Stein von Rosette

Juli 15, 2018 admin No comments exist

Am 15. Juli 1799 stolperte einer von Napoleons Soldaten (oder vielmehr sein Pferd), als er durch das Nildelta bei Rosette ritt, über eine interessante Steintafel. Sie war mit vielen kleinen Zeichen in  unbekannten Schriften bedeckt, über die mitreisende französische Gelehrte sich sehr wunderten, ohne sie entziffern zu können. Kurze Zeit später besiegten die Engländer die Franzosen und schnappten sich den merkwürdigen Stein, um ihn in ihrem British Museum in London auszustellen. Da wohnt er übrigens heute noch.

Wiederum war es ein junger Franzose, Jean-Francois Champollion, der 1822 den Text auf der geheimnisvolle Steintafel entschlüsselte. Er fand heraus, dass der Name eines ägyptischen Pharaos, Ptolemaios, immer wieder auftauchte. Daran konnte Champollion sich entlang hangeln. Ptolemaios hatte gerade den Priestern seines Landes mehrere große Gefallen getan und wurde entsprechend von ihnen mit Honig übergossen. Er sei großzügig und edel, weil er der Priesterschaft die Steuern erleichterte oder gleich erließ.

Abgesehen davon, dass sich hier die Korruption der guten alten Zeit um 200 vor Christi Geburt auf’s Betrüblichste zeigte, konnten die Menschen der Neuzeit Anhand der drei Textblöcke endlich die Hieroglyphen entziffern! Denn alle drei Abschnitte auf dem Stein – eben in Hieroglypen, in altgriechischer und in volkstümlich griechischer Schrift – stimmten vom Inhalt überein. 

Daraus ergab sich, dass es sich bei den aneinandergereihten Bildsymbolen nicht um Comics handelte (wie in dem Film Harry und Sally vermutet wird) sondern um Grapheme – lesbare Symbole für das gesprochene Wort. Nachdem die Ägyptologie ordentlich in Gang gekommen war, war es also möglich, durch das Studium der Hieroglyphen alles über die Geschichte des alten Volkes am Nil zu erfahren …

 

 

 

 

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