Heute

Posted by admin on 13. August 2022

Gab es eigentlich mal wirklich Drachen?

Nein! sagt die Wissenschaft, und die hat immer recht. Jedenfalls so lange, bis sie weiterforscht und vielleicht was anderes rausgekommen ist. Drachen, sagt also die Wissenschaft, sind grundsätzlich Fabelwesen, mythologisches Viehzeug. Die Menschen haben sich Drachen bloß ausgedacht, alle miteinander. Und zwar in allen Kulturen zu allen Zeiten, rund um den Globus.  Ob im alten China oder bei den Sumerern in Mesopatamien, 3000 Jahre vor Christi, ob im klassischen Griechenland oder bei den Wikingern im finsteren Norden, ob in der Bibel oder bei den Azteken – alle waren sich über eins einig: Wenn es einen Schuppenkörper und eine Krokodilschnauze, Fledermausflügelchen und gefährliche Tatzen besitzt und womöglich Feuer  spuckt – dann ist es ein Drache. Hat verschiedene Namen, stammt jedoch aus demselben Stall. Gibt es zwar nicht, ist trotzdem unverkennbar. Woher kommt diese erstaunliche Einigkeit? Erinnert  die Menschheit sich womöglich weltweit dunkel an die letzten (vielleicht Flug-?)Saurier? Nein! sagt die Wissenschaft. Unmöglich. Saurier stampften zuletzt vor etwa 65 Millionen Jahren über die Erde, das war’s dann. Und sie hatten ihre Zeit, muss man sagen: ungefähr 200 Millionen Jahre lang. Menschen gibt es man eben seit 300 000 Jahren. Meint die Wissenschaft. Also die können  platterdings keinem Saurier begegnet sein außer im Kino. Drachen-Sagen jedoch entstanden bereits einige Jahre, bevor es Kinos gab. Sicherlich ein Fall von kollektiver Fantasie.  Sind Drachen grundsätzlich böse? Ebenso schwer zu beantworten. Die Chinesen trauten ihnen  viel Weisheit zu, die Christen hielten so wenig von ihnen, dass sie geradezu zum Symbol des abgrundtief Garstigen wurden. Der Heilige Georg und Erzengel Michael gehen auf Drachen mit ihren Lanzen oder Schwertern los. Dabei sind die schrecklichen Tiere auf Gemälden oder in Statuen meistens so klein, (ungefähr wie ein Durchschnittshund), dass der Anblick solcher Drachenkämpfe einfach an Tierquälerei erinnert. Dagegen sehen Smaug und seinesgleichen richtig stattlich aus. In den letzten Jahrzehnten sind eine ganze Reihe guter, lieber und niedlicher Drachen entstanden in Kinderbüchern und Animationsfilmen. Die Realität und deutsche Volksmärchen kommen schlimm genug rüber, man muss die Kleinen nicht noch mit weiteren beängstigenden Figuren erschrecken.  Was uns angeht, so haben wir seit Kurzem Rochana II. Lydia fand vor einiger Zeit eine platte Planke mit Schnauze und mit Drachenschwanz – wenn man sie lange genug anschaute. Was sie benötigte, war ein wenig MakeUp. Das hab ich ihr verpasst, und seit sie trocken hinter den Ohren wurde, hängt sie in Lydias Garten über dem Teehäuschen, direkt unter  dem Dach. Rochana ist gut, denn sie behütet uns. Aber falls jemand auf die Idee kommt, etwas aus dem Teehäuschen zu stibitzen – dann wird sie garantiert böse! Glücksfaktor: Drachen, die uns bewachen …               
Posted by admin on 12. August 2022

Geliebter, wunderbarer Löwe!

Wie schön, dass es dich gibt – 

wie schön, dass du bei mir bist –

wie schön, dass du Geburtstag hast!

Ich wünsche dir von ganzem Herzen

ein phantastisches Neues Lebensjahr

voll angenehmer Überraschungen

Heiterkeit und Entspannung,

Gesundheit und Vitalität,

 

und Bergen von Liebe –

so viel, wie du verdienst! 

(Also an mit soll’s nicht liegen!)

Du bist ein ganz, ganz großer Glücksfaktor!

Posted by admin on 10. August 2022

Am 10. August ist endlich Welt-Löwentag!

Ein Beitrag von unserem Mitarbeiter Ernst H. Schulz

Der Löwe ist eine Großkatze, also eine Risengroße Mietzekatze. Ich hab ja zwei Papis, und einer davon ist einer. Also Löwe. Das hat meine Mami sofort rausgekriegt. Ist sie nemmlich gut drin.

Löwen sind die einzigsten Mietzekatzen die so in ein Ruddel leben. Da machen sie Tiemwörk, also sie arbeiten zusamm. Das heist, Einer macht den Plahn und die andern schufften. Gazellen jagen und so.

Eintlich sind Mietzekatzen lieber Alleine. Das weis ich von Tante Lydia ihrern Kater Jimmy. Der jagt one Azestenten, so alleine ebent. Es gibt auch inne Wüste alleinige Löwen, die sind wie Jimmy, nur grösser und mehr Hahre aufm Kopf, aber auch singel.

Weil, die hat meissens wer aussm Ruddel rausgeschmissn. Das war denn meissens der Boß. Der kannas nicht haben wenn ausser ihn noch wer Boß sein will, das geht Garnicht. Denn sacht er zu den andern Männchen: „Nu ma raus hier!“ Er verkloppt sie auch, da kennter nix.

Kann aber passiern, wenn der Boß richtig, richtig pech hat, dann verkloppt Ihn fürleicht das Fremde Männchen und sagt denn zu IHN: „Nu ma raus hier!“ Denn muss ER abziehn und alleine jagen.

Und noch schlimmer: Der neue Papi in Ruddel macht dann die Babys kaputt, die da sint! Weil er nur eigne Kinder haben will! Dass finde ich zimlich gemein. Und ich bin gans schön froh, das mein Löwe-Papi mich nicht apgemurkst hat, wie Er zu uns gekomm ist. Sondern er ist immer gans lieb zu mir, muss ich mal sagen.

Löwen sind die einzigsten Großkatzen, die eine Mähne haben und ein Bommel am Schwäntzchen. Mähne haben eintlich fast nur die Männchen. Kriegen sie so ab ein Jahr.

Aber sie sind politisch schwer auf Zack. In West-Affrika gibt es nemmlich manchmal Löwemännchen ohne Mähne. Und in Boots-Wanna laufen Löwefrauen rum mit Mähne. Die sind auch sonst wie Männchen, also fluchen und kloppen sich. Das liegt an ihren Test-ost-spion-Spiegel, da haben sie so viel Männchen-Hormone drinne. Also Mann kann sagen die gerndern ganz schön und sind auch diwers und so.

Manchmal gibt das Löwen mit fast beina weißen Fell und weiße Wimpern wie Boris Becker. Das sind bitte keine Allbinos. Weil, sie ham keine roten Äugelchen. Sie sind einfach gans hellblond und basta. Aber seit 1992 ham sie kein mehr gefunden.

Da hat Mann gedacht die sterben aus weil sie nicht gut Jagen können, weil sie nachts blitzen wie eine weiße Unterhose und denn merckt die Gazzelle: „Schiete, da will mich einer fressen!“ und denn rennt sie hastewaskannste und weg ist das Abendessen. Aber nee – jagen können die Weißen so gut wie jeder andere Löwe. Das Propplem ist vielmehr, sie WERDEN gejagt. Kann Mann sich ja denken. Weil, da wollen Menschen mit angeben das sie ein Weißen Löwen geschossen haben. Das ist so tüpisch!

Wenn ein Löwe brüllt denn hört Mann das acht Kilometer weit. Weil, er hat son Kelkopf, da kommt  Lärm raus. Andre Tiere pieschern ihre Grenzen, der Löwe markiert sein Gebiet durch Brüllen. (Na ja, erlich gesagt, er pieschert trozdem auch zu dem Zweck.)

Löwen sind meißtens glücklich verheiratet, weil sie machen in eim wech liebe, so bis 40 Mal am Tach. Also in der pahrungszeit. Wenn die nicht ist haben sie ja auch mal was anderes zu tun. Und außerdem haben sie ganz schön oft parungszeit. Also da sind alle so weit zufrieden. Immerhin muss Mann sagen der Ruddelboß verbringt bis zu 1/5tel von seiner Lebenszeit mit Pahrung. Das ist ja auf die dauer auch anstrengent.

Mann denkt ja so, der Löwe-Boß liegt rum und schickt seine Mädels zur Jagt und pennt viel und hat es gut. Aber in Würklichkeit hat er den totalen Stress-Job. Er muss gans oft sein Ruddel verteidigen, weil immer wieder neue Singel-Männchen aufschlagen, die seine Frauen übernem wollen und seine Babys killen und er muss sich mit denen rumhauen. Und denn muß er auch noch immer siegen, sonst jagn sie ihn vom Acker, dann kann er alleine rumstrolchen und traurig sein weil er seine frauen und  Kinder los ist. Wen er nicht überhaupt gleich umgelegt wird, kommt auch oft  vor.

Auserdem muss er aufpassn, das bein Kämpfen seine Mähne nicht zerupft wird, weil das mögen Löwenweibchen nicht! Je weniger Haare ein Männchen aufm Kopf hat, umso weniger mögen sie ihn an sich ranlassen. Weil, wenn er viel Haare hat, dann soll das bedeuten, er hat gut Gekämpft und ist stark. Das finden Weibchen atracktiv. Ich finde das kein wunder, das Löwen so laut brülln. Die sind ja ständig unter Druck.

Glücksfaktor: Eisbär sein!

Posted by admin on 5. August 2022

Barbara Strozzi

wurde Anfang August 1619 in Venedig geboren. Eine Löwin also, und irgendwie, ich kann mir nicht helfen, macht ihr Portrait ihrem Namen alle Ehre. Barbara sang Sopran und schuf Barock-Kompositionen. 

Dass sie sang, war nicht besonders merkwürdig, denn auf diese Art durften Frauen der Kunst dienen – mit Betonung auf Dienen, passiv. Dass sie allerdings komponierte, also aktiv schöpferisch tätig sein wollte, war ein Ding und wurde von nicht wenigen männlichen Zeitgenossen in Frage gestellt. Bis ins  19. Jahrhundert komponierte ein Weib gefälligst nicht! Und dennoch leistete Barbara Strozzi einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung  der Kammerkantate.

Ihr Vater war der reiche und angesehene Dichter und Librettist (und übrigens auch Jurist) Giulio Strozzi, ihre Mutter seine schöne Hausangestellte La Greghetta. Giulio verzichtete darauf, die Angestellte zu heiraten, weil sie vermutlich unter seinem Niveau lag. Warum sollte er auch? Den Haushalt führte sie sowieso und seine Kinder bekam sie ebenfalls.

Diese Tochter allerdings war etwas Besonderes. Giulio adoptierte das kleine Mädchen, gab ihm  seinen Namen, ließ der Kleinen eine gute Erziehung zukommen und bemerkte sehr früh ihre Begabung. Als Zwölfjährige bereits sang sie hervorragend, sich dabei auf der Laute begleitend.

Vater Strozzi gründete 1637 die „Accademia degli Unisoni“, die Akademie der Einstimmigkeit, die heute noch, in Perugia, existiert. Sein Haus war Treffpunkt für Musiker und Literaten, die diskutierten, aus ihren Werken lasen und musizierten. Und natürlich trat hier seine Tochter auf.

Über ihre allererste Komposition, „Il primo libro de madrigali““ schrieb Barbara: Das erste Werk, das ich, als eine Frau, so kühn und wagemutig, ans Tageslicht gebracht habe. Natürlich unterstützte  Papa sie dabei, ihre Werke in Druck zu geben. Acht Bände wurden es schließlich, vor allem weltliche, bis zu fünfstimmige Vokalmusik – Madrigale, Arien und Kantaten, mehr als 125 Einzelstücke sind erhalten geblieben.

Die meisten Lieder Barbara Strozzis beschäftigen sich mit der Liebe, speziell mit Liebeskummer. Sie konnte wahrscheinlich auf jede Weise ein Lied davon singen: Ihre Passion war ein vierzehn Jahre älterer verheirateter Graf, Giovanni Paolo Vidman. Zwar schenkte sie ihm vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter, zwar unterstützte er sie finanziell – doch sie blieb halt nur seine Geliebte, wohnte weiter im Haus des Vaters samt ihrer vier Kinder.

Mit 58 Jahren starb die Komponistin. 

Riesengroßen Erfolg erntete sie zu Lebzeiten nicht – jetzt, 500 Jahre später, findet sie zunehmend Anerkennung.

Glücksfaktor: Man muss nur warten können …

 

 

Posted by admin on 2. August 2022

London Bridge is not yet down

Unsere Elbe hält sich ja einigermaßen zurück, bleibt hübsch im Hafen und überlässt es der Alster, Hamburg optisch ansprechend zu umwässern.

River Thames, die Themse, fließt breit und frech mitten durch Londons City und benötigt deshalb etliche sehr lange Brücken, um den urbanen Verkehr fließen zu lassen, quer zum Fluss.

Wer ‚London Bridge‘ hört, der stellt sich unwillkürlich ein Bauwerk mit trutzigen Türmen vor – das ist falsch; bei dem Ding handelt es sich um die Tower-Bridge. Die London Bridge aus schlichtem Beton sieht dagegen eigentlich (inzwischen) ziemlich unspektakulär aus.

Foto: ChiralJon

Gleichwohl ist sie die Älteste von allen – wirklich furchtbar alt. Na gut, nicht ganz sie selbst, aber ihre Vorgängerinnen. Die erste entstand so etwa im Jahr 46, war aus Holz und wurde natürlich von den Römern, den damaligen Besatzern Britanniens, gebaut. 

König Aethelred ließ sie 1014 niederbrennen, um dem bösen Eroberungs-Wikinger Sven Gabelbart den Zutritt zu erschweren. Etwa 80 Jahre später zerstörte ein Unwetter, und 1136  ein weiterer Brand die Brücke. Was beweist, dass sie jedesmal wieder neu erbaut worden war.

König John Lackland, der unnütze kleine Bruder von Richard Löwenherz, eröffnete die erste  steinerne Fassung der Brücke. Er hatte dann den Einfall, Mietshäuser darauf zu errichten.  

Lange Zeit, durch Jahrhunderte hindurch (bis man die Westmindster Bridge 1750 eröffnete), bog sie sich stolz als einzige Brücke Londons über den Fluß. Vom 12. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zeigte sie sich mit mehrstöckigen Häusern und Ladengeschäften dicht bebaut.

Im Mittelalter hatte sogar ein Lanzenturnier auf der London Bridge stattgefunden! Seit dieser Zeit  auch schmückten immer wieder auf Holzstangen aufgespießte Köpfe von Übeltätern oder Verrätern die Brücke. (Manche der Kopfbesitzer, wie Thomas More, sind inzwischen Heilige.) 1595 berichtete ein deutscher Tourist beeindruckt von mehr als 30 Köpfen, die auf der London Bridge vor sich hin verwesten.

Konig Charles II. räumte 1660 bei seinem Regierungsantritt mit dieser malerischen Sitte auf, da ihn die Deko zu schmerzlich an seinen – vom Volk geköpften – Vater erinnerte.

Weil’s so lange keine weitere Brücke von einem Stadtteil in den anderen gab, verstopfte der ungeordnete Wagen-, Karren- und Kutschenverkehr schließlich derart die Straße zwischen den Häusern, dass der Bürgermeister von London 1722 eine neue Anordnung erließ: Alles, was Räder hatte und aus Southwark Richtung City unterwegs war, musste auf der Westseite fahren. Wer in entgegengesetzter Richtung rollte, der bitte auf der Ostseite. Was den Engländern so gut gefiel, dass sie bis heute beim Linksverkehr geblieben sind.

Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Brücker wieder einmal erneuert. Immerhin war sie in dieser Form inzwischen 600 Jahre alt, zunehmend baufällig und zu eng. Im August 1831 war sie fertig, ein Stückchen neben der alten, die nun abgerissen wurde. Sie bestand aus Granit und war fast 16 Meter breit.

Weil London sich jedoch weiter bevölkerte, reichte das nach kaum hundert Jahren wieder nicht. Man verbreiterte die London Bridge im Jahr 1904 um vier Meter.

Jetzt knarrten allerdings die Fundamente: Leider sank die Brücke etwas unregelmäßig in den Fluß, langsam, aber sicher. 1924 lag die Ostseite vier Zoll tiefer im Wasser als die Westseite.

Um es kurz zu machen: Das Band vor der derzeitigen London Bridge schnippelte Königin Elizabeth II. im März 1973 durch. Sie besteht aus Beton – also die Brücke – und besitzt eine Breite von 32 Metern. Eigentlich könnte man schon wieder Häuser drauf bauen. 

Wer weiß, wie lange sie hält und aus welchem Material sie (if men are still alive) in hundert Jahren sein wird? Seit 1659 singen englische Kinder:

London Bridge is falling down,
Falling down, falling down.
London Bridge is falling down,
My fair lady …

Im Prinzip kann man davon ausgehen, dass sie wieder aufgebaut wird.

Aber! Es gibt noch einen weiteren interessanten Aspekt zu dieser überaus zählebigen Brücke und der heißt Operation London Bridge.

Dies ist der Codename für den Fall, dass die Queen doch sterblich sein sollte und eines Tages dem Ruf ihrer Ahnen folgt. Seit den 60er-Jahren wird der Plan immer mal überarbeitet und den Verhältnissen angepasst. Auf jeden Fall gibt er vor, wie es im englischen Königreich zugehen wird, falls dieser Trauerfall eintritt. Das betrifft bitte nicht nur die Boulevardpresse, sondern die gesamte Regierung, den Polizeiapparat, die britischen Streitkräfte und die königlichen Parks. 

Hört der Premierminister den Satz ‚London Bridge is down!‘ durch das Telefon, dann weiß er, was los ist. Eine Riesenmaschinerie läuft an, alle BBC-Kanäle krempeln sofort ihr Programm um und spielen zum Beispiel ’sanfte Musik‘, die Flaggen sinken ein Stockwerk tiefer. Die Times, Sky News und so weiter holen den immer mal wieder überarbeiteten Nachruf raus. Das Parlament schwört dem Thronfolger die Treue – und das Staatsbegräbnis wird geplant.

Glücksfaktor: Vorbereitet zu sein …