Heute

Posted by admin on 26. August 2016

Regen

  Im Radio höre ich heute morgen den Wetterbericht. Die Sprecherin erklärt, es werde warm, sehr warm, und: “Einige kleine Quellwolken – aber keine Angst: es wird ganz bestimmt nicht regnen!” Das hab ich schon öfter gehört. Keine Angst? Was tut Regen? Er verletzt doch nicht. Zugegeben, dieser Sommer hätte hier bei uns mehr Sonne und Wärme haben können – aber deshalb Angst vor Regen? Als wäre er gefährlich und gesundheitsschädlich? Die Natur hat normalerweise eine Menge für Wasser übrig. Ich besitze mehrere Mäntel mit Kapuzen und eine Sammlung schöner, verschiedenfarbiger Schirme. Ich liebe es, bei Regen spazieren zu gehen. Es ist nicht einfach nur so, dass es mir nichts ausmacht. Vielmehr mag ich Regen wirklich besonders gern. Vielleicht rein zufällig sind mir immer bei Regen besonders schöne Dinge passiert. Das Regenfach in meinem Gemüt ist voll angenehmer Erinnerungen… leaf-733739_1920    
Posted by admin on 25. August 2016

Vor-Urteil

Wir neigen dazu, eine Meinung zu haben.

Es handelt sich dabei um einen unwillkürlichen Reflex, der nur schwer zu unterdrücken ist.

Wir urteilen, kaum, dass wir etwas gesehen oder von etwas gehört haben.

Wir ordnen es ein, in gut oder böse, brauchbar oder überflüssig, erfreulich oder unangenehm. Oft ist das einfacher, wenn wir über den betreffenden Faktor gar nicht so viel wissen – genauere Kenntnis trübt das Vorurteilsvermögen.

So wissen wir, dass der Wolf böse ist  (er ist kein Vegetarier) die Schlange heimtückisch  (warum macht sie bei der Fortbewegung keinen gebührenden Lärm?) und der Schmetterling leichtsinnig und oberflächlich (flattert rum und lutscht  an immer neuen Blüten).

Im Vorurteil treffen wir uns mit vielen Anderen, die ebenfalls keine Ahnung haben, aber eine Meinung.

Das bewirkt ein angenehmes Gefühl von Zusammengehörigkeit…

 

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Posted by admin on 24. August 2016

Enttäuschung

Eine Enttäuschung, heißt es, sei etwas sehr Positives: das Befreien von einer Täuschung.

Komischerweise fühlen wir uns nach einer Enttäuschung trotzdem meistens nicht besonders gut.

Schön, wir sind der Wahrheit näher gekommen. Wir wissen, für einen bestimmten Bereich, wie es wirklich ist. Können wir jetzt tief durchatmen und breit lächeln?

Meistens nicht.

Es fühlt sich kein bisschen gut an, enttäuscht zu werden. Es hat die Qualität von einem wunderbaren, duftenden, hoch aufgebäumten Soufflé, das uns einen Moment mit Glück und Stolz erfüllt, wenn es aus dem Ofen kommt – um dann zu einer platten, unscheinbaren Angelegenheit zusammenzusinken.

Dieses abgesackte Soufflé mag die Wahrheit sein, deshalb ist es trotzdem hässlich.

Es gibt eine gute Methode, Enttäuschungen zu vermeiden: man darf nichts erwarten.

Dann bleibt der Schmerz aus, wenn sich Erwartungen nicht erfüllen.

Vielleicht sollte man auch nur Negatives erwarten. Folgt dann eine Richtigstellung, kann sie nur angenehm sein.

Nach dieser Devise leben wirklich manche Menschen. Sie erwarten überhaupt nichts – oder nur das Fiasko.

Es ist selten erfreulich, mit ihnen zu tun zu haben…

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Posted by admin on 23. August 2016

Nochmal Sehnsucht

Heimweh, haben wir gelernt, ist ein typisch deutsches Wort, und vielleicht sogar ein besonders deutsches Gefühl.

Und Fernweh? Ist das auch typisch deutsch?

Diese ganze Sehnerei, die darauf hinausläuft, nicht hier bleiben zu wollen, sondern unbedingt woanders zu sein?

Ich weiß, ich habe bestritten, daran zu leiden.

Aber manchmal beutelt es mich doch…

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Posted by admin on 22. August 2016

Schlaf

Was lebt, muss sterben, so viel steht fest.

Muss, was lebt, auch schlafen? Oder zumindest träumen?

Es sieht so aus, als wäre das lebensnotwendig – obwohl die Schlafforschung eine vergleichsweise junge Wissenschaft ist, noch nicht viel weiß und mehr vermutet.

So scheint es Tiere wie Hühner oder Pinguine zu geben, die nur mit einer Gehirnhälfte zurzeit schlafen und die dabei auch nur ein Auge schließen.

Warum müssen wir überhaupt schlafen?

Weil dieser Planet ein Ort der Dualität ist? Weil es hier nun mal Tag und Nacht gibt, Hell und Dunkel, Wachsein und Schlaf?

Ist es notwendig, zu träumen, um unsere Erlebnisse und unser Gemüt zu ordnen?

Üben wir uns darin, tot zu sein? Und ist das notwendig, um zu leben?

Schlafentzug ist eine Foltermethode und kann sogar zum Tode führen.

Schlaf heilt, psychisch wie physisch. Schlaf regeneriert. Schlaf stärkt die Abwehrkräfte.

Schlaf macht schön und heißt dann ‘Schönheitsschlaf’.

Wer schläft, sündigt nicht. Und wenn er noch so böse träumt…

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