Rasierpinsel sind langsam aussterbende Geschöpfe

September 19, 2017 admin No comments exist

Sie kamen eigentlich erst im 18. Jahrhundert auf, vorher wurde der Rasierschaum mit  der Hand geschlagen.

Die besten sind aus Dachshaar, aber es gibt auch welche aus Wildschweinborsten. Die sind fester und massieren die Haut beim Auftragen stärker.

Veganer würden sich sowieso nur mit Kunststoffpinseln einseifen.

Rasierpinsel zu benutzen ist eine Kunst und erinnert etwas an die Zeremonie des Matcha-Tees.

Der Pinsel wird in warmes Wasser getaucht, bis er sich vollgesogen hat und  schwungvoll ausgeschlagen. Dann reibt er sich an der Seife und tanzt schließlich in der Rasierschale kreisförmig herum, bis die richtige Schaumkonsistenz erreicht ist: wie Sahne oder geschlagenes Eiweiß. Das Gesicht wird mit warmem Wasser angefeuchtet, anschließend der Schaum in leichten, kreisenden Bewegungen mit dem Pinsel aufgetragen. Danach kam früher das noch antikere Rasiermesser zum Einsatz. Inzwischen ist es der Systhemrasierer.

Und meistens gar kein Pinsel mehr, sondern einfach Rasierschaum oder Gel aus der Dose – pfffffffffffschschscht. Das mag ja sehr praktisch sein. Aber ich finde, so ein echter Rasierpinsel hat doch mehr Stil…

 

 

 

 

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