Heute

Posted by admin on 25. Januar 2019

Schal oder nicht Schal?

Ein heißblütiges, hartes Mannsbild braucht keinen Schal, auch nicht bei großer Kälte. Im letzten Winter hab ich dem Löwen einen geschenkt. Selber gestrickt, braun, sportlich und männlich. Er verabschiedete sich auf dem Bahnhof von mir und mir fiel auf: “Du hast ja gar nicht den Schal um?”   “Brauch ich nicht!”, erklärte er. Klang sehr überzeugend. Anschließend schrieb er eine bewegende Geschichte darüber, wie er durch das nächtliche, tiefgefrorene Köln marschierte, von Bahnhof zu Bahnhof, in klirrender Kälte, bei eisigem Wind, und dabei dachte: eigentlich hat die Katze doch recht gehabt mit dem Schal … Oder so ähnlich. Und dann bekam er folgerichtig eine feine Bronchitis, mit der er mich bei unserem nächsten Treffen ansteckte. Tja. Nun ist es wieder kalt. Der Löwe musste gestern zum Dienst und war schon fast aus der Tür, als ich vorschlug: “Willst du nicht vielleicht doch einen Schal umbinden?” “Brauch ich nicht!”, mit Zusatzerklärung: “Ich kann meinen Kragen hochziehen.” “Aber ich hab erst vorhin gelesen, dass ältere Leute sich am besten einen Schal vor den Mund halten sollten bei großer Kälte?” “Ja”, sagt der Löwe, “Ältere Leute. Damit ihnen nicht die Prothese rausfällt.” Wupp, weg ist er.   Glücksfaktor: Mann mit Humor        
Posted by admin on 24. Januar 2019

Bloß keine Komplimente!

Heute, am 24. Januar, ist der Tag der Komplimente.

Das kommt natürlich aus Amerika, dem Land der Schleimer.

Kürzlich hat mir jemand gesagt, Komplimente sind sowieso aus der Mode. Dieses gegenseitige Beweihräuchern – wozu? Bloß, weil es glücklich macht?

Beziehen sie sich auf äußere Reize, zeugen sie von Oberflächlichkeit. Wir leben sowieso alle im Schönheitswahn. Der Gelobte entgleist in Eitelkeit und wir sind et schuld.

Wer andererseits Lobhudeleien rauslässt über Charaktereigenschaften – der will sich bestimmt einschmeicheln und das Opfer irgendwie aufs Kreuz legen. Weiß man ja.

Komplimente schließlich, die sich auf Fertigkeiten beziehen, sind eher schädlich. Sag jemandem, wie gut er staubsaugen kann, und beim nächsten Mal rückt er aus Selbstgefälligkeit die Sessel nicht mehr beiseite.

Was wir brauchen, ist vielmehr viel mehr Kritik! Das erfrischt, wirkt immer ehrlich und stachelt den Ehrgeiz im Kritisierten an. Manchmal muss man überhaupt nicht verbal meckern. Es reicht völlig, durch Schweigsamkeit und kühle Missachtung merken zu lassen, dass jemand verkehrt drauf ist. Da darf er sich ruhig den Kopf zerbrechen, was er eigentlich angestellt hat.

Manche Menschen kann man nicht mit einem Schlag völlig niedermachen. Es ist jedoch möglich, ihr schwer erträgliches  Selbstvertrauen zu erschüttern und auf die eigene Zierlichkeit zurechtzustutzen. Es empfielt sich, Lob mit Tadel geschickt zu mischen, etwa: “Du magst ganz hübsche Augen haben, aber du besitzt Hautporen wie ein Salatsieb!”

Glücksfaktor: Immer offen zu sagen, was man denkt. Jedenfalls das Negative. Da richtet man jedenfalls keinen Schaden an …

 

 

 

 

 

Posted by admin on 22. Januar 2019

Antworten, bitte!

Heute, am 22. Januar, ist “Beantworte-die-Fragen-deiner-Katze”-Tag.

Eine sinnvolle Einrichtung, die verhindert, dass eine wissbegierige Katze mit einem Haufen ungelöster Probleme alleine bleibt.

Katzenfragen beschäftigen sich hauptsächlich mit: “Wieso kann ich eigentlich nicht …?” Bezogen auf Nahrungsmittel oder Lieblingssessel, die unverständlicher- und ungerechterweise jemand anderes beansprucht.

Die angemessene Antwort dürfte lauten: “Aber du darfst doch! Verzeih das Missverständnis …”

Dazu käme bei sportlichen Katzen etwa die (überwiegend theoretische) Frage: Weshalb gilt es als anerkannt und lobenswert, Mäuse zu fangen, während die Jagd auf Singvögel – schwieriger übrigens – Missfallen erregt?

Eine gute Antwort in diesem Fall: “Ich bitte dich, was willst du überhaupt mit dieser Art von Beute? Hier ist ein neues Federbällchen zum Jagen und gleich gibt es die erlesene Lachsforellen-Terrine, die schmeckt sowieso besser als eine zähe alte Amsel!”

Glücksfaktor: die Katze als solche. Selbst, wenn sie fragt.

 

 

 

Posted by admin on 21. Januar 2019

Das erste Auto

Meins war ein kleines rotes Fiat-Cabrio und das größte Miststück von einem Fahrzeug, das ich je erlebt hab. Es ließ beispielsweise plötzlich während der Fahrt ein Seitenfenster nach unten rutschen, aus reiner Bosheit. Manchmal versagten ihm sogar die Bremsen, glücklicherweise nie in wirklich gefährlichen Situationen. Wir sahen nett miteinander aus, aber wir hatten ständig Streit.

Nie wieder hat mich ein Wagen annährend so geärgert wie dieser erste …

Glücksfaktor: Überhaupt fahren zu können. Das mache ich nämlich furchtbar gern und normalerweise entspannt es mich.

Posted by admin on 17. Januar 2019

Fieberhitze ist gesund …

… las ich eben im Internet. Eine völlig neue Erkenntnis, Anfang des Jahres 2019.

Chinesische Forscher fanden heraus, Fieber hilft  dem Immunsystem, Krankheitserreger zu bekämpfen. JETZT ist es wissenschaftlich festgestellt!

Das wussten wir schon mal, oder? Früher, als zu starkes und zu langes Fieber gedämpft wurde  durch nasse Wadenwickel, höchstens.

Ich hab das Glück, einigermaßen leicht Fieber zu bekommen, normalerweise etwa einmal im Jahr. Und ich hatte immer gern Fieber. Es verpasst mir einen Schwips (den ich von Alkohol selten bis nie bekomme – der macht mich meistens nur müde). Fieber bringt mich in fröhliche, aufgedrehte Laune. Lydia sagt, es verbrennt Krebszellen. Dagegen ist ja auch nicht viel einzuwenden.

Inzwischen ist es so, dass jeder verantwortungsbewusste Mensch auf der Stelle zum Arzt rennt, wenn es ihn irgendwo zwickt oder juckt – oder wenn er Fieber haben sollte. Dann wird gegen diese Symptome etwas unternommen und dann sind sie weg. 

Was ist ein Symptom? Der Versuch der Körperzellen, sich zu artikulieren. Sie rufen: “Hier stimmt was nicht!” Man könnte ihnen dann zuhören, versuchen, rauszukriegen, was sie wollen und darauf reagieren. Man kann ihnen aber auch auf’s Maul hauen, dann sind sie ruhig – bis es ihnen vielleicht  gelingt, an anderer Stelle einen Lautsprecher zu installieren. Doch da gibt es sicher eine andere Pille, die ihn abdreht.

Fieber also lässt die Wissenschaft womöglich neuerdings wieder gelten.

Und wie ist das mit der aufsteigenden Hitze, also den Hitzewellen des Klimakteriums? Meine Mutter hat mir erzählt, dass  sie in ihrer Jugend häufig erlebte, wenn einer Kollegin der Kopf rot wurde und der Schweiß ausbrach in so einem plötzlichen Anfall, dann wurde von den Frauen ringsum, meist älteren, aufmunternd gesagt: “Das ist gesund!” Ist es das? Hat es etwa irgendeinen tieferen Sinn? Oder irrt die Natur hier, wie gewöhnlich, und muss korrigiert werden?

Ich finde es alleine schon erleichternd und tröstlich, wenn man bei innerer Hitze, welcher Art auch immer, ein positives Gefühl haben kann. Wenn nicht sofort Chemie drauf gestreut wird, sondern die Möglichkeit erwogen werden darf, das sei eigentlich eine vernünftige  Maßnahme des Körpers.

 

Glücksfaktor: Ein gewisses Vertrauen in die Natur, selbst, wenn sie heiß ist …