Heute

Posted by admin on 15. September 2018

Es ist ungut, ständig über die Menschen als solche zu meckern

Sie besitzen durchaus nette Eigenschaften und bringen sie manchmal sogar zur Anwendung.

Menschen können mitfühlend sein und hilfreich, regelrecht aufopfernd. Sie können klug sein und humorvoll und warmherzig. Manchmal muss man sie einfach lieb haben und ich denke, der Herr blickt dann lächelnd auf den Knalleffekt seiner Schöpfung.

Doch es gibt mit Sicherheit ebenso Zeiten, in denen er sein Haupt verhüllt. Ich rede jetzt gar nicht von Krieg und Mord und Totschlag, von Raffgier und Geschmacksverirrungen.

Menschen sind Ferkel.  Und das wird den rosigen Babys von Schweinen wirklich nicht gerecht.

Man muss sich mal einen normalen Camping- oder Grillplatz am Ende des Sommers anschauen, die Dinge, die das Meer anspült, so manche Waldlichtung, in der Sperrmüll abgeladen wurde.

Menschen besitzen eine sonderbare Neigung, Schmutz, Unordnung und Chaos zu hinterlassen. Sie markieren ihr Gebiet nicht, sie müllen es zu.

Ich las, dass unseren schönen blauen Planeten eine Wolke von Plunder und Abfall umschwebt, in der geschätzten Gesamtmasse von etwa 6300 Tonnen. Das haben wir geschafft in knapp 60 Jahren Raumfahrt.

Eventuell hat das immerhin den positiven Effekt, dass böse Außerirdische vom Anlanden abgehalten werden wie Diebe von den Glasscherben auf einer Mauer. 

Oder sie wenden sich einfach angeekelt ab …

Posted by admin on 14. September 2018

Das ist sooo gemein!

Der Löwe-Papi sagt, Ernst darf nicht mit auf die Wanderung.

Erst sagt er immer, sie sind Freunde und sie sind die Männer im Haus und so was.

Und dann: Nein, Ernst darf nicht mit.

Das ist soo gemein.

Er kriegt auch Sosolade.

Interessiert ihn nicht.

Löwe-Papi bringt ihm auch was Schönes mit.

Will er gar nicht haben.

Ernst muss doch bitte einsehen, dass er einfach nicht so weit laufen kann mit seinen kurzen Beinchen.

Dann könnte man ihn ja tragen, immerhin?

Nein, sagt Löwe-Papi. Das geht nicht. Und selbst, wenn er zu den anderen Wanderern sagen würde: “Das ist mein voller Ernst!” würden die das nicht verstehen.

Na und? Dann würden die das eben nicht verstehen …

Ernst ist ja ein großer Junge und weint nicht mehr. Höchstens ganz etwas.

Da sagt Löwe-Papi: “Die Mami bleibt doch auch Zuhause. Und die braucht jemand, der ihr hilft, mit allem klar zu kommen. Oder stell dir vor, Ernst, wenn was Schreckliches passiert und sie ist ganz alleine!”

“Was denn so?”

“Also, wenn die großen Spinnen vom Speicher runter kommen zum Beispiel.”

“Glaubst du, die kommen runter?”

“Nein, eigentlich nicht. Aber wenn sie Angst hat davor und es ist niemand da, der sie beschützt?”

Hhhmmm …

“Und du bringst mir ganz bestimmt was mit?”

“Versprochen.”

“Gut”, sagt Ernst und schnupft die Nase hoch. “Dann bleib ich hier und passe auf …”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Posted by admin on 13. September 2018

Bei jedem Atemzug, den du machst, beobachte ich dich

1983 nahm die Gruppe Police mit ihrem Sänger Sting einen Song auf, der musikalisch recht einfach daherkam, dessen Text allerdings sehr interessant zu sein schien.

Sting komponierte das Lied am Ende seiner ersten Ehe. Er beschreibt die Besessenheit einer besitzergreifenden Liebe, vielleicht sogar die Gefühle eines Stalkers:

Bei jedem Atemzug, den du tust
Jeder Bewegung, die du machst
Jeder Bindung, die du brichst
Jedem Schritt, den du gehst –
Ich werde dich beobachten.

Jeden einzelnen Tag
Bei jedem Wort, das du sagst
Bei jedem Spiel, das du spielst
In jede Nacht die du verbringst
Ich werde dich beobachten

Oh, kannst du denn nicht verstehen,
Dass du mir gehörst?
Wie mein armes Herz wehtut

Bei jedem Schritt, den du gehst
Mit jeder Bewegung, die du machst
Jedem Versprechen, das du brichst
Jedem Lächeln, das du heuchelst
Jeder Forderung, die du stellst:
Ich werde dich beobachten

Seit du gingst, bin ich rettungslos verloren
Ich träume nachts und kann nur dein Gesicht sehen
Ich seh mich um und kann dich durch nichts ersetzen
Ich friere so und sehne mich nach deiner Umarmung
Kann nicht aufhören zu weinen,
Baby, Baby, bitte!
Oh, verstehst du nicht, dass du mir gehörst?

Das Lied wurde der erfolgreichste Song des Jahres 1983, hielt sich in den amerikanischen Charts  mehr als acht Wochen auf Platz 1, in England elf Wochen lang.

Zu Stings Entsetzen jedoch entwickelte er sich schnell zu einem Hochzeits-Hit. Unzählige Paare ließen sich ‘Every Breath You Take’ verträumt lächelnd am Altar spielen. Kaum jemand schien zu begreifen, was hier eigentlich ausgesagt  wurde, nahezu alle fanden es schrecklich romantisch.

Ein Riesenmissverständnis und ein Beispiel fürs flüchtige Hinhören.

Tatssächlich beklagt sich der Sänger über den emotionalen Würgegriff einer misstrauischen, possessiven Partnerin.

Allerdings kann man, bei Licht betrachtet, Stings damalige Ehefrau Frances eine gewisse Berechtigung zur genauen Beobachtung zubilligen: Sie selbst hatte gerade das zweite Baby mit Sting bekommen, doch er zeigte inzwischen das größte Interesse an ihrer direkten Hausnachbarin Trudie – mit der er sofort nach der Trennung von Frances eine solide Beziehung begann, die immer noch andauert und vier Kinder hervorgebracht hat …

 

 

 

Posted by admin on 12. September 2018

Am 12. September 1840 konnten Robert Schumann und Clara Wieck endlich heiraten

Sie mussten dazu vor Gericht gehen und sie hatten sich jahrelang gequält mit Sehnsucht und Herzeleid. Das war sehr romantisch und traf den kulturellen Kern der Zeit: Schumann war schließlich einer der bedeutensten Vertreter der romantischen Kunstform.

Der Fels im Weg zu ihrem Glück bestand aus einer Vaterfigur. Friedrich Wieck, Musikalienhändler nebenbei (denn er konnte ausgezeichnet rechnen) und in erster Linie Musikpädagoge. Er hatte sein talentiertes Töchterchen nicht von klein an zu einer der hervorragendsten Konzertpianistinnen – anfangs noch als ‘Wunderkind’ – erzogen, um sie an einen unzuverlässigen, haltlosen Träumer wie Schumann zu verlieren! 

Robert war selbst Klavierschüler bei Wieck gewesen. Er hatte sogar in dessen Haus gewohnt und die kleine, damals schon berühmte Clara kennengelernt, als sie elf Jahre alt war. Sie verstanden sich gut, der junge Mann und das kleine Mädchen. Als Clara sechzehn war, wurde Liebe daraus.

Wieck kannte den sensiblen, komplizierten Schumann inzwischen zu gut, um nicht zu argwöhnen, dass er seine Tochter kaum sehr glücklich machen könnte. Er sagte nein, er brüllte Nein! – nicht, solange er es verhindern könnte!

 

Doch die Gerichtsbarkeit entschied, das junge Paar möge heiraten. Das taten sie dann auch, einen Tag vor Claras 21. Geburtstag. Die romantische Geschichte hatte ein Happyend.

In Tagebuch der Woche nach der Hochzeit notierte Robert Schumann: “Ereigniße nur wenige – Glück die Fülle.”

Und wurde sie nun so unglücklich, wie ihr Vater befürchtet hatte?

Sie bekamen acht Kinder, sie komponierten manchmal gemeinsam. Doch er verbot ihr schon mal ganz gern das Üben auf dem Klavier, weil es ihn am Komponieren hinderte.

Als es ihnen wirtschaftlich weniger gut ging, machte Clara einige Konzertreisen, von Robert begleitet. Er erlebte, der Mann an ihrer Seite zu sein, was seinen Stolz verletzte. Einmal fragte ihn ein Ignorant aus dem Publikum, ob er sich denn ‘auch mit Musik’ beschäftige?

Wo er konnte, unterband er also ihre Klavierauftritte. Sie fügte sich: Damals fügte sich ein gutes Weib grundsätzlich ihrem Mann. Aber sie litt, denn eigentlich war sie die geborene Rampensau.

Die Ehe von Robert und Clara Schumann dauerte 16 Jahre. Sie war jedoch bereits nach vierzehn Jahren vorbei, als er im Februar seinen Ehering in den Rhein schleuderte und hinterher sprang, nur mit Schlafanzug und Morgenrock bekleidet. Man fischte ihn wieder auf und brachte ihn in eine Nervenheilanstalt. Dort verbrachte er die restlichen Jahre seines Lebens.

Clara begegnete ihrem Mann in dieser Zeit nur noch ein einziges Mal, wenige Tage vor seinem Tod.

Sie lebte noch vierzig Jahre, nun wieder die berühmte Pianistin, immer auf der Bühne trotz der acht Kinder. Sie argumentierte, die Not zwänge sie dazu. Man bewunderte die tapfere Frau. Nicht selten erhielt sie finanzielle Zuwendungen. Aber trotzdem spielte sie, tapfer, weiter Klavier. Und es lag nicht zuletzt an ihr, dass Robert Schumanns Werke immer bekannter und berühmter wurden.

Sehr viel später stellte sich heraus, dass die Witwe Schumann ausgesprochen vermögend gewesen war …

 

 

 

 

 

 

Posted by admin on 11. September 2018

Aus Liebe gegen Dankbarkeit

Ich habe einige Bekannte und speziell zwei Freundinnen, die arbeiten nur ehrenamtlich und zwar an die 40 Stunden pro Woche. Das, was sie tun, machen sie gerne und ausgezeichnet. Aber es ist nicht so, dass sie den Gedanken verabscheuen würden, dafür eine angemessene Bezahlung zu erhalten.

Indessen haben sie sich damit abgefunden, nichts für ihre Mühe zu bekommen.

Nichts? Ach doch. Beide werden angestrahlt und bewundert und womöglich als Vorbild hingestellt. Sie sind öfter in der Zeitung abgebildet. Sie erhalten Auszeichnungen wie etwa das Bundesverdienstkreuz für all ihr Tun!

So gesehen liegt der Lohn in der wunderbaren Energie, die sie selber kassieren. Sie geben Liebe, sie bekommen Dankbarkeit. Und diejenigen, die für sich arbeiten lassen, ohne Geld dafür zu geben, haben nun mal keins. Sagen sie.

Hat übrigens jemand Interesse daran, für mich zu putzen? Ehrenamtlich?