Was ist ein Gadda? Und vor allem ein Gadda Da Vida?

Juli 4, 2020 admin No comments exist

Das weiß der Experte. Menschen, die Hard Rock schätzen. Oder auch – ältere Leute.

In-A-Gadda-Da-Vida ist ein Klassiker. Ein – für meine Begriffe – herrliches Stück Musik aus lang vergangener Zeit, meiner Jugend. Über kurz oder lang werden wir ausgestorben sein, wir, die noch wissen, was ein Gadda ist. Und erst recht ein Gadda Da Vida.

Die amerikanische Band Iron Butterfly gab 1968 ein Album mit diesem rätselhaften Namen heraus. Das Titelstück, siebzehn Minuten lang, (für Radiosender damals untauglich) nahm die gesamte B-Seite ein. Der Song brachte der Gruppe Weltruhm und blieb nahezu drei Jahre lang in den Charts. Die LP verkaufte sich über 30 Millionen Mal und bekam eine Platin-Auszeichnung.

Ende Mai hatten sich die Bandmitglieder des ‘Eisernen Schmetterlings’ in ein New Yorker Tonstudio begeben, eigentlich, um das Lied zu üben. Der Toningenieur ließ dann schon mal aus Spaß das Band mitlaufen, ohne die Musiker zu informieren. Dann bat er die Mitglieder von Iron Butterfly in seinen Raum, sagte: “Hört mal eben!” und spielte ihnen vor, was sie gerade angerichtet hatten. Alle waren restlos begeistert. Der erste und einzige Take wurde genau so auf die Platte gepresst.

Die Band setzte sich damals aus vier jungen Männern zusammen: Organist und Sänger Doug Ingle und Schlagzeuger Ron Bushy, gewissermaßen die Gründungsmitglieder. Bushy leistete sich dieses Schlagzeug-Solo, das Rockgeschichte schrieb, mit einer Mimik wie aus dem Hades. Im Gegensatz dazu zeigte sich über der Rhythmusgitarre ein Engelsgesicht. Das war Erik Brann, damals 17 (!) Jahre alt, mit glänzender schwarzer Prinz-Eisenherz-Frisur. Er war neu in der Gruppe, genauso wie der schnauzbärtige Lee Dorman, der Bassgitarrist.

Beide Gitarristen übrigens leben nicht mehr; Erik Brann erlag mit 52 Jahren einem angeborenen Herzfehler, der ihm sein Leben lang zu schaffen gemacht hatte. Lee Dorman wurde immerhin 60; er starb 2012.

Und was bedeutet jetzt also Gadda-Da-Vida?

Es gibt unterschiedliche Erklärungen. Alle laufen darauf hinaus, dass in dieser wilden Zeit wilde Rockmusiker halt auf irgendeine Weise zugedröhnt waren, was die Kommunikation erschwerte. Deshalb verschliff sich das ursprünglich so gedachte: In The Garden Of Eden – also im Garten Eden – zu diesem etwas undeutlichen Geblubber. Na und? Der Text ist sowieso ergreifend schlicht. Im Grunde erklärt der Sänger, sie weiß ja wohl, dass er sie liebt, Süße, sie soll seine Hand nehmen, Kleines, und sie werden gemeinsam dieses Land erwandern, dieses Gadda-Da-Vida. So gesehen ist der sonderbare Ausdruck das einzig Bemerkenswerte an der Lyric und die Jungs waren gut beraten, es so stehen zu lassen. Unverwechselbar, weil schwer zu deuten.

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Glücksfaktor, für mich: diese Musik und die damit verbundenen Erinnerungen. Das war damals eine Traumzeit, um jung zu sein!

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