswegs warten, bis sie ‘reif’ geworden sind. Sie schmecken unvergleichlich so frisch, und haben eine sehr feuchte, knackige Konsistenz.

Meine Freundin Lydia und ich werden in der nächsten Woche, traditionell, in die Nüsse gehen.

Wir kennen da einige spezielle Wege in Tornesch, wo reiche Ernte zu erwarten ist…

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Posted by admin on 19. August 2016

Apfel

Der Apfel kann nichts dafür – er ist ein Symbol.

In der Bibel ist nur von Früchten (vom Baum der Erkenntnis) die Rede, aber ganz allgemein wird der Apfel für die Angelegenheit mit dem Rauswurf aus dem Paradies verantwortlich gemacht.

Drei Göttinnen des Olymp, Hera, Athene und  Aphrodite, nötigten den armen Paris, Schiedsrichter ihrer äußeren Vorzüge zu sein. Was sollte er der Siegerin geben? Richtig, einen Apfel.Und daraus entstand der Trojanische Krieg.

Wilhelm Tell musste ihn seinem Söhnchen vom Kopf schießen und Schneewittchen blieb ein Apfelbissen im Halse stecken, worauf sie eine Weile im Koma und im Glassarg lag.

Das Apfelsymbol hat etwas von Verführung, hat Bezug zu Erotik, wirkt oft fatal.

Für mich haben Äpfel auch Symbolik. Jedes Jahr, wenn ich auf dem Markt sehe, dass es schon ‘Äpfel der Saison’ gibt, bin ich glücklich. Weil jetzt der Herbst anfängt. Und weil der Herbst mich grundsätzlich glücklich macht.

Außerdem schmecken die ersten Spätsommeräpfel unvergleichlich gut…

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Posted by admin on 18. August 2016

Noch etwas Glück

Glück ist ein Kompliment, das ehrlich klingt

Wenn der Zahnarzt sagt: “Ich kann nichts finden”

Ein freier Fensterplatz im Flugzeug, den man besetzen darf

Traumhaft schöne Schuhe, die aus irgendeinem Grund auch noch bequem sind

Am Kühlschrankgriff abzurutschen, ohne, dass ein Fingernagel abbricht

ein runterfallendes Brot, das nicht auf der Butterseite landet

Ein erlaubter Parkplatz direkt vor der Tür

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Posted by admin on 17. August 2016

Heimweh

Eine Freundin begrüßte mich heute, zurück Zuhause.

Ich erzählte ein wenig, und plötzlich fragte sie: “Hattest du gar kein Heimweh?”

Da fiel mir wieder ein, was ich oft vergesse: ich hab ein Heimweh-Defizit.

In der Gegend fehlt mir was. Ist das charakterlos? Ist das kaltschnäuzig?

Beides ist mir vorgeworfen worden.

Als ich sehr klein war, konnte meine Mutter mich problemlos zu allen möglichen Leuten bringen, wenn sie etwas zu erledigen hatte. Ich weinte nie, ich klammerte mich nicht an ihr fest. Ich interessierte mich für die neuen Menschen und assimilierte mich in kürzester Zeit. Winkte meiner sich verabschiedenden Mutter kurz zu, ohne hinzugucken. Das war sehr praktisch für sie, aber sie war trotzdem beleidigt.

Ist man treulos, wenn man kein Heimweh empfindet?

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