Rügen im Herbst 2019

November 3, 2019 admin No comments exist

Wir wollen am Sonntag losfahren, nicht zu spät. Ich packe eilig und konzentriert und stelle die fertig gepackten Taschen in den Flur. Da fragt der Löwe plötzlich, ob das mein Ernst sei? Nein, der sitzt im Wohnzimmer unter seinem Südwester und passt auf, dass er mitgenommen wird.

Aber gemeint war eigentlich: ob ich etwa wirklich fünf Taschen mitnehmen will? In Berbel? Ohne Anhänger? Und wieso und wozu FÜNF Taschen? Dieser Löwe war zwanzig Jahre lang verheiratet (mit einer Frau) und hatte mehrere längere Beziehungen (mit Frauen). Und da fragt er noch so was.

Ich packe also sehr eilig und konzentriert die Sachen für fünf Taschen in vier Taschen um. Dann können wir losfahren. Ernst muss auf den Schoß und im Rückspiegel sind nur Berge von Gepäck zu sehen. Aber ich bin irritiert – das kommt, wenn man im Packen unterbrochen wird durch merkwürdige Fragen. Mir ist dauernd so, als hätte ich was Wesentliches vergessen …

Zuerst nieselt es oder regnet auch etwas kräftiger. Doch je näher wir dem Ziel kommen, umso lieblicher und sonniger wird es. Kühl allerdings und windig. Das fällt mir auf, als wir in der Nähe von Rostock Kaffee trinken. Und da weiß ich auch, was ich vergessen hab: einen Mantel! Ein Mantel ist nicht unwichtig, wenn man im Spätherbst eine stürmische Ostseeinsel besucht.

Auf Rügen gibt es viele malerische alte Alleen mit wunderschönen Bäumen.

Und das Ferienhaus, das wir gemietet haben, ist absolut bezaubernd.

Allein über das elegante Badezimmer mit Wanne, Riesendusche für mehrere Personen und Bidet könnte ich Lieder singen.

Wir packen aus und fahren nach Sellin, wo wir die Seebrücke bewundern, die gerade ihre Lichter angeknipst hat, weil es zu dämmern beginnt. Trotz des schönen Anblicks und obwohl ich mir vier Pullover übereinandergezogen habe, klappere ich leise mit den Zähnen. Außerdem kann man, wenn man in vier dicken Pullovern steckt, die Arme nicht mehr an den Körper ziehen.

Viele schöne Geschäfte gibt es in der Wilhelmstraße, Boutique an Boutique. Ich gucke ganz unverbindlich und aus reiner Neugier mal nach Mänteln oder Jacken. Muss drei Pullover wieder ausziehen, um einen kurzen hellen Mantel anprobieren zu können. Der gefällt dem Löwen dann so gut – dass er gar nicht anders kann, als ihn mir zu schenken …

Glücksfaktor, manchmal: etwas zu vergessen …

(To be continued)

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