Mad Max unter der Donnerkuppel

Juli 10, 2020 admin No comments exist

Filme, Bücher und Musik haben mich durch mein Leben begleitet und waren mir immer wichtig. Und, das wird vermutlich jeder kennen, der sich für Kultur interessiert, einige waren ganz besonders wichtig, markierten einen Lebensabschnitt, untermalten persönliche Erlebnisse.

Am 10. Juli 1985 hatte ein australischer Film Premiere: Mad Max Beyond Thunderdome. In Deutschland kam er erst im Herbst heraus, aber ich befand mich in diesem Sommer in Ontario, den ganzen Juli und den ganzen August. Wir hatten ein Cottage am Lake Huron mit großem Grundstück und eigenem Strand und verbrachten seit fünf Jahren jeden Sommer dort. Sobald wir in Toronto gelandet waren, mieteten wir zwei Autos und fuhren damit die anderthalb Stunden, hintereinander her, hoch zum See.

In Kanada ist es, wie in Amerika, unmöglich, ohne Auto auszukommen. Vielleicht könnte man alternativ ein Pferd mieten (und ich bin dort auch geritten) – aber das hätte zwei entscheidende Nachteile: Ein Pferd besitzt weder eine Klimaanlage noch ein eingebautes Radio.

Sobald ich in diesem Sommer angekommen war, ob im Auto, im Cottage oder im Supermarkt, hörte ich ständig Tina Turner mit einem offenbar neuen Song: ‘We Don’t Need Another Hero’, sehr eingängig, sehr mitreißend. Bei einer Nachbarin lag auf dem Küchentisch ein buntes Heft mit dem Bild von Mel Gibson – damals sah er noch richtig gut aus – ein Heft zum Film. Und Tina Turners Lied gehörte dazu. Sie spielte sogar eine entscheidende Rolle darin! Jetzt wurde ich sehr neugierig.

Schließlich nahmen mich andere Nachbarn mit ins Autokino und ich sah den Film zum ersten Mal, glücklicherweise in der Originalsprache, was meiner Meinung nach, wenn man sie versteht, immer ein großer Gewinn ist.

Ich war tief beeindruckt. Am nächsten Tag erzählte ich meinem kleinen Sohn, im Gummiboot auf dem See dümpelnd, den ganzen Inhalt in aller Ausführlichkeit.

Es gibt, soviel ich weiß, vier Mad-Max-Filme. Die ersten beiden habe ich mir auch angeschaut – nur einmal. Ich fand sie stumpfsinnig, zynisch und langweilig, brutale Action ohne tieferen Sinn dahinter. Der vierte hat mich nicht mehr interessiert, nachdem mir die Trailer nicht gefielen.

Den dritten, eben diesen ‘Mad Max unter der Donnerkuppel’ hab ich inzwischen bestimmt dreißigmal gesehen. Nur er erzählt meiner Ansicht nach (obwohl er, wie die gesamte Tetralogie, in einer unbestimmten, gewalttätigen Endzeit spielt) eine Geschichte der Hoffnung und er besitzt eine ganz bestimmte, ausgeprägte Magie. Er ist nach wie vor einer meiner Lieblingsfilme.

Glücksfaktor: Video (ein Wort, das in diesem Film eine wichtige Rolle spielt) oder, zeitgemäßer: Bluray. Mein Vater hatte sich immer ein eigenes ‘Heimkino’ gewünscht. Er starb, bevor es so etwas gab. …

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