Mehr als vier Beine

September 16, 2019 admin No comments exist

Ich hab das bereits verschiedentlich gesagt: Ich liebe Tiere! Allerdings am meisten, wenn sie größer sind als eine Streichholzschachtel und höchstens vier Beine haben.

Das mit dem Insektensterben geht mir nahe, weil es das ökologische Gleichgewicht noch mehr durcheinanderbringt. Ich hab einen ungeheuren Bienengarten angelegt, neben meiner Wäscheleine brummselt es den ganzen Tag. Aber ich bin mit Insekten nun mal per Sie.

Meine Mitmenschen finden es häufig schrecklich amüsant, wie ich den kleinen Kerlchen, die da kreuchen, fleuchen und hüpfen, aus dem Weg gehe. Hab ich denn Angst vor Mücken -?! Oder vor Spinnen?! Ach komm, so ein kleiner Mückenstich tut doch nichts! Hahaha.

Doch, mir schon. Häufig entzündet er sich und ich hab lange was davon – sogar, wenn ich überhaupt nicht gekratzt hab.

Katzenflöhe gehen nicht an Menschen? Jeder Katzenfloh, der mir begegnet, lässt die leckerste Katze im Stich, um sich auf mich zu stürzen und mir treu zu bleiben.

Vor langer Zeit holte ich mir, gemeinsam mit meinem damaligen Partner, in einem malerischen kleinen Hotel in Kent die Krätze. Bei ihm verging das Jucken nach einer kurzen Behandlung, wieder zu Hause. Ich entwickelte eine Allergie gegen das Krätzemittel und hatte mehr als zehn Jahre lang was davon. “Ihre Haut erinnert sich!”, erklärte mir eine Ärztin.

Im Internat war ich Zeuge, wie meine Erzieherin von einer kleinen, harmlos aussehenden schwarzen Spinne in die Hand gebissen wurde. Keine Tarantel, nicht mal eine Kreuzspinne. Die Hand schwoll tagelang an, immer dicker. Das ist mir selbst noch nicht passiert, hat jedoch meinen Respekt vor Spinnen befeuert. Und nein, ich nehme sie keineswegs behutsam hoch, um sie in den Garten zu setzen. Ich hole den Staubsauger.

Bevor wie gewandert sind, hab ich den Löwen gefragt, ob wir Zecken begegnen würden. Das hielt er für sehr unwahrscheinlich. Hinterher sammelte er unbekümmert drei Zecken von seinen Beinen, nicht der Rede wert. An mir hatte sich nur eine festgebissen, am Unterarm. Ich hab sie ‘rechtzeitig’ vorsichtig entfernt, bevor sie sich vollsaugen konnte. Nicht der Rede wert.

Der Arm ist inzwischen angeschwollen und trägt eine länglich-ringförmige Wanderröte. Es tut sehr weh und juckt und seit einigen Tagen fühle ich mich geradezu vergiftet und benommen. Jetzt nehme ich Antibiotika, wovon ich überhaupt nichts halte. Aber was soll ich sonst machen? Die Schwellung scheint keine Lust zu haben, von selbst wieder zu verschwinden.

Ich fände es schön, wenn meine Aversion gegen Insekten nicht ganz so viel Heiterkeit auslösen würde.

Glücksfaktor: Winter, kalter.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.