Wie ich mal kürzlich Fremdarbeiter gewesen war

Mai 1, 2020 admin 2 comments

Reportasche von Ernst T. Schulz

Aber das soll jetzt witzig sein. Richtig gearbeitet hab ich nähmlich nicht. Nur bisschen geholfen.

Also ich war paar Tage bei Tante Maren und Onkel Ove und Ermelchen und Kater Cook und Niels. So was hab ich noch nie gemacht. Sonst war ich immer nur zuhause oder mit meiner Familie mal vereist.

Ich bin ja ein Einzelbär. Ich hab einen großen Bruder der ist schon Erwagsen und lange weg. Der ist wie ein Onkel. Tante Maren hat gans viele Söhne, fünf oder sechs, die nur Jungs sind, keine Mädchen, und auch schon alle Erwagsen und womöglig Verheiratet. Aber dann hat sie noch paar Plüschtiere. Ich mag keine erwagsenen, die keine Plüschtiere haben. Also das ist meine Meinung. Ich kenn ja nicht viele. Minnie etwas, aber nicht gerne. Das ist nähmlich so, nicht JEDES Plüschtier ist nett.

Ich war anfanks auch bisschen unsicher, ob ich die da alle kennenlern will. Und ich wollte aber so gern zu Tante Maren, die ist lieb, aber sowas von! Also, Ruksak gepackt und los. Ich hab bei Tante Lydia gewartet, aber im Flur. Weil in ihrm wonzimmer war eine Wespe. Muss ja nicht.

Dann hat Tante Maren mich da abgehohlt. Und wir sind zu ihr. Da hat sie mir zwei gleich forgestellt, ein Kater mit Schürze und Kochmütze der heist Hauptberuflich ‘Kater Cook’ und hilft Tante Maren in der Schule im Kochkurrs. Und so ein kleines Wollding, das soll ein Maulwurf sein und heist Ermelchen. Macht tante Maren ein Foto und sagt “Vertragt Euch!’

Also das war mir noch bisschen unheimlich. Na, der Kater hat zu tun, ich also raus mit Ermelchen.

Sagt er zu mir: ‘Wolln wir ballspielen?” Wusste ich nicht genau. Ich war auch erlich gesagt erst mal schüchtern. Ich bin das nicht so gewohnt mit anderen Plüschtieren. Dann hat er die Idee wir machen gartenarbeit, freut sich seine Mami (also Tante Maren.)

Und der Kerl kann butteln! Also so was von! Mein Fell überall voll mit erde.

Und irgendwie Abends warn wir Freunde. Der ist gans lieb und gans wizig, Ermelchen. Wir haben dann auch von Tante Maren was schönes zur Belonung gekriegt nach dem Abendbrot. Er zwei rosa Regenwürmer. Wär ja nicht so meins, aber egal. Und ich eine Schachtel mit ganz dünnen Sosoladetäfelchin.

Nächstentag haben wir Staubgesaugt. Da konnte ich ihm mal Was zeigen. Das hab ich meim Löwepapi abgekuckt, der macht das immer. Das macht wunderbar Lerm.

Und wieder nächstentag war Ermelchen woanders, ich weis nicht, wo. Da hab ich mit dem Küchenkater ein kuchen gebacken! Also eigendlich zwei. Kater Cook ist dabei, wenn Tante Maren kochen unterichtet. Der ist so Prophi.

Zuertst ging das Los mit Butterschaumigschlagen. Dauert ewig. Und Irgendwann wird da schöner Teig drauss wenn man immer noch mehr Sachen dazurürt. Ich verstehe ja immer nie, wieso man Teig backen soll. Wo der als Teig viel leckerer ist als als Kuchen, oder?

Wir haben so viel genascht, das mir zum schluß Übel geworden ist. Also so etwas jedenfalls.

Dann kamen die beiden Kuchen in den Backofen. Und glaub man nich, das wir dann ausruhen konnten. Nee, dann ham wir abgewaschen.

Aber ist auch irgendwie neiß. Den Kuchen gab es erst nächsten Tag. Weil da nähmlich noch Blaubehren drauf mussten. Der war aber SEHR gut! Trotzdem, nur als Teig wär er noch besser gewesen.

Ich durfte mir aussuchen, in welchem Zimmer in welchem Bett von den Ganzen Söhnen von Tante Maren ich schlafen wollte, So in rufweite, ist ja besser. Da war plötzlich noch einer da, so ein kleiner Typ, der ist da immer nur im Schlafzimmer zugange. Der heißt Niels. Und der hat Gutenachtgeschichten erzählt, weil das dem sein Job ist. Quasselt und quasselt. Also der war auch sehr neiß. Manchmal bin ich ja eingeschlafen mitten in dem seinen Storries. Aber vielleicht soll das so, weil er so was wie Sandmännchen ist?

Na, dann war ich auch fast beinah eine Woche bei Tante Maren gewesen und wollte auch mal wieder nachhause. Und da kam meine Mami und hat mich abgeholt. Aber es war voll neiß und hat viel spaß gebracht.

Und mein Glücksfaktor heißt Danke, Tante Maren!

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